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Zog ein positives Fazit: Kreisbrandinspektor Lorenz Huber bei seiner Analyse im Gemeinderat. Aufmerksame Zuhörerin war Planerin Regina Nöscher. 

Taufkirchener konzept

Wehren bestens gerüstet

Lorenz Huber ist zufrieden: Während andere Feuerwehren personell schon fast ausgeblutet sind, gibt es in Taufkirchen nichts zu jammern. Der Kreisbrandinspektor analysierte im Gemeinderat das Feuerwehrkonzept in der Vilsgemeinde.

von Birgit Lang

Taufkirchen „Es besteht kein akuter Bedarf bei den fünf Feuerwehren der Gemeinde Taufkirchen, die personale Ausstattung ist gut.“ Das war das Fazit der Ausführungen von Lorenz Huber, Kreisbrandinspektor West. Der Ingenieur aus Oberding erklärte dem Gemeinderat die aktuelle Feuerwehrbedarfsplanung.

Die Zehn-Minuten-Hilfsfrist sei die einzige rechtlich belastbare Zahl in Bayern und auch die einzige Planungsgröße, die gerichtlich belastbar sei. Sie errechne sich folgendermaßen: 1,5 Minuten für das Gespräch und die Disposition, vier Minuten Ausrückzeit – dies werde in der Vilsgemeinde durchschnittlich eingehalten – und 4,5 Minuten Anfahrtszeit. Das sei nicht viel, aber Taufkirchen sei in der glücklichen Lage, gleich fünf Feuerwehren zu haben und dadurch flächendeckend versorgt zu sein.

Huber listete die einzelnen Einsätze der Wehren auf. Die Zahl der Fehlalarme sei erträglich. „Sie haben gut funktionierende Brandmeldeanlagen“, meinte er. Das sei andernorts nicht der Fall. Dennoch: „Über’s Jahr gesehen, ist ganz schön viel los.“

Auch seine Tabelle über die aktiven Feuerwehrleute unter und über 18 Jahre zeigte ein gutes Bild. „Es gibt wenig Kommunen mit so vielen aktiven Feuerwehrleuten.“ Nur die Jugend könnte ein bisschen mehr sein, fand er. Mittelfristig gebe es kein Problem mit der Gesamtzahl der Feuerwehrleute. Auch tagsüber bringe jede Wehr die nötige Anzahl an Einsatzkräften, am Wochenende seien es sogar mehr als nötig. Es bestehe also „kein akuter Handlungsbedarf“.

Huber führte weiter aus, dass das gesamte Einsatzgebiet in Planquadrate eingeteilt worden sei und die Noten 1 bis 5 für die Versorgung vergeben wurden. Zweimal gebe es hier die Note 4, weil in diesen Bereichen zwei Bundesstraßen seien. Auch wo historische Gebäude oder Einrichtungen wie Schulen seien, gebe es Noten wie 3 oder 4. Die Randbereiche wurden mit 2 eingestuft. „So wie die Feuerwehrhäuser verteilt sind, ist es fast optimal. Es wurde nicht viel falsch gemacht in den letzten Jahren.“

Der Kreisbrandinspektor lobte auch den Fahrzeugbestand der Vilsgemeinde. „Sie haben jetzt schon die richtigen Fahrzeuge“, um Gefahren wie Verkehrsunfälle oder Hochwasser abzudecken. Was Gefahrenstoffe und Gifte betreffe, gebe es in der Gemeinde nichts Besonderes. Zudem sei die DLRG auch noch da, um zu helfen. Für Moosen sei eine Ersatzbeschaffung geplant.

Ein größeres Thema sei der Schlauchwagen 1000, der durch Logistikfahrzeuge ersetzt werde. Huber schlug deshalb vor, für 7000 Euro Schlauchboxen zu beschaffen. Der Landkreis habe seit dem 2013er-Hochwasser ganze Anhänger an F-Schläuchen: „Zwei Stück stehen in Erding.“ Einen könnten die Taufkirchener haben. Im vorgestellten Konzept wurde eine Alternative erarbeitet: Als Ersatz für den Schlauchwagen bräuchte man einen Unimog, rot lackiert und mit einen Kran versehen. Er könnte als Löschwasserfahrzeug, das bis zu 3000 Liter führt, für 130 000 Euro angeschafft werden. Den Rest übernehme der Landkreis. Mit diesem Fahrzeug könne man bei Hochwasser bis zu neun Kubikmeter in der Minute wegbringen. Auch sei es geländegängig, oder man könne einen Bulldog vorspannen. Damit bleibe man nicht so leicht stecken, meinte der Experte. Ein neuer Schlauchwagen würde 240 000 Euro kosten, also einiges mehr. Huber betonte, es handle sich hier um ein externes Gutachten: „Was umgesetzt wird, ist Sache der Gemeinde.“

FW-Gemeinderat Valentin Bitzer fragte, warum man nicht Dorfen für den Schlauchwagen gewählt habe. Das wäre näher. „Dorfen hat keinen Platz und kein Personal, um es zu bedienen. Wir wollen Dorfen nicht noch mehr aufs Auge drücken“, antwortete Huber. Korbinian Empl (FW) wollte wissen, ob im Konzept auch die Werksfeuerwehr Himolla berücksichtigt worden sei. „Nein“, erklärte der Kreisbrandinspektor. Sie sei in erster Linie für ihr Gelände zuständig und dürfe ihren Werkschutz nicht vernachlässigen. Abschließend meinte Bürgermeister Franz Hofstetter: „Wir werden uns am Bedarfsplan orientieren.“

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