Fachgespräche: Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (2. v. r.), mit (v. r.) ESC-Präsident Emil Rudolf, Eishockey-Chef Sepp Jung, Sponsor Johann Wendl und Eishockey-Vize Hans „Fery“ Böhm. Foto: weingartner

Umweltministerin staunt in der Eishalle: Luftentfeuchtung deutschlandweit einmalig

Dorfen - Die innovativen Methoden des ESC Dorfen zur Energieeinsparung haben Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf neugierig gemacht. Sie besuchte in der Dr. Rudolf-Halle ein Eishockeyspiel und informierte sich über die Energiekonzepte der Eishalle.

Empfangen wurde Scharf vom ESC-Präsidium. Emil Rudolf nutzte die Chance, die sportlichen Aktivitäten und die Konzepte des ESC zur Energieeinsparung zu präsentieren. „Wir wollen, dass hier mit der Umwelt und Energieversorgung sehr sorgfältig umgegangen wird. Das war dem ESC immer schon ein Anliegen“ betonte der ESC-Präsident. Dazu habe man schon mehrere Konzepte erfolgreich umgesetzt. Wunsch des ESC sei es nun, dass die Staatsministerin solche Pilotprojekte unterstütze.

Rudolf berichtete, dass 1971 beim Bau des bis heute vereinseigenen Kunsteisstadions deutschlandweit erstmals eine Wärmekopplung zum Einsatz kam und mit der Abwärme der Eisbereitung das städtische Schwimmbad beheizt wurde und wird. Seitdem wurde das Stadion mehrfach erweitert, saniert und modernisiert. Mit der Dacherneuerung wurde das Stadion auch wärmegedämmt. Wärmerückgewinnung, Solarthermie und zwei Photovoltaikanlagen seien ebenfalls installiert worden.

Ein Projekt aus dem Verein sei es dann wieder gewesen, Geld zu investieren, um mit der Abwärme der Verdichter und einer Kernaktivierung in der Grundschule nebenan dieses Gebäude zu beheizen, sagte Rudolf. Dieses innovative Konzept sei deutschlandweit erstmalig umgesetzt worden. „Einfach, aber genial“ und wohl einmalig im Land sei die Luftentfeuchtung der Halle. Dafür werde in anderen Hallen soviel Energie wie fürs Eismachen verbraucht. Der ESC habe ein „ganz simples, selbst erfundenes Prinzip umgesetzt“. Nachts wird die warme, feuchte Luft durch Ventilatoren mit wenig Stromverbrauch von oben runter aufs Eis geblasen, wo die Luft gefriert. Ohne großen technischen Aufwand habe man so eine „sehr, sehr gute Luftentfeuchtung“, für die sich inzwischen auch andere Vereine und Kommunen interessierten.

Ziel des ESC sei es laut Rudolf, die Abhängigkeit von Energie durch weitere innovative Konzepte weiter zu reduzieren, etwa mit einem Blockheizkraftwerk. „Dazu braucht’s halt Förderung“, sagte der Präsident und hegte den Wunsch, die Ministerin möge die Pilotprojekte des ESC unterstützen.

„Einen Förderscheck habe ich nicht dabei“, sagte die Umweltministerin. Sie war beeindruckt von dem Bemühen und Konzepten, die der ESC zur Energieeinsparung bereits umgesetzt habe und vorhabe. Als Umweltministerin habe sie besonderes Interesse, wie großen Stadien mit Energie versorgt werden. Um den Klimawandel zu bewältigen, müsse mit Energie vernünftig umgegangen werden.

Scharf dankte dem ESC „für das großartige Engagement im Sinne der Energiewende und im Sinne von Energieeinsparen“. Das zeigten die umgesetzten Konzepte. Die Ministerin versprach, „sehr wohlwollend zu prüfen, wie es eventuell Unterstützung geben könnte“, damit der Verein weiter seine innovativen Vorhaben realisieren könne. Scharf lobte: „Solche Stadien sollte es mehr geben.“

Als Mutter eines Eishockeyspielers empfahl sie jungen Menschen den Eishockeysport, der „eine Schule beibringt, geprägt von Disziplin, Kontinuität und Koordinationsvermögen“. Die Dorfener könnten sich „glücklich schätzen“ mit ihrer Eishalle, die diesen Wintersport ermögliche - und natürlich auch den Eiskunstlauf.

Hermann Weingartner

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