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Die richtige Mischung macht’s: Vorne wird gekartelt, hinten spielt die Musik.

Crazy Town Taufkirchen

Von der Disco zum Kulturhaus

Die Mischung macht’s: Eine Verwandlung hat die einstige Disco Crazy Town in Taufkirchen hinter sich – und das neue Image kann sich absolut sehen lassen.

Taufkirchen Wer das alte Crazy Town kannte, traute bei der Eröffnung des neuen Kulturhauses seinen Augen nicht. Die einstige Main Area der Taufkirchener Disco mit Tanzfläche und DJ-Pult hat sich in eine weitläufige Festhalle mit ländlich-rustikalem Charme verwandelt.

Mit urigen Biertischgarnituren aus dunklem Massivholz, schlicht und kantig gehalten eingerichtet, sowie vertäfelten Wänden von mit Holzläden ausgestatteten Fenster durchbrochen. Da kam noch bevor die beiden Bands „i-Düpferl“ und „Ois Easy“ die Bühne betraten Wirtshausstimmung auf.

Ein Großteil dieser Gestaltung geht auf das Bemühen von Franz Egerndorfer zurück, neuer Geschäftspartner des ehemaligen Crazy Town Inhabers Jürgen Ondruschek. Einige Tische veranlasste dieses Flair zu spontanen Watt- und Schafkopfturnieren.

Das neue Kulturhaus in Taufkirchen beansprucht, Konzertsaal, Disco und Gaststätte zugleich zu sein. Zu Bier und Wein wird Schweinsbraten, Käse und Pizza angeboten. „Eigentlich wollten wir mit einer örtlichen Metzgerei zusammenarbeiten, nachdem sich aber keine fand, sind Schnitzel und Braten von uns hausgemacht“, erzählt Ondruschek. Die Konkurrenz etablierter Veranstaltungsräume in Taufkirchen, wie Bürgersaal oder Wasserschloss, fürchtet er nicht. „Schon allein mit der Platzzahl von 500 Stühlen können wir locker mithalten. Außerdem sind wir breit aufgestellt. Wenn gerade keine Kabarett- oder Musikveranstaltungen geplant sind, kann man uns beispielsweise für Firmenveranstaltungen oder Hochzeiten mieten.“

Kultur und mehr Niveau ist der Leitfaden, der die Veranstaltungen im Kulturhaus bestimmt. Größen wie Werner Schmidbauer und Willy Astor sollen in den nächsten Wochen für ein volles Haus sorgen. Das Publikum bei der Eröffnungsfeier entsprach dem Ansatz, für alle Generationen etwas zu bieten. Das Alter der Besucher reichte von 16 bis 60. Aber natürlich kommt auch die Party nicht zu kurz: Jeden Samstag haben Black Pearl und der Havana Club im Keller geöffnet und bieten das, was einstige Crazy Town Besucher sonst vermissen würden.

Nach der jungen Partyband „i-Düpferl“ betraten „Ois easy“ die Bühne. Die Dachauer Band animierte die Gäste mit Songtexten auf einem Bildschirm im Hintergrund zum Mitsingen von Südstaaten-Rockklassikern wie Country Roads oder Sweet home Alabama. Seit 20 Jahren unterhalten die sieben Musiker nicht nur in Deutschland und der Schweiz, auch in Singapur spielten sie schon.

Dabei ist das neue Konzept der Veranstalter nicht so neu, wie man glauben möchte. Vor den Zeiten des „Palasts“, der ersten Disco in Flaring in den 70ern, wurden die Räumlichkeiten bereits als Tanzsaal genutzt. „In gewisser Weise kehren wir zu den Ursprüngen zurück“, meint Ondruschek. Zweifelsohne ist das neue Kulturhaus eine Bereicherung für das Taufkirchener Nachtleben.

Fabian Holzner

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