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Direkt neben dem Galaxy (Kiesfläche am rechten Bildrand) soll das neue Familienbad Palmengarten entstehen. Noch hat die Stadt allerdings nicht unerhebliche Einwände.

Therme plant neues Familienbad

Erding - Die Therme Erding steht vor ihrer nächsten Expansion. Inhaber Josef Wund plant die Erweiterung des Rutschenparks Galaxy um ein Familienbad mit riesiger Wasserfläche und Palmenwald.

Dem Bauausschuss des Erdinger Stadtrates lag am Dienstag ein Antrag für das neuerliche Millionenprojekt vor. Grundsätzlich wurde die Investition begrüßt, dennoch stellten die Stadträte die Ampeln vorläufig auf Rot. Ein Teil des Neubaus ragt in ökologische Ausgleichsflächen für Europas größte Thermen- und Saunalandschaft. Hier verlangt die Politik mindestens Ersatzgrundstücke. Zudem möchte das Gremium ein Parkplatz-Gesamtkonzept. Bürgermeister Max Gotz erinnerte an die vielen zugeparkten Wiesen und Straßen rund um die Therme zuletzt während der Weihnachtsferien.

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Die Planungen für das Familienbad Palmengarten laufen dennoch auf Hochtouren. Inhaber Josef Wund verriet unserer Zeitung erste Details. „Wir wollen eine Wasserfläche schaffen, die dreimal so groß ist wie unsere bisherigen Becken.“ Wund schwebt eine von Palmen durchsetzte Lagune vor, die durch eine neue Dachverglasung lichtdurchflutet sein soll.

Die Wasserfläche ist den Worten des erfindungsreichen Architekten vom Bodensee zufolge multifunktional nutzbar. „Es kann eine stille Oberfläche sein, auf der wir auch Schifferl fahren lassen wollen. Wir werden aber auch einen Wellenbetrieb einrichten, der sogar eine Monsterwelle zulässt.“ Die dazu erforderliche Technik befinde sich soeben in der Entwicklung. Je nach Nutzung werde entsprechende Musik gespielt.

Wund will mit dem neuen Bad mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. „Das Galaxy ist vor allem etwas für Kinder. Deren Eltern sehnen sich aber nach Ruhe und Licht. Die sollen sie künftig im benachbarten und direkt zugänglichen Palmengarten finden“, so der Investor. Dann könne man endlich der gesamten Familie mit Kindern unterschiedlichen Alters etwas bieten.

Weiterer Aspekt: In der ursprünglichen, vor zehn Jahren eröffneten Therme kollidieren nach den Worten Wunds die Interessen jüngerer und älterer Besucher. „Ich kann hier aber erst eine Trennung herbeiführen, wenn ich Kindern und Jugendlichen nicht bloß die Rutschen biete. Auch dort muss ein Gesamtpaket her“, so Wund. Sein Credo: „Die Leute sollen nicht mehr fliegen müssen, wenn sie Südsee-Urlaub machen wollen. Den gibt’s auch vor der Haustüre.“ (ham)

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