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Ungewohntes Terrain: Braumeister Thomas Drechsel legte bei der Renovierung der Fassade mit Hand an.

Brauerei Taufkirchen

Zwei Jubiläen, drei Festtage

Am Wochenende geht es auf dem Gelände der Brauerei Taufkirchen rund. Es gibt nämlich gleich zwei Jubiläen zu feiern: 375 Jahre Brauhaus und 100 Jahre Guts- und Brauereigenossenschaft.

Taufkirchen Erstmals schriftlich erwähnt wurde das vom Adelsgeschlecht der Fugger gegründete Taufkirchener Brauhaus im Jahr 1642. Bis heute existiert es. Oft wechselte das Brauhaus den Besitzer. Bis einige engagierte Bürger – Bauern und Geschäftsleute aus Taufkirchen und der Umgebung – vor 100 Jahren die Guts- und Brauereigenossenschaft gründeten und das gesamte Gelände, inklusive Wasserschloss, kauften.

Der Großteil des Besitzes von 620 Tagwerk wurde von den Genossen wieder verkauft. 200 Tagwerk mit Schloss im Januar 1920 an den Landarmenverband Oberbayern, dem heutigen Bezirk Oberbayern. Braumeister Mittermayer wurde die Verwaltung und Betriebsführung der Brauerei übertragen, die er bis 1956 inne hatte.

In den folgenden Jahren wurde der Guts- und Brauereibetrieb immer wieder auf Vordermann gebracht und modernisiert sowie um Gastwirtschaften erweitert. 1930 wurde der Wagnerwirt und 1937 der Weißbräu erworben. Der Metzgerwirt wurde 1955 für zehn Jahre gepachtet, mit Himolla-Gründer Carl Hierl als Unterpächter.

Unter dem nächsten Braumeister Martin Ostermeier wurden ab 1956 große Investitionen getätigt, der Gärkeller mit großen Aluminium-Bottichen und die halbautomatisierte Flaschenfüllerei neu erstellt, der Bestand der Lagertanks nach und nach aufgestockt, der Weißbräu-Saal neu gebaut und ein neues Sudwerk in Betrieb genommen. 1972 wurde ein neues Betriebsgebäude für die Flaschenfüllerei, Büro- und Lagerräume sowie für den Getränkeabholmarkt errichtet.

Mit Braumeister Theo Unterreitmeier entschloss sich die Verwaltung 1974 dazu, alkoholfreie Getränke wie Limo, Brause und Cola-Mix herzustellen. Der Taufkirchener Spezi entwickelte sich zum Verkaufsschlager, genießt bis heute einen hervorragenden Ruf und kam kürzlich auf Platz vier bei einem nationalen Ranking.

In den folgenden Jahren wurden die Voll- und Leerguthalle erweitert, eine moderne Flaschenfüllerei mit 8000 Flaschen in der Stunde in Betrieb genommen und drei neue, flachkonische Gärtanks aus Edelstahl sowie ein Edelstahl-Weißbier-Bottich gekauft. Unter Geschäftsführer Heinrich Huber erfolgte 1990 die EDV-Umstellung, die Laster-Garagen und der Weißbräu wurde einmal mehr saniert. 2006 wurde eine neue Abfüllanlage installiert, eine der größten Investitionen in der Geschichte der Brauereigenossenschaft.

Seit 2011 bilden Vorstandsvorsitzender Valentin Vorbuchner, Braumeister Thomas Drechsel und Verkaufsleiter Rudi Maly das Trio, das die Genossenschaftsbrauerei in die Zukunft führen soll. Und das machen sie äußerst erfolgreich. 25 Produkte erzeugt die Brauerei heute. Dabei ist es Braumeister Drechsel wichtig, den Wünschen der Kunden gerecht zu werden, ohne den Traditionsanspruch einer Landbrauerei zu vernachlässigen. Ihm liegt es am Herzen, charakterstarke Biersorten handwerklich zu brauen. 25 Produkte werden in Eigenerzeugung hergestellt, darunter Helles, Pils, das beliebte Festbier, das nicht nur beim Taufkirchener Volksfest ausgeschenkt wird, sowie Craft Biere. Die Brauereigenossenschaft hat aktuell 189 Mitglieder und bietet 25 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz vor Ort. Die Mitgliedschaften werden in der Regel vererbt.

Das denkmalgeschützte und geschichtsträchtige Brauereigebäude zählt mittlerweile zu den wenigen erhalten historischen Baukomplexen im Ort. Zum Jubiläumsjahr wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten begonnen, die pünktlich zum Jubiläum abgeschlossen worden sind. Gefeiert werden die beiden Jubiläen drei Tage lang.

Festprogramm:

Freitag, 24. März: Genossenschaftlicher Ehrenabend mit geladenen Gästen ab 19 Uhr. BR-Moderator Markus Tremmel führt durchs Programm.

Samstag, 25. März: Taufkirchener-Bier-Nacht im Festzelt mit der Band Dolce Vita. Beginn: 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Sonntag, 26. März:Tag der offenen Tür von 11 bis 17 Uhr. Bei laufendem Betrieb können sich die Besucher viele Vorführungen rund um die Produktion anschauen. Sie erfahren Wissenswertes über die Produkte und auf einer Vorführanlage, wie in Taufkirchen Bier gebraut wird. Es gibt ein Programm für Kinder und bayerische Schmankerl im Festzelt. Es spielt die Holzland Blaskapelle.

Birgit Lang

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