Acht-Familien-Haus mit zwölf Carports

Zufahrt könnte zum Problem werden

Schon wieder eine Nachverdichtung in Taufkirchens Ortsmitte: Ein Acht-Familien-Haus mit zwölf Carports soll auf einem Grundstück an der Dorfener Straße in zweiter Reihe entstehen. Problem ist die Zufahrt.

Taufkirchen Der Vorbescheidsantrag für ein Acht-Familien-Haus mit zwölf Carports an der Dorfener Straße wurde bei der Gemeinde eingereicht. Weil es sich um eine Grenzbebauung handelt, wurden die Nachbarn, insbesondere der östlich anliegende Otmar Zeilbeck, vom Grundstücks- und Bauausschuss befragt. An seiner Werkstatt, einem 29 Meter lang gezogenem Baukörper, dem ehemaligen Roxy-Kino, sollen die Carports errichtet werden. Die Zufahrt ist über ein Geh- und Fahrtrecht durch das Anwesen des Antragstellers an der Dorfener Straße vorgesehen.

Das Landratsamt habe damit grundsätzlich keine Probleme, wenn dies im Grundbuchamt eingetragen und damit gesichert werde, erklärte Sachbearbeiter Hans Baumgartner dem Gremium. Jedoch habe die Behörde Bedenken, was die Zukunft anbelange, wenn acht verschiedene Wohnungseigentümer über diese Flächen fahren müssen. Denn in vergleichbaren Fällen habe es schon Ärger gegeben.

Zeilbeck erklärte: „Ich habe grundsätzlich nichts gegen das Haus“. Ihm gehe es darum, dass entlang seines Gebäudes die zwölf Stellplätze gebaut werden sollen. Er frage sich, wie das funktionieren soll, weil das Gelände vom geplanten Haus bis zu ihm hin ungefähr zwei Meter runter hänge. „Ich habe extra eine Drainage eingebaut. Es ist enorm, was da Wasser daher kommt.“

Der Bauausschuss, der das Vorhaben schon einmal behandelt hatte, war sich nicht über das Einfügungsgebot einig, fuhr Baumgartner fort. Vom Landratsamt gab es dazu noch keine Aussage. Da es sich um einen zweigeschossigen Bau mit Dachgeschoss handle und es von der Grundfläche her in der näheren Nachbarschaft Gebäude mit der gleichen Größe gibt, gehe er nicht von Problemen aus.

Bürgermeister Franz Hofstetter schlug vor, dass sich der Antragsteller, dessen Vater und der Architekt mit Nachbar Zeilbeck zusammensetzen sollen, um sich Gedanken zu machen, ob die Carports direkt an die Hausmauer angebaut werden müsse, und wie die Erschließung funktionieren soll. Es gebe dort zwar einen Fußweg, den Korbinianweg, aber der sei nur drei Meter breit. Ob dieser als künftige Zufahrt dienen könne, müsse vorab geklärt werden. „Auch das Oberflächenwasser muss geordnet abfließen können.“ Das müsse alles im Bebauungsplan stehen, wenn man schon einen mache.

All diese Themen sollten geklärt werden, bevor das Vorhaben ins Verfahren geschickt werde, betonte Hofstetter. Denn nachher Lösungen zu finden, sei sehr viel schwieriger, vor allem, wenn das Bauvorhaben später geteilt werde, was ja offensichtlich der Fall sei. „Es ist eine alte Weisheit: Wenn es viele Eigentümer sind, hat man keine Chance mehr eine Lösung zu finden. Da ist der Ärger vorprogrammiert, und den hat dann zum Schluss wieder die Gemeinde.“

Valentin Bitzer (FW) fragte, ob die große Freifläche über dem Bauvorhaben auch bebaut werden soll und wo die Zufahrt geplant sei. Dies sei angedacht, antwortete Hofstetter und erklärte, dass genau an der Grenze ein Weg sei, an dem Bäume stünden, die „zum jetzigen Zeitpunkt nicht angreifbar sind, und es muss auch das nachbarschaftliche Einverständnis vorliegen“. Thomas Unterreitmaier (CSU) warf ein, dass der Korbinianweg „echt schmal“ sei. Dort ein Acht-Familien-Haus reinzubauen, „da gibt es nur Ärger“, vor allem mit der „Zufahrt über die Dorfener Straße. Das passt nicht.“ Auch Alois Maier (WGW) war nicht begeistert: „Nachverdichtung ist schön und recht, aber ein bisschen Wohnqualität sollte schon noch aufrecht erhalten“. Peter Attenhauser (REP) überlegte wiederum, ob man das Vorhaben nicht auf sechs Einheiten reduzieren könne. Dann könnte man die Parkplätze vom Zeilbeck wegrücken.

Birgit Lang

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