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Schlafen mit Südsee-Feeling: Alle Zimmer öffnen sich zu einem Atrium, das eine eigene Palmen-Wasser-Landschaft bietet.

Therme Erding wird doppelt so groß: Inhaber investiert 100 Millionen Euro

Erding – Die Therme Erding, schon heute größte Wellness- und Saunalandschaft Europas, steht vor der größten Erweiterung seit der Eröffnung 1999. Am Dienstag stellten die Inhaber Josef und Jörg Wund die Pläne für das 100-Millionen-Euro-Projekt vor. Die Fläche soll mehr als verdoppelt werden.

+++ Aktuell +++ Doppelter Ärger in der Therme Erding

„Wir wollen die Therme Erding zum Urlaubs-Resort weiterentwickeln“, sagte Inhaber Josef Wund in einer Pressekonferenz, an der auch Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Max Gotz teilnahmen. Vor allem Familien mit Kindern wolle man sich stärker öffnen, so Wund. Besucher, die Ruhe und Wellness wollen, dürfen sich auf auf eine neue exklusive Urlaubs- und Badelandschaft freuen, informierte Wund, in der jetzigen Sauna und in einer – neuen – Vital-Therme.

Die Zimmer: Sie lassen sich rasch umbauen – für Tagungs- oder Badegäste.

Im Mittelpunkt der Pläne steht das seit vielen Jahren gewünschte, aber immer wieder gescheiterte Hotel. Wund sagte: „Wir nehmen das jetzt selbst in die Hand und wollen Hotel neu definieren.“ Geplant sei eine Herberge mit 250 Zimmern. „An den Wochenenden sind hier die Badegäste, unter der Woche vor allem Seminar- und Kongressteilnehmer. Die Räume können rasch umwandeln.“ Die Hotelzimmer öffnen sich nach innen zu einem verglasten Atrium mit einer Palmen und einer tropischen Wasserlandschaft. In einem zweiten Schritt ist ein komplettes Feriendorf an beziehungsweise in einem See vorgesehen. Langfristig peile man auf der ganzen Anlage rund 1000 Betten an.

Mehr als doppelt so groß wird die Therme in einigen Jahren sein. Es entsteht eine komplett neue Ferienlandschaft. Rechts in der Bildmitte: das neue Hotel, unten die B 388.

Damit verbindet der Investor ein klares Ziel: „Wer die Therme Erding besucht, bleibt nicht mehr nur ein oder zwei Tage, sondern gleich eine ganze Woche. „Man muss ja nicht immer weit weg fliegen“, so der Unternehmer vom Bodensee. Schon heute benötigt der Gast nach interner Berechnung drei Tage, will der alle Angebote in der Therme kennenlernen, berichte Jörg Wund.

Von der Erweiterung sollen auch Stadt und Landkreis Erding profitieren. Josef Wund geht davon aus: „Wer länger bleibt, der schaut sich auch die Region an.“ Eine neue Verkehrslawine fürchtet er nicht. „Gäste, die länger bleiben, verursachen längst nicht so viel Verkehr wie Tagesbesucher.“ Die Vision des Investors: „Wir wollen Erding noch stärker als heute zu einem bekannten Urlaubsort entwickeln.“ Schon heute umfasst der Einzugsbereich der Therme bis zu 500 Kilometer. Besonders gut vertreten sind Gäste aus Österreich und Südtirol. „Nach München hat Erding die zweitmeisten Gäste“, rechnete Wund vor. Die Bettenauslastung sei rekordverdächtig.

Streifzug durch die Therme Erding

Streifzug durch die Therme Erding

Zum Urlaubsfeeling gehört für die Wunds auch, dass Eltern und Kinder getrennte Wege können. „Wir arbeiten an einem Animations- und Unterhaltungsprogramm für Kinder und Jugendliche, um so die Eltern zu entlasten.“ Dazu soll Europas größtes Rutschenparadies Galaxy um ein Young Galaxy erweitert werden. Der Ausbau hat, wie berichtet, heuer begonnen. 20 Bahnen sollen es demnächst sein – ein, so Jörg Wund, weiterer Europarekord.

Die ursprüngliche Therme wird mit dem Rutschenpark Galaxy zum Familienbad zusammengelegt. Dazu kommt ein neues Wellenbecken mit Strand und Eventflächen. Dort ist ein zweites Hotel vorgesehen – für Familien.

Investoren und Politik ziehen an einem Strang (v. l.): Bürgermeister Max Gotz, Jörg und Josef Wund sowie Landrat Martin Bayerstorfer gestern in der Pressekonferenz.

Landrat Bayerstorfer sagte: „Wir bekommen heute wieder mal einen Superlativ vorgestellt. Bislang hat die Familie Wund selbst den übertroffen.“ Längst sei die Therme neben dem Weißbier der Botschafter, „der den Namen Erding in die Welt hinausträgt“. Als Landrat erhoffe er sich einen weiteren Aufschwung für den Tourismus in der Region.

Bürgermeister Gotz bekannte: „Es ist schon etwas ganz Besonderes, ein solches Projekt als Bürgermeister begleiten zu dürfen.“ Politik und Wirtschaft würden hier weiter an einem Strang ziehen. „Wo Sie meine Unterstützung benötigen, bekommen Sie sie“, so der Stadtchef. Schließlich sei man Chancennutzer und nicht Verhinderer. „Unserem Land wünsche ich mehr Investoren vom Schlage eines Josef Wund.“

Zum Baubeginn erklärte er: „Die Genehmigungsverfahren laufen. Sobald die erledigt sind, fangen wir an.“ Dies könne bereits Mitte 2012 sein. Auf die Finanzierung angesprochen, erklärte er, erste Gespräche mit regionalen Banken, aber auch den großen Geldhäusern liefen – „und das nicht schlecht“.

Hans Moritz

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