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Spiel im Spiel: Die abgedrehten Komödianten (v. l.) David Vadász, Philipp Keuchel, Nelda Preller, Tabea Bitterlich, Maya Hack und Matthias Wiesemes proben ihr Stück.

Anne-Frank-Gymnasium

Zwischen Komik und Leidenschaft

Erding - Die Theatergruppe des Anne-Frank-Gymnasiums brilliert mit Shakespeares „Sommernachtstraum“. Mit einem Stück im Stück spielt die Handlung auf mehreren Ebenen.

Die vielen Facetten der Liebe lassen William Shakespeares „Sommernachtstraum“ in schwindelerregenden Farben schillern. Eine frische und freche Inszenierung des großen Bühnenstoffs gelang der Theatergruppe des Anne-Frank-Gymnasiums unter der espritreichen Leitung von Margit Pfeiffer-Schneider. Am Freitagabend war Premiere.

Wer liebt hier eigentlich wen? Und was ist die Liebe überhaupt: despotischer Geschlechterkampf, gesteuerter Zufall, romantisches Lebensschicksal, wankelmütiger Rauschzustand oder schlicht und ergreifend eine trügerische Eselei? Fragen über Fragen werden in diesem Wechselspiel der Paarbeziehungen aufgeworfen. Vor allem sorgt das für sinnenfreudigen Theaterspaß, der den Blick in die Abgründe menschlicher Emotionen nicht scheut.

Der wild wuchernde Wald fernab vom gesellschaftlichen Regelwerk gezügelter Leidenschaft wird zur naturhaften Spielwiese für hemmungslose Begierden und Liebesdramen. Schließlich herrschen hier die Elfen mit ihrem König Oberon (Thorben Lutz) und der Königin Titania (Zoe Hentschel). Selbst im Feenreich fliegen die Fetzen zwischen Mann und Frau.

Eine weitere Ebene ist das Spiel im Spiel mit einer herrlich abgedrehten Laienspielgruppe, die dem Hof ihr Stück präsentiert - ein ironischer Kommentar zu den Varianten der Liebe.

Das Darstellerensemble der Schule kann in dieser vielschichtigen Aufführung verschiedenste Begabungen zeigen. So begeisterte Carla Schmutter nicht nur als liebeskranke Helena, sondern auch als ausdrucksstarke Sängerin. Sie sang zur Klavierbegleitung von David Vadász teils im Duett mit Miriam Kressierer, die als temperamentvolle Hermia nur so über die Bühne wirbelte.

Wandlungsfähig zeigte Maya Hack ihr komisches Talent in der Rolle der Regisseurin der kunterbunten Komödiantenschar. Über diese Begabung verfügt auch Matthias Wiesemes, der den Schauspieler Zettel urkomisch und mit untergründigem Tiefgang gab. Catharina Michalek gestaltete den Schabernack treibenden Puck mit durchtriebenem Charme. Dem aufmüpfigen Lysander (Fabian Lindner) stand der wohlerzogene Demetrius (Fabian Fleischer) gegenüber.

Dass bei all dem vitalen Gefühlschaos letztlich dennoch die Ordnung im lustvoll durcheinander gewürfelten Paarsystem wiederhergestellt wird, ist ein Happy End mit perfider Raffinesse. So wie die Elfen subversiv die Geschicke der Menschen beeinflussen, so steuern die vielen unsichtbaren Akteure hinter den Kulissen die magische Bühnenmaschine. 

Bilder: Sommernachtstraum am Anne-Frank-Gymnasium

vev

Die Aufführungen:

am Samstag, 12. März, am Montag, 14. März und am Dienstag, 15. März, jeweils um 19.30 Uhr in der Schulaula.

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