Benefiz-Golf: Thomas Müller (5. v. l.) lud zu einer Runde zugunsten Young Wings, der Onlineberatung für trauernde Kinder, ein. Auch Hasan Salihamidzic (r.) war dabei. Foto: pir

Benefiz-Golfturnier in Eichenried

Lieber Eichenried statt Venedig

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Für das Projekt Young Wings, eine Onlineberatung für trauernde Jugendliche,  ließ Thomas Müller sogar die Hochzeit von Bastian Schweinsteiger sausen.

Eichenried – Hat sich Thomas Müller bei der Europameisterschaft auf Bairisch oder in Englisch beschwert? Das wollte Julian Schweiger (Name geändert) vom Fußballstar wissen. Gelegenheit dazu sollte er noch bekommen, denn der Weltmeister nahm sich gestern viel Zeit für Julian und ein gutes Dutzend weiterer Jugendlicher, die Schicksalsschläge zu überwinden haben. Müller lud nach Eichenried zum Benefiz-Golfturnier zugunnsten von Young Wings ein. Das ist die Onlineberatungsstelle für trauernde Kinder und Jugendliche.

Der Hintergrund: In Deutschland leben laut Stiftungsgründerin Martina Münch-Nicolaidis über eine Million trauernde Kinder und Jugendliche, die ein enges Familienmitglied verloren haben. „Der Umgang mit Verlust und Trauer bei Kindern und Jugendlichen und vor allem die Auswirkungen auf ihr weiteres Leben werden in unserer Gesellschaft bisher nicht genügend wahrgenommen. Für Young Wings und unsere Stiftungsarbeit ist es ein großes Geschenk, einen so bekannten und vor allem engagierten und authentischen Botschafter zu haben“, sagte Münch-Nicolaidis.

Dass ihm das Projekt eine Herzensangelegenheit ist, beweist schon, dass Müller für das Turnier sogar die Hochzeit von Bastian Schweinsteiger sausen ließ. Ja, er sei schon eingeladen gewesen, erzählte er, aber dann wäre es mit dem Turnier hier in Eichenried eng geworden. In seinem Bekanntenkreis sei er noch nicht mit einer solchen dramatischen Situation in Berührung gekommen, sagte Müller bei der Pressekonferenz. Er sei aber auch nicht der Mann, der die Trauerarbeit übernehmen soll. Vielmehr wolle er dafür sorgen, dass jene Kinder für ein paar Stunden Spaß haben. Deshalb lud er die Kinder zum großen Programm ein: Schnuppergolfen, Chipp-Challenge.

Zuvor stellte er sich noch den Journalisten, teilte Nettigkeiten aus („Carlo Ancelotti – ein sehr angenehmer Typ. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“). Er erzählte von seinen Urlaubsplänen („Erstmal zuhause, aber wir haben noch eine Variante mit Strand im Kopf“). Kurz rüffelte er die Presse („Aufgesetzte Ignoranz“), die vom Triple-Druck der Bayern berichten. Niemand beim FC Bayern fordere, „dass wir das Triple holen müssen“. Man könne sich das schon als Ziel setzen. Der FCB sei in der abgelaufenen Saison ja sehr weit gekommen. Aber vieles hänge eben von Kleinigkeiten ab. „Das hat man auch bei der Europammeisterschaft gesehen“, sagte das Bayern-Ass.

Seiner Meinung nach sei das Nationalteam souveräner aufgetreten als in Brasilien, „aber da sind wir halt Weltmeister geworden“. Selbstkritisch fügte er aber hinzu, dass er im Halbfinale gegen Frankreich die Rolle des Mittelstürmers besser hätte annehmen müssen. „Ich hätte akzeptieren müssen, dass ich mal über 20 Minuten keinen Ballkontakt habe. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich dann nutzlos bin.“ So sei er nach außen ausgewichen, „um dann zu merken, dass niemand in der Mitte steht. Da hätte ich disziplinierter sein müssen“.

Jetzt sei aber erst mal für einige Wochen Schluss mit Fußball. „Ich werde versuchen, nicht jedes Freundschaftsspiel, das live übertragen wird, in voller Länge anzusehen“, grinste er und machte sich auf zum ersten Abschlag. Schließlich war er ja zum Golfen hier. Gemeinsam mit Ex-Bayern-Profi Hasan Salihamidzic ging er über den Kurs. Auch der ehemalige FCB-Keeper Raimond Aumann und FCA-Manager Stefan Reuter waren mit von der Partie.  

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