Unter Überholdruck: Unfälle auf der B388 und wie die Behörden reagieren

Grünbach - Mehrfach hat es auf der B 388 nahe Kreuthäusl gekracht. Die zuständigen Behörden halten aber nichts von einem Überholverbot dort.

Ein Überholverbot auf der B 388 östlich von Grünbach - diesen Wunsch haben manche Bürger im Hinblick auf mehrere Unfälle in dem Bereich. Die Unfallkommission des Landkreises hat die Stelle begutachtet und kommt zum Ergebnis: Dort werden keine neuen Schilder aufgestellt. Ein Überholverbot soll es nicht geben.

Das berichtet Melanie Jung, Gebietsinspektorin beim Staatlichen Bauamt, auf Nachfrage. Sie gehört neben Vertretern des Landratsamtes und der Polizei der Kommission an. Kürzlich hat sich das Gremium zur Verkehrsschau an mehreren Orten im Landkreis getroffen - unter anderem auf dem Stück der Bundesstraße zwischen Grünbach und dem Köhlholz.

Dieses lange Waldstück ist laut Jung das zentrale Problem auf der Strecke zwischen Erding und Taufkirchen. „Dort gibt es überhaupt keine Überholsichtweite“, sagt die Gebietsinspektorin - auf dem folgenden offenen Straßenstück dagegen schon. Auf der stark frequentierten Pendlerstrecke herrsche „hoher Überholdruck“ und dort sei die einzige mögliche Stelle. Wenn man dort ein Verbot erlassen würde, „dann würde sich der Überholdruck im Wald erhöhen“. Dann würde es auf ein generelles Überholverbot auf der gesamten Bundesstraße hinauslaufen und das sei ja weder politisch noch von den Verkehrsteilnehmern gewünscht.

Es sei unbestritten, dass dort Unfälle passieren, gibt die Fachfrau zu. „Wenn man diese Unfälle aber einzeln betrachtet, dann haben sie ganz unterschiedliche Gründe.“ Daher spreche die Kommission auch nicht von einer Unfallhäufung an dieser Stelle.

Die Heimatzeitung hatte unter anderem im August über einen rücksichtslosen Kolonnenspringer berichtet, der auf Kreuthäusl mehrere Fahrzeuge und am Ende sogar einen Lastwagen überholte. Dabei übersah der Unfallverursacher einen Mercedes auf der Gegenspur. Dessen Fahrer wich aus und wurde zum Glück nur leicht verletzt, obwohl sich sein Auto neben der Straße überschlug.

Nur zwei Kilometer weiter westlich hat sich die Unfallkommission dagegen auf eine kleine Maßnahme geeinigt. In Hecken wird das Schild „Achtung Linksabbieger“ aufgestellt. Dort hat es laut Melanie Jung ein paar Auffahrunfälle gegeben. (Timo Aichele)

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