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In einem Gemüsegarten haben die Zirkuskinder Camilla (Mirjam Purainer, r.) und Peppino (Markus Stein, 2. v. r.) die Ziege Tussnelda gefunden. Während die Gusti-Tant (Heidi Leipfinger, 3. v. r.) bemüht ist, die Wogen zu glätten, verharren Bauer Seilinger (Werner Aigner, l.) und Gendarm Hubert (Stefan Liebl, 2. v. l.) in ihrer vorurteilsbehafteten Feindseligkeit.

Volkstracht-Erhaltungsverein Gebensbach

Junge Artisten mischen Dorfbevölkerung auf

Der Volkstracht-Erhaltungsverein in Gebensbach führt die Komödie „Fahrendes Volk“ auf.

GebensbachDurchwegs treffend vergeben, aber auch ungewöhnlich waren die Rollen im Gebensbacher Theater „Fahrendes Volk“. Neben der typischen Dorfbevölkerung standen auch fünf Zirkusmitglieder, die als fahrendes Volk einige Tage in direkter Nachbarschaft zur Gaststätte „Zum Stern“ verbrachten, auf der Bühne. Darunter auch die Artistenkinder Camilla (Mirjam Purainer) und Peppino (Markus Stein, beide elf Jahre alt). Zwar ohne Sprechrolle, aber mit bemerkenswerter Sicherheit übten sich die beiden in mehreren Szenen am Jonglieren oder im Seiltanz.

Permanent schwelende Feindseligkeit, aber vereinzelt auch liebevolle Zuneigung bestimmten das Zusammenleben der beiden Gruppen in dem Dreiakter von Ulla Kling. Vor allem Bauer Seilinger (Werner Aigner) glänzte mit Vorurteilen und verspottete die nur scheinbar taubstumme Zigeunerin Esmeralda (Resi Pichlmeier), verwahrlost gekleidet und gekonnt geschminkt von Hildegard Holzinger, auf das Gröbste. Aber auch für den Dorfpolizisten Hubert Hübler, hervorragend unsympathisch und permanent plärrend von Stefan Liebl gespielt, stehen die Fremden unter Generalverdacht.

Entsprechend dem Konflikt ist auch das Bühnenbild zweigeteilt. Im Biergarten des Wirtes Tom Schröttl (Markus Liebl) treffen sich die Dörfler, vor einem Zirkuswohnwagen hält sich szenenweise das fahrende Volk auf. Dass Wirt Tom mehr Gründe als nur die Nutzung seiner Wiese für seine fast aggressive Haltung den Fremden gegenüber hat, wird schnell deutlich. Aber von dem viel Jahre zurückliegenden Anlass, hat neben ihm nur seine gutmütige Schwägerin Gusti (Heidi Leipfinger) Kenntnis. Gemeinsam mit ihr hat Tom seine Tochter Lisbeth (Julia Aigner) aufgezogen. Ginge es nach ihm, wäre Lisbeth schon längst mit dem Dorfpolizisten verheiratet, doch diese findet viel mehr Gefallen und Interesse am Zirkusclown Ricardo (Christian Haindl). Für Aufregung im ganzen Dorf sorgt dessen Vater, der Zirkusdirektor Fernando, als er aufgebracht, in glaubhaft böhmischem Akzent, vom Verschwinden „Tussneldas“ berichtet.

Während gemeinsam nach einem kleinen Mädchen gesucht wird, finden die beiden Artistenkinder die Ziege Tussnelda im Gemüsegarten von Bauer Seilinger. Unter viel Applaus trieben die Kinder eine echte Ziege durch den Gebensbacher Theatersaal und brachten sie letztlich mit auf die Bühne.

Stets bemüht um die christliche Nächstenliebe ist der gerissene Dorfpfarrer (Albert Kronseder). Die moralischen Verfehlungen von Bauer Seilinger und Gendarm Hubert nutzt er für die Reparatur des leckenden Weihwasserbeckens. Als „Buße“ nimmt er beiden eine stattliche finanzielle „Spende“ ab.

Regie für das kurzweilige und pointenreiche Stück führte Hans Purainer. In den Pausen unterhielten die Brüder Markus und Sebastian Stein (beide 13 Jahre) mit
Ziach und Trompete sowie die Burschen der Jugendgruppe des Trachtenvereins mit einem Schuhplattler.

Weitere Vorstellungen:

Die bayerische Komödie „Fahrendes Volk“ wird noch am Freitag, 2. März, und am Samstag, 3. März, jeweils um 20 Uhr aufgeführt.

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