Tanz vor prächtiger Kulisse: Die Aktiven des Vokstrachtenvereins d’Vilstaler Gebensbach zeigten ihr Können mit musikalischer Begleitung vor dem Taufkirchener Wasserschloss.
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Tanz vor prächtiger Kulisse: Die Aktiven des Vokstrachtenvereins d’Vilstaler Gebensbach zeigten ihr Können mit musikalischer Begleitung vor dem Taufkirchener Wasserschloss.
2. Trachtenmarkt im Wasserschloss Taufkirchen
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2. Trachtenmarkt im Wasserschloss Taufkirchen

2. Trachtenmarkt im Wasserschloss Taufkirchen

Die ganze Welt der Tracht

Der 2. Trachtenmarkt im Wasserschloss Taufkirchen begeisterte am Wochenende Besucher und Aussteller gleichermaßen.

TaufkirchenWas hier binnen kürzester Zeit hochgezogen wurde, sucht Seinesgleichen: Der 2. Trachtenmarkt im Wasserschloss Taufkirchen überzeugte am Wochenende Aussteller und Besucher gleichermaßen. Das tolle Ambiente, das interessante Angebot unterschiedlichster Waren und alter Handwerkskünste sowie das dazu passende Rahmenprogramm wurden allseits gelobt. Der Dank dafür gebührt Angela Kräutler von der Gemeinde, die den Markt mit viel Herzblut und Liebe zur Tracht organisiert hat.

Bürgermeister Franz Hofstetter und Landrat Martin Bayerstorfer begrüßten die vielen Gäste bestens gelaunt bei einem Glas Sekt im urigen Holzstadl vor der Schlosswiese. Hofstetter erinnerte an seine eigene Trachtlerzeit Ende der 1960er Jahre. Bayern sei heute so erfolgreich, weil es authentisch sei, erklärte er.

Umrahmt von der Musik der Familie Ernst sowie Auftritten der Trachtler aus Gebensbach, Jodlkursen mit Marile Götz, Kapellen- und Schlossführungen sowie geselligem Singen auf der Schlossterrasse mit Erwin Schuss vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern, waren es rundum gelungene Ausstellungstage. Für die Bewirtung sorgten SOVIEs Welt und das La Barca-Team.

Stoffhändler Simon aus dem Allgäu, der schon „seit 50 Jahren Textil“ macht und auf vielen Trachtenmärkten unterwegs ist, meinte, Taufkirchen sei etwas ganz Besonderes. Bei ihm gab’s nicht nur hochwertige Dirndlstoffe aus Österreich, sondern auch Tipps, wie man den „Sattel beim Alpenrock mit Bogen“ am besten schneidert.

Neben ihm im Festsaal präsentierte Eva Harzer mit Mama Hilde Holzhammer aus Weichs bei Dachau handgefertigte, filigran verzierte Haarnadeln, Kämme, Spangen und Kropfketterl, die sie aus Cordonette-Draht fädelt. Das seien „eigene Entwürfe, von Klosterarbeiten abgewandelt“, erklärte Harzer, während sie an einem Wadelwärmer strickte. Denn Loferl, Socken, Kniestrümpfe und gehäkelte Trachtenstolas bot sie auch an.

Im Zimmer nebenan gab es ebenso feine Sachen, etwa die sogenannte Miederertasch Waakirchen, die Barbara Wimm aus eigenen Entwürfen zusammen mit drei Feintäschnern aus „pflanzlich durchgefärbtem Rindsleder, am allerliebsten nach Kundenwünschen“ herstellt. Drei Schritte weiter war die Dirndlkollektion von Christa Nasser aus Murnau zu bestaunen. Gediegen, aus soliden Naturmaterialien, zeitlos schön und langlebig, alles in Maßarbeit versteht sich.

Einen Stand weiter gewährte Elisabeth Schönauer aus Osterwarngau einen Einblick in das aussterbende Handwerk der Goldstickerei. Mieder, Schnurhut und prachtvolle Riegelhauben, bestickt sie mit Goldgespinst, bei dem die „Baumwollseele mit flachem Gold umwickelt ist“.

Die Hirschhornschnitzer Ernst und Elisabeth Diethart waren extra aus Hohentauern (Österreich) angereist, um ihre Barthülsen für den Gamsbart, Hirschrosen und Jagdmesser vorzustellen. Auch Adlerflaum hatten sie im Sortiment. „Das ist was ganz Besonderes, das kriegen wir nur ab und zu vom Falkner“, erzählten die beiden.

Was ganz Besonderes fand sich auch im Westflügel, etwa Federkielsticker Matthias Wiesheu. Er kam wieder nach Taufkirchen, „weil’s letztes Jahr schon so schön war“. Ein halbes Jahr Wartezeit braucht es für eines seiner reich verzierten Ranzenblätter, die mit bis zu 0,6 Millimeter dünnen Pfauenkielen bestickt werden und 1000 Euro aufwärts kosten.

Swetlana Becker aus Bad Aibling hat sich ebenfalls in ein altes Handwerk verliebt: den Blaudruck. Zwei Jahre lang hat sie gelernt, wie man aus bis zu 100 Jahre alten Bauernleinen wunderschöne Tischdecken, Kissenbezüge oder Kleidung fertigt. „Leinen braucht viel Arbeit, viel Walken, Kochen und Mangeln.“ Ebenso aufwändig sind das Bedrucken und das spätere mehrmalige Färben in der Küpe.

Im hintersten Kammerl im Erdgeschoss waren „Bayern und die Welt“ zu Hause. Hier verkaufte Beate Möbele aus Fürstenfeldbruck mit ihrer besten Freundin Inge Forster fantasievollen, günstigen Trachtenschmuck. „Es darf auch ein bisschen kitschig, bunt und retro sein“, fand sie. Ebenso kunterbunt ging es bei Renate Forster aus Obergangkofen zu, die „Welttracht“ anbot, bei der Stoffe aus Bayern mit Stoffen aus Japan, Afrika oder Australien kombiniert werden.

Bei strahlendem Sonnenschein war die Schlossterrasse bestens besucht. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich dort etwas Gutes für Leib und Seele zu gönnen.

Birgit Lang

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