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In den Übergangsklassen beginnt das digitale Zeitalter: In Altenerding übergab Adia-Gründerin Anna-Maria Blau (hinten, 8. v. l.) die ersten 60 Google Chromebooks an die Mittelschulen Altenerding, Dorfen und Taufkirchen.

Übergangsklassen an Mittelschulen

Internet-Gigant hilft Flüchtlingskindern

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Erding - Anna-Maria Blau traute ihren Augen nicht, als sie diese Nachricht erhielt: Der Internet-Gigant Google spendet für Blaus Lern-Plattform Adia vorerst 60 Notebooks. Zum Einsatz kommen die Rechner in den Flüchtlingsklassen an drei Mittelschulen im Landkreis.

So ganz werden die Flüchtlingskinder aus den beiden Übergangsklassen der Mittelschule Altenerding nicht verstanden haben, warum auf einmal so viele fremde Erwachsene ins Klassenzimmer drängten. Doch sie hatten alle ein Lächeln im Gesicht. Schlimmes war also nicht zu befürchten.

Im Gegenteil, der Anlass der Zusammenkunft war ein sehr erfreulicher. Anna-Maria Blau, die sich seit Eintreffen der ersten Flüchtlinge im Erdinger Land darum kümmert, Bildung und Sprache zu vermitteln, hatte an einem Aufruf des Suchmaschinen-Betreibers Google teilgenommen – mit Erfolg.

„Eigentlich hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass Adia zum Zuge kommt, zumal das Projekt zu dieser Zeit noch gar nicht als gemeinnützig anerkannt war“, berichtete Blau bei der Übergabe von 60 Google Chromebooks an die Mittelschulen Altenerding, Taufkirchen und Dorfen.

Die Computer sind nun wichtiger Bestandteil des Unterrichts in den Förderklassen für Flüchtlings- und Ausländerkinder, die erst Deutsch lernen müssen. In Altenerding gibt es bereits zwei solcher Klassen, in Taufkirchen eine. In Dorfen ist eine soeben im Entstehen.

Blau sprach von einer „turbulenten Zeit“ für das Projekt Adia, das mittlerweile gemeinnützig sei. Adia hat sich ihren Worten zufolge zum Ziel gesetzt, „den Menschen unabhängig von ihrer Bleibeperspektive das mitzugeben, was bei uns in großem Reichtum vorhanden ist, nämlich Bildung. Egal, was passiert, mit Bildung kommt man immer weiter.“

Mit Adia kann man via Internet nicht nur kostenlos die deutsch Sprache lernen, sondern auch vielfältige Bildungsangebote nutzen – „von der Alphabetisierung bis zum Studium“, berichtete Blau. Die drei Adia-Bausteine seien „Lernen, Leben, Arbeiten“. Erding sei bundesweit einer der Vorreiter. „Hier wird die Bildungsregion sichtbar, hier sind wir auch digitale Bildungsregion“. Blau bat die Schulen, die Geräte intensiv zu nutzen, „denn ich will in jedem Fall auch den Nachschlag von Google für künftige Projekte“, so Blau. Immerhin geht es in der Summe um 250 Google Chromebooks im Wert von 50 000 Euro. Altenerding erhielt gestern 30 Notebooks, je 15 gehen nach Dorfen und Taufkirchen. Die ersten 60 Geräte habe einen Wert von gut 12 000 Euro.

Altenerdings Rektorin Karin Rausch berichtete von 36 Schülern in den beiden Übergangsklassen. Es seien nicht nur Flüchtlinge darunter. „Wir arbeiten derzeit auf fünf verschiedenen Niveaus“, erklärte Rausch. Mit den Computern sei eine noch individuellere Förderung möglich.

In Taufkirchen sind es laut Rektor Josef Hofstetter 13 Kinder. Diese zu fördern, sei für die Lehrer eine besondere Herausforderung. Allerdings sei es auch schön zu sehen, wie schnell Erfolge sichtbar würden. Annemarie Weiß, Leiterin der Mittelschule Dorfen, berichtete, dass die Übergangsklasse noch in diesem Jahr in Betriebe gehe. Dabei gleich im Klassenzimmer auf die Lernplattform Adia zurückgreifen zu können, werde vieles erleichtern.

Schulamtsleiterin Marion Bauer dankte Blau für das Engagement und die Notebooks. Die neue Technologie sei schon deswegen begrüßenswert, „weil sie die jungen Leute anspricht“.

Vergelt’s Gott sagten auch die beiden Vize-Bürgermeister von Erding und Dorfen, Ludwig Kirmair und Günther Drobilitsch. Kirmair erklärte, die Rechner seien sicher sehr sinnvoll. „Aber ohne Menschen, die sich um die Kinder kümmern, versagen auch moderne Technologien.“

Und die Kinder? Sie nahmen die Computer sofort in Beschlag, um digital deutsch und Mathe zu lernen. Bald wird es begleitend Trainings geben. Die bietet Blaus Mitstreiterin Katja Brückl-Bergner ab sofort an diesen Schulen an.

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