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Tolle Tänze und ein bewegender Moment

Erding - Einen besonderen Galaball erlebten die Gäste am Samstag. In Erinnerung bleiben wird das bewegende Gedenken an Narrhalla-Ehrensenator Alfred Wyhnalek.

Es war gleich nach dem feierlichen Einzug des Prinzenpaars Conny I. von Tafel und Kreide und Daniel I. von Blech und Schaden mit Garde und Hofstaat, als Narrhalla-Vizepräsident Detlef Felixberger ans Mikrofon trat. Tief bewegt erinnerte er an den wenige Tage zuvor verstorbenen Alfred Wyhnalek, engagiertes Mitglied und Ehrensenator der Narrhalla sowie Gründungsmitglied des Männerballetts Lieselotten. Vielen war er als König im Kasperltheater auf der Narrenschranne bekannt. Ein großes Bild des 53-Jährigen in seiner Paraderolle mit der Überschrift „Servus Gattes“ hing über der Bühne, als ihn Felixberger würdigte. Die Ballbesucher, die sich längst von ihren Plätzen erhoben hatten, folgten seiner Bitte um Applaus für Gattes lautstark.

Nach diesem bewegenden Moment passte der Langsame Walzer zu Simply Reds „If You Don’t Know Me By Now“, mit dem das Prinzenpaar den Ball eröffnete. Zur tänzerischen Zugabe, einem Jive, schlüpfte Conny I. aus ihrer sonnengelben Prachtrobe in ein rotes Charleston-Kleid.

Erdinger Galaball in Bildern

Dann gehörte den Ballbesuchern die Tanzfläche, und die war den ganzen Abend über voll. Dafür sorgte die Band Smile, die die Gäste mit langen Tanzrunden gekonnt unterhielt. Und die vier Sänger - zwei Damen und zwei Herren - hatten selbst sichtlich Spaß. Sie mischten sich sogar einige Male ins Publikum und führten nach Mitternacht eine Polonaise an. Es wurde so viel getanzt wie lange nicht mehr.

Erfrischend war auch der Auftritt der 17-köpfigen Prinzengarde. Die jungen Damen überzeugten in ihren rot-weißen Kostümen mit Beweglichkeit und Synchronität. Akrobatisch nicht zu toppen ist Funkenmariechen Annalena Hennig (14). Die Eichenriederin ist ein Konditionswunder, zeigte Flick Flacks mit und ohne Armeinsatz.

Gesanglich schwierig war der Auftritt der mittlerweile nur noch sechs Jungelfer. Trafen sie mal halbwegs den Ton, dann vergaßen sie den Text. Vielleicht würde ihnen eine schöpferische Pause im von ihnen besungenen „Märchenland“ gut tun.

In der WC-Anlage am Volksfestplatz während des Sinnflut-Festivals spielte der Narrhalla-Sketch mit dem Titel „Habt’s des vom Max scho g’hört?“ Bis sich aufklärte, dass damit nicht der Oberbürgermeister, sondern der gleichnamige Esel im Stadtpark gemeint war, musste sich Klofrau Erna (alias Karl „Gschmei“ Schmid mit grauer Perücke) manch merkwürdige Gedanken und Verhaltensweisen von Kunden beim Wasserlassen anhören. Es ging um arabische Zahlen und griechische Buchstaben, Alpha-Kevins, schwerstkriminelle Kniffel-Spieler, blinkende Tore, rostende Rohre und die städtische Kaufwut bei sanierungsbedürftigen Immobilien. Thema waren auch die Millionen für den Stadtpark. Amateurhaft, denn: „Der Beckenbauer kriagt fürs selbe Geld a ganze WM!“

Den Schlusspunkt des offiziellen Programms setzten traditionell die Lieselotten. Mit Prinz Daniel in ihren Reihen zeigten die Männer, teils als Haremsdamen verkleidet, einen orientalischen Tanz im Bollywood-Stil. Aus war der Ball da noch lange nicht. Es wurde ausgelassen weiter getanzt und gefeiert.

Gabi Zierz

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