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„Alte Zöpfe abschneiden und Gewohntes aufgeben“ , ist das Credo von Herbert Galler, damit Bauern zu mehr Lebensqualität kommen. 

MilchwirtschaftlicheR FRühschoppen

Tipps, wie Bauern mehr Freizeit bekommen

Bäuerinnen arbeiten mehr als ihre Männer. Das ist nur ein Aspekt, den Herbert Galler beim Milchwirtschaftlichen Frühschoppen auf dem Taufkirchener Volksfest gestern herausgestellt hat. Der Betriebsberater will Bauern zu mehr Freizeit verhelfen.

Von Fabian Holzner

Taufkirchen – „Jeder ist seines Glückes Schmied“, lautet eine alte Binsenweisheit. Mit dem Vortrag „Arbeitsorganisation in der Landwirtschaft“ von Herbert Galler, Betriebsberater und Geschäftsführer des Maschinenringes Laufen, bekam der Spruch beim Milchwirtschaftlichen Frühschoppens gestern konkrete Züge. Vor zahlreichen Milchbauern aus Taufkirchen und der Umgebung begann der Referent mit einer kleinen Umfrage. Seine Fragen zur Arbeitsbelastung der Landwirte ergab unter anderem, dass niemand der Anwesenden in den letzten drei Jahren gemeinsam mit dem Partner einen Urlaub von fünf Tagen gemacht hat.

Die Rückmeldungen, die Galler bekam, untermauerte er mit statistischen Werten, wonach Bäuerinnen im Schnitt vier Stunden mehr in der Woche arbeiten als ihre Männer. Grund ist wohl die hinzukommende Arbeit im Haushalt. Mit mehr als 70 Wochenstunden lagen viele der Milchbauern über dem Mittelwert. „Vielleicht können Sie heute etwas mitnehmen, sodass sie auch wenigstens den Durchschnitt erreichen. Dann hätte sich der Vormittag schon rentiert“, führte Galler in den Vortrag ein. Sein erklärtes Ziel ist es, die Lebensqualität der Bauern durch weniger Arbeit und mehr Freizeit zu steigern. „Der Tag sollte nicht im Tiefschlaf vor dem Fernseher enden“, veranschaulichte er die Lebensrealität vieler der Zuhörer.

Nein sagen lernen

Der Schlüssel zur Reduzierung der Arbeitszeit sieht der Betriebsberater in der Effizienz. „Man muss Nein sagen lernen“, lautete ein erster konkreter Vorschlag. „Lernen sie, auch an sich zu denken und ihre eigenen Wünsche zu realisieren“, formulierte Galler den Rat zu einem gesunden Egoismus. Um etwas an der eigenen Situation zu ändern, empfahl er, in einzelnen Schritten vorzugehen.

Am Anfang stehe eine Zielsetzung wie beispielsweise ab 18 Uhr Feierabend zu haben. Als nächstes müssten Maßnahmen ergriffen werden, Tätigkeiten wie Waldarbeit an andere abzugeben. Dann folge die Umsetzung, wie das Einstellen von Fremdarbeitskräften. Um auf die Milchbauern einzugehen, formulierte Galler auch mehrere Beispiele, wie eine Rationalisierung der Melkarbeit gestaltet werden kann. Vielleicht auch, weil bei mehreren Vorschlägen ein Raunen durch die Halle ging, endete er mit: „Wer mehr Lebensqualität haben will, muss alte Zöpfe abschneiden und Gewohntes aufgeben. Aber es lohnt sich.“

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