Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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Beeindruckt vom Dokumentarfilm waren die meisten der Zuschauer im Kinocafé Taufkirchen. 

Dokumentarfilm „Weiloisirgendwiazamhängd“

Wo Bauern der Schuh drückt

Bauern sind empört, seit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in einer umstrittenen Öffentlichkeitskampagne mit neuen Bauernregeln für nachhaltige Landwirtschaft wirbt. Doch wo steht der Bauernstand wirklich? Der Frage ging man im Kinocafé Taufkirchen nach.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – Der Kreisverband der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) zeigte den Dokumentarfilm „Weiloisirgendwiazamhängd“ (Weil alles irgendwie zusammenhängt). Der KAB-Kreisvorsitzende Sepp Aigner erklärte eingangs, dass man mit dem Film, der auf Initiative des Agrarbündnisses Berchtesgadener Land/Traunstein entstand, zum Nachdenken anregen wolle. Aber gemeinsam solle auch überlegt werdene, was man besser machen könnte. In dem Film kommen Bauern, Imker, Gärtner, Wald- und Jagdspezialisten, aber auch Bäcker sowie Mitarbeiter vom Bund Naturschutz und von Eine-Welt-Läden zu Worte. Sie weisen auf ihre Probleme hin und zeigen ihre Lösungen und Möglichkeiten auf, wie eine zukunftsweisende Landwirtschaft aussehen könnte. So etwa, wie durch Regionalvermarktung der Entwicklung zu immer größer werdenden Betrieben, zu immer intensiverer Bodenbewirtschaftung hin zur industriellen Produktion von Nahrungsmittel entgegensteuert werden könne.

Immer wieder wurde in dem Film die Kritik und die Angst vieler Bauern „an der von oben diktierten Wachstumspolitik“ laut, die ihnen die Lebensgrundlage nehme. Im Gespräch mit Schorsch Platzhalter, Moderator des Films, wurde klar, dass sich auch immer mehr Verbraucher eine ökologische, nachhaltige Landwirtschaft wünschen. Monokulturen, Massentierhaltung und weltmarktorientierte Vermarktung seien bestimmt nicht der falsche Weg, so das Credo des Films. Gefordert wird vielmehr, sozial gerecht, ökologisch durchdacht und umweltschonend zu agieren.

Der Film appellierte zudem an die Mitverantwortung der Landwirte, dass sich jeder für Veränderungen im seinem Bereich einsetzen sollte, damit die Landwirtschaft zu einem partnerschaftlichen Miteinander mit den Konsumenten finden könne. Die bäuerliche Kulturlandschaft zu schützen, die Arbeit der Bauern zu schätzen, den Tierschutz ernst nehmen und fairen Handel und Klimaschutz in die Überlegungen mit einzubeziehen: Das sind weitere Botschaft des Filmes und das fordert auch das Agrarbündnis. Denn mit einem bisschen gesundem Menschenverstand komme man drauf, dass in der Natur alles zusammenhänge.

Dass auch die örtlichen Bauern mit der Entwicklung unzufrieden sind, wurde bei der Diskussion mit Josef Schmid, dem Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, klar. Kritisiert wurde vieles: Politik, Subventionen und Überreglementierung, Discounter und Industrie, die die Preise diktierten, aber auch die Gier von Bauern, die bei dem allen mitmachten und „selber schuld seien“, wenn sie in diese Fall tappten.

Am 16. Februar zeigt die KAB in Taufkirchen den nächsten Film: „Alles unter Kontrolle“. In seiner neuen Dokumentation geht Werner Boote (Plastic Planet, Population Boom) der Frage nach, wie viele Informationen wir in unserem Alltag wirklich unfreiwillig teilen.

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