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Sehen, staunen, kaufen: Die jungen Gäste beim Schloss im Advent interessierten sich auch für die alte Kunst des Klöppelns (Foto links). Draußen an den Marktständen gab es eine riesige Auswahl an weihnachtlichen Artikeln (Foto rechts).

Advent im Schloss

Vorweihnachtszauber für alle Sinne

Taufkirchen – Winter-Jokl, Blaulicht-Drink, Schlosstrunk – sprich heiße Biene küsst Met – oder Glühmost. Solche fantasievollen Getränke-Kreationen gab es in Taufkirchen beim Advent im Schloss zu kosten.

Und sie schmeckten nicht nur vorzüglich, sie inspirierten auch zum Philosophieren. So meinte etwa Kulturreferent Christoph Puschmann im Innenhof des Taufkirchener Kulturtempels, dass es sich dabei um „Kulturheißgetränke“ handle, während sie Pater Dominik als „erhitzte, kulturverbindende Flüssigkeiten“ beschrieb.

Zwei Tage lang hatten die Besucher um und im Wasserschloss Gelegenheit, sich eine eigene Meinung zum Thema Getränke zu bilden. Ihre Anbieter, ob Danceperados, Jugendfeuerwehr, Imker oder Heimat- und Verschönerungsverein, hatten auf jeden Fall jede Menge Spaß daran, sie den Leuten richtig schmackhaft zu machen. Auch an sternförmigen Süßigkeiten, einer Stars-and-Stripes-Torte, der mittlerweile schon traditionellen Meter-Wurst oder erstmals einem sagenhaft schmeckenden Döner, zubereitet vom Elternbeirat des MGH-Kindergartens, fehlte es nicht. Für das leibliche Wohl war also gesorgt.

An den über 20 Ständen auf der Schlossterrasse, dem Innenhof und dem Vorhof konnten sich die vielen Besucher, die sogar aus Mannheim und West Chicago angereist waren, mit schönen Geschenken, Unikaten, kreativem Kunsthandwerk und Hobbybasteleien eindecken. Krippen gab es in Wachs gegossen oder gedrechselt, Engel aus Ton, Glas oder Golddraht mit Perlen besetzt, Nikoläuse aus Holz, Kerzen aus Bienenwachs, weihnachtliche Motive, gestickt, auf Papier gedruckt oder von Ulla Thiem und ihren Helferinnen der Liedertafel mit Naturmaterialien zum Kranz oder Gesteck gebunden. Wer auf der Suche nach schöner Deko war, wurde schnell fündig. Ob beim Taufkirchener Holzwerker Willi Bitzer, der aus bis zu 200 Jahre alten Balken, noch mit Holznägeln versehen, Stelen und Laternen bastelt, oder beim Dorfener Drechsler Franz Prediger, der aus Holz Schalen, Nussknacker, Schreibgeräte und sogar Büstenhalter formt. Kellerkünstlerin Andrea Maierthaler aus Kienraching hat sich ganz dem Ton verschrieben, aus dem sie geschmackvolle Lichtschalen mit Silber- und Goldlasur eingelassen formt.

Ein buntes Allerlei an Gebasteltem und Genähtem, vom Loop bis zur Schmuckrolle, boten Stefanie Fertl aus Kirchasch und Anna Sukale aus Wörth. Gehäkeltes, Gefilztes sowie Salze, Zucker, Essige und Öle in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen hatten Andrea Altmann und Simone Messner aus Niedergeislbach sowie Monika Hiebler-Hofer aus Lengdorf mitgebracht. Wer kleine Mitbringsel aus Papier wollte – und auch noch herrlich verpackt – der musste nicht lange suchen. Christa Wagner aus Inning war hier die richtige Adresse.

Daneben gab es Musik von unterschiedlichsten Kapellen und Chören zu hören, erstmals auch von den Kirchen-Rockern unter der Leitung von Pater Paul. Die beliebten Führungen durch die Schlosskapelle oder die Kutschenfahrten durch den Schlosspark wurden rege wahrgenommen.

Für Begeisterung sorgten auch die Modelleisenbahnfreunde, die eine originalgetreue Märklin-Anlage aus dem Jahr 1955/56 mit vier Mann in 30 Tagen aufgebaut hatten. Auf den fünf Strecken waren bis zu zwölf Züge unterwegs. Jung und Alt wurden nicht müde, die kleinen Fahrzeuge und die vielen Details der Anlage aus unterschiedlichen Perspektiven genauestens zu inspizieren. Auch die Taufkirchener Klöpplerinnen, die ihr Handwerk vorführten, und die Künstlergruppe Art Filusa, die ihre Werke wie alle Jahre in einer Gemeinschaftsausstellung vorstellte, erfreuten die Besucher. Gleiches galt für das Café im Fuggersaal, das von der Liedertafel betrieben wurde.

Advent im Schloss: Vorweihnachtliche Stimmung in Taufkirchen

Krönung beider Tage war der Auftritt der fünf Engerl, die weitere Fenster des Taufkirchener Adventskalenders öffneten und danach an der Tombola die Tagesgewinner zogen. Zwischen 200 und 400 Euro sind die täglichen Gewinne wert, freute sich Bürgermeister Franz Hofstetter bei es sich nicht nehmen ließ, die Gäste an beiden Tagen zu begrüßen. Möglich seien die „sensationellen“ Preise nur, weil örtliche Unternehmen wieder Waren und Gutscheine im Gesamtwert von 8000 Euro gespendet hatten.

Wenn am Montag, um 18 Uhr, das nächste Fenster geöffnet wird, singt dazu die Brucknerkantorei.

Birgit Lang

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