Davon träumt man in Erding: Ein S-Bahn-Tunnel unter der Stadt hindurch. Ende des Jahres sollen die Ringschlusspläne auf dem Tisch liegen. Foto: MM-Archiv

Tunnel-Bürgerinitiative: „Südvariante hat auch ihren Charme“

Erding - Eine vorurteilsfreie Untersuchung beider Varianten für den S-Bahn-Ringschluss durch Erding fordert die Bürgerinitiative Bahntunnel Erding.

Vor fast genau einem Jahr wurde die Bürgerinitiative (BI) Bahntunnel Erding aus der Taufe gehoben. Gründungsvorsitzender Winfried Busch lädt am kommenden Dienstag zur ersten Jahreshauptversammlung. „Wir werden Bilanz ziehen, aber auch die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten vorstellen“, kündigt Busch im Gespräch mit unserer Zeitung an.

Die BI war in den vergangenen zwölf Monaten alles andere als untätig. Das Bündnis, das sich für eine möglichst weitreichende Untertunnelung Erdings im Zuge des S-Bahn-Ringschlusses zum Flughafen einsetzt, ist nicht nur auf annähernd 200 Mitglieder angewachsen und hat im Sommer eine bestens besuchte Infoveranstaltung in Bergham abgehalten. Überdies ist es dem Vorstand gelungen, nicht nur ins Rathaus, sondern auch ins Wirtschaftsministerium gute Kontakte aufzubauen. „Dort hat man mittlerweile eingesehen, dass wir den Ringschluss nicht verhindern wollen, sondern nur um die beste Lösung für Erding ringen“, so Busch. Aus dem Haus von Martin Zeil (FDP) hat er auch die Info, „dass die Pläne noch in diesem Jahr soweit fertig sein werden, dass man eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für beide Trassen anstellen kann“.

Busch verlangt eine vorurteilsfreie und ergebnisoffene Prüfung der bisher bekannten Pläne, aber auch die der so genannten Süd-Einschleifung. Wie berichtet, sieht die unlängst bekannt gewordenen Alternative eine Einschleifung der Regionalbahn bereits zwischen Aufhausen und St. Kolomann vor. Durch das Erdinger Stadtgebiet würden folglich nicht nur die S-Bahnen, sondern auch die Regionalzüge rollen. Dafür müsste der geplante zweigeschossige Kreuzungsbahnhof im Fliegerhorst nicht gebaut werden. Es würde reichen, die bestehende S-Bahn-Endhaltestelle Erding entsprechend auszubauen.

Während Bürgermeister Max Gotz (CSU) diese Variante ablehnt, gibt Busch zu: „Die Südvariante hat auch ihren Charme.“ Er sieht nämlich erheblich größere Chancen, Erding und Altenerding weitgehend zu untertunneln, wenn die Gleise von S-Bahnen und Regionalzügen genutzt werden. Lärmschutzwände allein können aus seiner Sicht schon wegen der angrenzenden Hochhäuser keine Lösung sein. „Die Untertunnelung ist eben die Hauptaufgabe unserer Initiative.“ Dennoch betont Busch, „dass wir mit der Stadt weiter Hand in Hand arbeiten und gemeinsam etwas erreichen wollen“. Dazu gehört auch, dass sich Busch selbst bei der Südvariante den Fliegerhorst-Bahnhof vorstellen kann. „Wenn man den nur eingeschossig baut, glaube ich nicht, dass er wesentlich teurer kommt als eine aufwändige Erweiterung der bestehenden Endhaltestelle.“

Breiter aufstellen will sich die BI bei der eigenen Arbeit. „Bislang lag die Hauptlast auf den Schultern der fünf Vorstandsmitglieder. Wir wollen mehr Mitglieder aktiv bei Teilaspekten der BI-Arbeit einbinden.“ Künftig wolle man alle zwei Monate zu Stammtischen einladen. „Eines unserer Ziele ist, die Bevölkerung regelmäßig zu informieren“, so Busch.

Die Hauptversammlung findet am Dienstag, 24. November, um 19.30 Uhr im Gasthof Erdinger Weißbräu statt.

(Hans Moritz)

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