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Ein bisserl böse, zum Schreien komisch und oft politisch inkorrekt - mit Skurrilitäten, die das Leben schreibt, haben die Künstler beim St. Prosper Nachwuchs-Kabarett-Preis das Publikum in der Schiaßn vor Lachen zum Weinen gebracht.

St. Prosper Nachwuchs-Kabarett-Preis

„Tömböla“ und gewalttätige Nieren

Erding - Ein bisserl böse, zum Schreien komisch und oft politisch inkorrekt - mit Skurrilitäten, die das Leben schreibt, haben die Künstler beim St. Prosper Nachwuchs-Kabarett-Preis das Publikum in der Schiaßn vor Lachen zum Weinen gebracht.

St. Prosper, Patron der Dichter und Denker, wäre stolz gewesen auf seine Schützlinge. Denn was die Künstler am Freitag beim St. Prosper Nachwuchs-Kabarett-Preis in der ausverkauften Schiaßn auf die Bühne brachten, reichte von feinem Humor über Alltags-Gags bis zu böser Satire.

Jeweils 20 Minuten hatten die Teilnehmer Zeit, die Jury (Andi Brenninger, Gebietsverkaufsleiter vom Erdinger Weißbräu, Künstler und Stadtrat Harry Seeholzer sowie die Autorin dieser Zeilen) und das Publikum von sich zu überzeugen. Und weil die Organisatoren der Sinnflut Kultur GmbH das Programm vielfältig ausgewählt hatten, ähnelte kein Auftritt dem anderen.

Mit einer frischen, musikalischen Moderation führte Andi Starek durch den Abend. Zusammen mit seiner Band ließ der Eichenrieder seine Lieder statt langer Worte sprechen. Und was wäre passender als der Song „Promigeil“, um den „Talk in der Taverne“ des Duos Stelzner und Bauer anzukündigen? Bei der Parodie auf TV-Talkshows holten sie als arrogante Moderatoren untalentierte Sänger auf die Bühne und ließen „Crystal Christl“ in einem Werbespot auf der Leinwand erscheinen.

"St. Prosper Nachwuchs-Kabarett-Preis"

"St. Prosper Nachwuchs-Kabarett-Preis"

Lautes Lachen gellte durch den Raum, als Thomas „Rix“ Rottenbiller von seinen Erfahrungen als Hochzeits-DJ berichtete. Scheinbar konnte sich jeder den volltrunkenen Franken „Hansi“ vorstellen, der sich bei Rix das Lied „Schalala – Bum“ bestellte, oder Tante Erika aus der früheren DDR, die auf die „Tömböla“ wartet. Dass es der erste Kabarett-Auftritt des Forsterners war, konnte man nur an seiner anfänglichen Nervosität erahnen. Schnell aber schien er auf der Bühne zu Hause zu sein.

Unter die Gürtellinie ging es bei den meisten Auftritten, bei Irene Weber sogar im Wortsinn. Sie erklärte, warum man Werbung für Medikamente gegen Verdauungsprobleme besser nicht mit Männern macht und erzählte von ihren Versuchen, ihrem Freund im Iglu körperlich näher zu kommen.

Das Duo Steckerlfisch und Schlagsahne punktete mit nicht vorhandenen Englischkenntissen der Hausfrau „Mausi“ Wurmdobler, Vielseitigkeit – und Körpereinsatz beim „erotisierenden“ Tanz in gewöhnungsbedürftigen Outfits. Warum man als Pessimist besser fährt, erkläre Rudy Christl, der mit gekonnten Spitzen in den Sumpf der rechten Politik stach.

Der Mann des Abends war – für die Zuschauer wie auch für die Jury – Alan Neumayer aus Polling bei Mühldorf. Der 28-Jährige erklärte, warum der Feind des Bayern der Preiß ist, und sprach von den Problemen der Partnerwahl im Internet. Spitzzüngig hielt er eine Polizeipressekonferenz. Dabei erklärte er , warum der Mann, der von den Beamten überwältigt worfen war, gerade mit seiner Niere versucht hatte, das Knie des Polizisten zu verletzen. „Ich betone – mit der Niere!“ Der 28-Jährige war überrascht von seinem Sieg. „Ich hatte sogar einen Blackout“, gestand er. „Aber solange noch ein Lachen aufquietscht, weißt du, du hast noch ein paar Sekunden.“

von Andrea Steiler

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