Bereit zum Auszug: Sternsinger und viele Gläubige beim Gottesdienst. Foto: Lang

Taufkirchener Sternsinger: Unterwegs mit Kreide, Weihrauch und Liedern

Taufkirchen - 16 Gruppen mit fast 70 Personen haben sich als Heilige Drei Könige auf den Weg gemacht, um in Taufkirchen Spenden für bedürftige Kinder in Bolivien zu sammeln.

Seit zwölf Jahren organisiert und kümmert sich Roswitha Schäffner federführend um die Schar - mit großem Engagement. „Es macht mir einfach Spaß. Ich bin selber mitgegangen früher. Da sammelt man viele Erfahrungen. Es macht Freude, wenn man sieht, wie die Kinder mitmachen, auch wenn es viele Stunden Zeit in Anspruch nimmt.“ Zwei Nachmittage lang marschieren die Gruppen von Haus zu Haus, um ihren Segensspruch „Christus mansionem benedicat“, kurz „C + M + B“ mit Kreide an die Türen zu schreiben. „Christus segne dieses Haus“, heißt es übersetzt.

Caspar, Melchior und Balthasar sind die Namen der Könige, die nach Bethlehem kamen, um dem Jesukind ihre Aufwartung zu machen und ihm Geschenke darzubieten. Dass alle notwendigen Materialien im Pfarrheim, wo sich alle umziehen, vorhanden sind, dafür sorgt die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Um die Kreide für das Schreiben der Initialen, den Weihrauch, die Kohle zum Anzünden des Weihrauchs und das Weihrauchfass sowie die Gewänder. Auch viele andere Kleinigkeiten, etwa die Liederzettel, fallen in ihr Ressort. Nur ein großes Gruppenvorbereitungstreffen findet vor Weihnachten statt. Danach haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene daheim Zeit, die Lieder zu lernen. Viele Sternsinger gehen immer wieder mit, manche mit ihrer ganzen Familie, wie etwa die Schwabes mit ihren drei Kindern. Ihr Sohn ist heuer der jüngste Teilnehmer. „Durch persönliche Ansprache von Pater Paul und durch Aufrufe im Kirchenanzeiger und im Gemeindeblatt haben sich dieses Jahr erfreulich viele Sternsinger gefunden“, sagt Schäffner. Ministranten seien auch einige dabei.

Meistens werden die Sternsinger sehr freundlich von den Menschen aufgenommen, für die Kinder gibt es oft Süßes - und natürlich die Spenden. Die Gelder werden dem Kindermissionswerk übergehen. „Es geht darum, dass die Kinder weltweit bessere Lebensbedingungen erhalten“, erklärt Schäffner.

In den vergangenen Jahren haben die Taufkirchener Sternsinger immer zwischen 8000 und 9000 Euro eingenommen. „2015 war ein Rekordjahr. Da haben wir 10 000 Euro geschafft, so viel wie noch nie“, sagt die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates strahlend. Mit großer Spannung erwartet jede Gruppe immer ihr eigenes Ergebnis. Die erste ist am Dienstagvormittag gestartet, die zweite am gestrigen Mittwoch, nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche, nachdem sie Pater Paul ausgesandt hatte. Wenn sie ins Pfarrheim zurückkehren, wartet Schäffner schon auf sie, damit gemeinsam das Geld gezählt wird. „Da sitzen die Kinder dann mit großen Augen da und sind mächtig stolz, wenn sie recht erfolgreich waren.“ Natürlich ist es auch anstrengend, bei eisiger Kälte mehrere Stunden von Haus zu Haus zu marschieren. Aber die Gewänder, die Marianne Maier näht und immer wieder ausbessert, wenn was kaputt geht, sind großzügig gehalten. Damit eine dicke Winterjacke gut darunter passt. Außerdem tragen die Taufkirchener Sternsinger seit einiger Zeit statt Kronen lieber Turbane. „Die reichen über die Ohren, sind warm und ersetzten die Mützen.“

Natürlich gibt es auch Menschen, die mit dem Brauch nicht viel anfangen können und nicht begeistert sind. Aber von negativen Erfahrungen will die Vorsitzende lieber nichts erzählen.

Birgit Lang

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Anrufer droht mit Bombe am Flughafen München - Air-Berlin-Jet gestoppt
Wenn es ein Scherz war, dann einer von der üblen Sorte. Ein anonymer Anrufer hat am Samstag behauptet, dass an Bord einer Maschine nach Sardinien eine Bombe versteckt …
Anrufer droht mit Bombe am Flughafen München - Air-Berlin-Jet gestoppt
Beim Abbiegen Auto übersehen
Heftig gekracht hat es am Freitagabend auf der Wasserwerkkreuzung in Altenerding. Zwei Menschen wurden verletzt, als zwei VW-Passat gegen 18.10 Uhr zusammenstießen.
Beim Abbiegen Auto übersehen
Zwei Erdinger zaubern Grün in die Wüste
Großer Erfolg für Vitus Pirschlinger und Michael Schmidt. Die beiden Landschaftsgärtner aus dem Landkreis Erding wurden bei der Berufe-WM in Abu Dhabi Sechste im …
Zwei Erdinger zaubern Grün in die Wüste
Wunsch nach mehr Erding-Fahrten
Der Wunsch der Gemeinden Buch, Forstern und Pastetten nach einer besseren Busverbindung nach Erding besteht nach wie vor, wie nun ein CSU-Stammtisch gezeigt hat. …
Wunsch nach mehr Erding-Fahrten

Kommentare