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Bauausschuss Taufkirchen

Wirtshaus soll Wohnheim werden

„Erdinger 19“ steht groß auf der Fassade der Gaststätte Irsara in Taufkirchen. Das Wirtshaus ist aber bereits Geschichte und soll umgenutzt werden in ein Heim für kranke Menschen. Das gefällt nicht jedem.

Taufkirchen Das Gasthaus „Erdinger 19 – Irsara“ war einst ein gastronomischer Treffpunkt in Taufkirchen. Der Pächter hat jetzt aufgehört, und die Eigentümer wollen eine therapeutische Wohngemeinschaft für Menschen mit Suchterkrankung einrichten. Der Bauantrag wurde nun vom Taufkirchener Grundstücks- und Bauausschuss behandelt.

„So ähnlich wie im Gasthaus zur Post soll es werden, nur ein anderer Träger“, erklärte Sachbearbeiter Herbert Mayerthaler dem Gremium. Der Träger sei Prop, ein Münchener Verein für Prävention, Jugendliche und Suchttherapie. Aus den ehemaligen Gasträumen sollen Zimmer für die künftigen Bewohner werden. Im Erdgeschoss sind Ess-, Gemeinschafts- und Sozialraum, Küche und Toilettenanlagen für Damen geplant. Im Obergeschoss sollen anstelle der Pächterwohnung fünf Einzelzimmer mit einem gemeinsamen WC und einem Bad entstehen. Die bisherigen Gästezimmer im Dachgeschoss sollen als drei Einzelzimmer mit Nasszelle genutzt werden. Die Außenfassade soll gleich bleiben, die acht erforderlichen Stellplätze würden auf der Nordseite des Gebäudes auf eigenem Grund nachgewiesen.

Ziel sei es, suchtkranken Menschen in einem zeitlich individuellen Umfang einen Wohnraum zu bieten, in dem innerhalb eines suchtmittelfreien Umfeldes die Chance bestehe, die Abstinenz von Suchtmitteln, schwerpunktmäßig Alkohol, aufrecht zu erhalten und zu festigen, um eine Wiedereingliederung in das gesellschaftliche Leben zu ermöglichen. Das Angebot richte sich an Menschen, die bereits eine Entwöhnungs- oder Sozialtherapie erfolgreich abgeschlossen hätten. Nun sollen sie in eine therapeutische Wohngemeinschaft wechseln, um einer eigenständigen und weitestgehend abstinenten Lebensführung planvoll Schritt für Schritt mit reduzierter Betreuung und Begleitung näher zu kommen. Dazu gehöre auch das Einüben einer Tagesstruktur, die die Kontakt- und Begegnungsstätte von Prop Erding anbietet, sofern die Bewohner keiner Berufstätigkeit nachgehen würden.

Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) warf ironisch ein: „Solange wir Wirtshäuser haben, die zugesperrt werden können.“ Er gehe von „normaler Jugendhilfe“ aus, antwortete er auf die Frage nach der Zielgruppe. Es könne aber nochmal abgeklärt werden, ob es sich nur um Jugendliche mit Suchtproblemen handle, oder auch um Erwachsene, die die Einrichtung nützen können. Gegen die Nutzungsänderung sei grundsätzlich nichts einzuwenden, der baurechtlichen Änderung könne das Gremium zustimmen.

„Dann brauchen wir der Nutzung nicht mehr zuzustimmen?“, wollte Martin Huber (REP) wissen. Ihm sei es schon ein Anliegen, etwas mehr über das Vorhaben zu erfahren. „Wir haben die Nutzungsänderung für die Post gemacht. Das hat für Aufsehen gesorgt“, wandte er ein. „Wir haben die Klinik da, und jetzt kommt wieder was. Wird das nicht ein bisschen viel?“ Ratskollege Manfred Slawny (SPD) fand, dass Taufkirchen ganz gut mit dem Bezirkskrankenhaus lebe. „Irgendwo müssen sie ja hin. Prop ist ja ein guter Verein.“ Und Alois Maier (WGW) erklärte: „Es steht ,für Menschen mit Suchterkrankung’.“ Er lese nichts von Jugendlichen. Huber meinte, dass in Taufkirchen doch Sozialwohnungen gebaut werden, für die man ein Belegungsrecht habe und fragte, ob man sie nicht da unterbringen könne? Das sei nicht möglich, antwortete Hofstetter. Hier gehe es um Menschen, die nach einem Klinikaufenthalt in Wohngemeinschaften untergebracht werden sollen, mit dem Ziel, dass sie von der stationären Behandlung weg kommen. Das sei ein anderes Thema. Schließlich verschob er die Abstimmung auf die nächste Sitzung, in der der Verein sich vielleicht zu dem Vorhaben äußern könne.

Birgit Lang

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