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Glücklich und verliebt wie am ersten Tag: Michaela und Helmut Heinemann feierten im Weinstadl auf dem Taufkirchener Volksfest ihre seit 20 Jahren andauernde Liebe. 

Volksfest-Liebe

Vor 20 Jahren hat es im Weinzelt gefunkt

Amors Pfeil traf sie beim Taufkirchener Volksfest vor 20 Jahren. Für Michaela und Helmut Heinemann ist es immer noch die Liebe ihres Lebens. Jetzt feierten beide ihre lange Beziehung – wieder auf dem Volksfest.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – 20 Jahre ist es her, dass sich Michaela (54) Niedermeier und Helmut (55) Heinemann auf dem Taufkirchener Volksfest kennengelernt haben. „Es war der allererste Volksfesttag, der Freitag, und ich wollte unbedingt hingehen. Also habe ich eine Freundin überredet, mit zu begleiten“, erinnert sich Michaela Heinemann. Eigentlich wollte die Freundin nicht und meinte nur: „Spinnst du, da ist doch nichts los.“ Aber dann ging sie doch mit. Während sie um den Festplatz strawanzte, blieb Michaela im Weinzelt sitzen. Auf einmal kam Helmut daher, lehnte sich lässig an die Theke. Der braun gebrannte Mann in der Lederhose zog sofort ihren Blick auf sich.

Auf einmal dreht er sich um und schaute die Grüntegerbacherin an. „Bei mir hat es sofort einen Schepperer getan. Ich dachte mir, ich falle von der Bank runter“, erinnert sie sich. „Er hat her gegrinst. Da bin ich einfach aufgestanden und wie ferngesteuert auf ihn zugegangen.“ Michaela bat ihn, ihr einen Wein zu bestellen, um mit ihm ins Gespräch zu kommen. Aber Helmut war schüchtern, alles andere als ein Aufreißertyp.

Dass der Steinkirchener sich genauso von ihr angezogen fühlte, wollte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrhaben. „Ich hab mir nicht viel gedacht, es war ja schon 23 Uhr auf d’Nacht, und nach ein paar Mass, da denkt man nicht mehr viel.“ Beide unterhielten sich blendend und hatten das Gefühl, sich schon ewig zu kennen.

Dann kam Michaelas Freundin wieder und blödelte mit ihnen rum. „Sie fuhr mit ihren Händen seine Wadl lang“ und meinte: „Wer solche Krampfadern hat, ist bestimmt verheiratet.“ Helmut nickte: „Ja, ich habe eine Frau.“ Für Michaela war sofort klar, dass es kein Happy End geben wird. Sie war geschieden und hatte bereits zwei Kinder. Also verabschiedete sich sie, forderte ihn aber noch auf, ihr ein Bussi zu geben. Dass er noch zu ihr sagte, „Dann bis morgen“, hörte sie schon gar nicht mehr.

„Uns war klar, wirgehören zusammen“

Am nächsten Tag fuhr die Grüntegernbacherin mit Freundinnen zur Landshuter Hochzeit und wollte anschließend unbedingt noch aufs Taufkirchener Volksfest. Im Weinzelt traf sie dort auch gleich mehrere Bekannte. Als Helmut sie erblickte, ging er auf sie zu und meinte nur: „Kaum bin ich zehn Minuten weg, schon hängst du an einem anderen dran.“ Der „Andere“ war der Mann von Michaelas Cousine. Dann hat Helmut seinen Arm um Michaela gelegt und ihn den ganzen Abend nicht mehr weggetan. Irgendwann ging Michaela mit ihm raus und erklärte ihm, dass sie nichts mit ihm anfangen wolle, weil er vergeben sei. Trotzdem trafen sie sich das ganze Volksfest immer wieder – heimlich. „Es hatte uns beide total erwischt. Und uns war klar, wir gehören zusammen.“

Fünf Wochen später zog Helmut bei seiner Michaela ein. 2000 heirateten die beiden und sind mittlerweile die Eltern einer 15-jährigen Tochter. Es gab schon einige Personen im Freundes- und Familienkreis, die diese Entscheidung nicht gut fanden und der Beziehung keine Chance gaben. Aber davon haben sich die zwei nie beeindrucken lassen, und heute ist wohl auch der letzte Zweifler überzeugt. Verliebt ist sie in ihren Helmut wie am ersten Tag: „Ich kenne keinen einzigen Mann, der so schnell so weittragende Entscheidungen trifft.“

Auch Helmut schwärmt: „Es hat einfach in jeder Beziehung gepasst, und sie hat super ausgeschaut. Ich hab sie in den Arm genommen und nicht mehr ausgelassen. Mir war klar, dass es so sein muss.“ Beide haben zu ihren Ex-Partnern eine gute Beziehung und führen eine Patchworkfamilie. Für beide war auch klar, dass sie ihr 20-Jähriges im Weinstadl feiern wollen. Beide sind sich sicher. „Es gibt die große Liebe. Man muss halt auch daran glauben und braucht gar nicht so weit wegfahren oder parshipen. Ins Taufkirchener Volksfest gehen g’langt leicht.“

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