Gaudium pur: Bei den Einlagen amüsierte sich das Erdinger Publikum beim Turmschieber-Ball königlich. Beim Tanz im Mayer-Wirt ebenfalls. Fotos: Seidel

Turmschieber-Ball: Schrankenlos

Erding - Beim Turmschieber-Ball im Mayr-Wirt lassen sich die Freunde der Stadt Erding nicht einmal von den S-Bahn-Schranken aufhalten, wie der Solo-Sketch von Josef Hochholzer bewies.

Kostümierung war beim traditionellen Erdinger Turmschieber-Ball nicht Pflicht, sondern phantasievolles Vergnügen. Von aufwendigen venezianischen Masken, über Hippi bis Püppchen, Charleston-Femme fatal, Hexen ohne Besen bis zu Löwen mit Plüschfell ließ jeder seinem Alter ego freien Lauf. Nach der traditionellen Polonaise mit Busserl zum Schnapserl in der Sektbar ging es auf der Tanzfläche zur Stimmungsmusik der Band Top Secret recht eng zu.

Was mancher bis dahin durchmachen musste, führte Josef Hochholzer in seinem Solo-Sketch an der Bahnschranke vor. „Später werds über mi hoaßn: Der is oiwei blos an da Schrankn rumgestanden“, lamentierte er, „der war im Stadtrat, und sunst hot der a nia wos gescheits gearbeitet“. Da stand er also an der S-Bahn und fürchtete, dass der Stadt mit der Landesgartenschau das Geld für den Tunnel fehlt und das man sich nicht einmal einen Stadtgärtner leisten kann. „Do muas na da Mehringa auf de Baam aufpassen, und da Kiermeier kannt Rasnmähn.“

Die schönsten Bilder vom Turmschieber-Ball

Die schönsten Bilder vom Turmschieber-Ball

Immerhin ist ein Leben mit der Schranke möglich, meinte er. Pro Auftrag innerhalb der Herzogstadt sind zwar vier Stunden Anfahrt zu berechnen, aber mit dem Bahnschranken-Survival-Kit lässt es sich aushalten: „Wos zum Trinka, a Brotzeit und a umgebautes Lawinensuchgerät - do kennan’s di dann an da Schrankn ortn und aufspürn.“ Und eigentlich hat so eine Zwangspause an der Schranke ja sogar etwas Beruhigendes an sich, „schon was Kontemplatives“, oder wie man auf gut bayerisch sagt: „Cool Down Man“.

Von Abkühlung war natürlich keine Rede, als nach dem gefeierten Auftritt von Hochholzer die Narrhalla mit den Kinder-Prinzenpaar, der Kinder- und der Teenie-Garde und dem Prinzenpaar aufmarschierte. Auch wenn für die schwungvollen Tanzeinlagen gelegentlich der Platz knapp wurde, das Publikum klatschte begeistert mit, und ohne Zugabe kamen ihro Majestäten nicht vom Parkett.

Nur kurz währte dann der Tanz der Ballgäste, bevor es mucksmäuschenstill im Saal wurde. Vom Turmgespräch (siehe Kasten) zwischen dem Scheena, alias Josef Hochholzerm, und dem Stodara, in dem Andreas Mayr steckte, wollte sich niemand auch nur ein Wort entgehen lassen. Ein Lob spendierten die beiden der Narrhalla: „De hod se heia zwar an sauberen Spargeltarzan als Prinzen eigfanga“, meinte der Scheena, aber der Stodara fand: „Des is imma no bessa ois de Rentner-Combo in Dorfen.“ (gse)

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