Wildnispädagogik in Taufkirchen

Montessori-Schule weiter in der Schwebe

Taufkirchen – Eine Montessori-Schule mit Wildnispädagogik kann man sich in Taufkirchen sehr gut vorstellen. Darin war sich der Gemeinderat einig. Vorerst wird’s aber nichts damit, weil die Regierung von Oberbayern die „sehr neue Wildnispädagogik“ skeptisch sieht. Frühestens zum Schuljahr 2019/20 könnte das Projekt starten.

Seit vier Jahren plant der örtliche Montessori-Verein, in Taufkirchen eine Grundschule mit Wildnispädagogik zu eröffnen, berichtet Vorsitzende Cornelia Lenz. Dort sollen Montessori-Prinzipien und Wildnispädagogik ineinander greifen. Genau da sieht aber die Genehmigungsbehörde noch Probleme, so Lenz.

So könnte es ausschauen: Vier Tage lernen die Kinder in Klassenräumen im Wasserschloss. An einem Tag sind sie mit einem Wildnispädagogen im Wald bei Teufelsöd unterwegs. Dort ist auch der Oase-Waldkindergarten angesiedelt. Ein erster Antrag des Vereins 2016 sei bei der Regierung von Oberbayern gescheitert, sagte Lenz. 2017 habe man einen neuen Anlauf mit überarbeitetem Konzept gestartet. Auch das sei per Bescheid heuer im April abgelehnt worden.

Warum die Genehmigungsbehörde das Projekt ablehnt, ist Lenz und ihrem Team nicht ganz klar. Die Regierung habe erklärt, es fehle das „besondere pädagogische Interesse“ als wichtige Voraussetzung für die Gründung einer Privatschule. Es mangle an einer „Sinnhaftigkeit“ des Montessori-Lehrplans mit Schwerpunkt Waldpädagogik.

Der Gemeinderat sieht die Sachlage ein wenig anders. Christian Aigner (FW) erklärte, es sei der „fehlende Wille der Regierung von Oberbayern“, der das Vorhaben verhindere. Auch Lenz vermutet hinter der ablehnenden Haltung der Behörde „a gewisse politische G’schicht“. Eine Befürchtung sei wohl auch, die Montessori-Schule könne den Regelschulen Kinder wegnehmen, so dass dort dann keine Klasse mehr zustande komme. Lenze betonte: In so einem Fall würde man dann ein Kind nicht aufnehmen. Einzugsbereich der Montessori-Schule wären Taufkirchen und umliegende Gemeinden.

Der Verein ist sich jedenfalls sicher, dass auch mit dem Waldpädagogik-Konzept die Voraussetzungen für eine Privatschule gegeben sind. Starten will man mit einer gemischten Klasse der Jahrgangsstufen eins bis vier mit maximal 25 Kindern. Entmutigen lasse man sich nicht. „Wir halten an der Idee fest“, betonte Lenz.

Die Finanzierung der Schule sei neben staatlichen Fördermitteln vor allem durch Elternbeiträge gegeben. Das monatliche Schulgeld beträgt 250 Euro, einmalig sei zudem eine Einlage von 3000 Euro zu zahlen, die beim Verlassen der Schule wieder ausgezahlt wird, sowie eine Aufnahmegebühr (280 Euro) und Anmeldegebühr (20 Euro).

Es sei zwar „noch nicht 100-prozentig sicher“, aber der Vereine will einen erneuten Genehmigungsanlauf mit noch genauerer Konzeptbeschreibung unternehmen, so Lenz. Vor allem wolle man die bemängelte Verknüpfung zwischen Wildnispädadogik und Montessori-Konzept noch klarer aufzeigen. Eine Entscheidung dazu haben die Mitglieder in der Versammlung vergangene Woche aber noch nicht getroffen. Die Stimmung sei aber „eher mehr dafür“ gewesen, so Lenz. Im Gemeinderat hatte die Vereinsvorsitzende um politische Unterstützung gebeten. Dies versicherte ihr Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU). Er finde das Projekt gut.

Hermann Weingartner

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