SPD-Paukenschlag: Kanzlerkandidat schon klar? Plan aus dem Vorstand durchgesickert

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Geduld gefragt: Die Schranken an zwei Bahnübergängen in Dorfen bleiben etwas länger geschlossen – laut Bahn aus Sicherheitsgründen. Foto: prä

Veränderte Schließzeiten an Bahnübergängen: Länger warten für mehr Sicherheit

Dorfen - Längere Schließzeiten der Bahnschranken im Bereich Dorfen Bahnhof seien „Schikane“, schimpfen betroffene Anwohner. Maßnahmen für „noch höhere Sicherheit“ seien dafür verantwortlich, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Seit einigen Monaten komme es an den Bahnübergängen (BÜ) „Kloster Moosen“ und „Meindl“ auf der Bahnstrecke München-Mühldorf zu „noch längeren Wartezeiten“, wenn die Bahnschranken geschlossen sind, berichteten Anwohner der Heimatzeitung. „Zehn bis 15 Minuten“ bleibe der BÜ geschlossen, „das ist eine reine Schikane der Bahn“ wurde vermutet. Auch wenn der Zug längst durch sei, „macht der Schrankenwärter nicht auf“. Das sei früher anders gewesen.

Die Schließzeiten an den Schranken „ist nicht der subjektiven Entscheidung eines Fahrdienstleiters oder eines Postenwärters überlassen, sondern folgen der Signalabhängigkeit“, betont die DB. Diese wiederum richte sich nach dem vorgegebenen Fahrplan und übergeordneter Netzkoordination. Der Betrieb werde durch das Eisenbahn-Bundesamt kontrolliert. Nachdem am Bahnübergang in Wasentegernbach die Schranken trotz einer Zugdurchfahrt mindestens zwei Mal nicht geschlossen waren, hat die DB reagiert. Zunächst in Dorfen und jetzt auch in Wasentegernbach (wir berichteten).

„Alle Epochen der Bahntechnik“ seien im Bereich des Bahnhof Dorfen noch gleichzeitig im Einsatz, erklärte der DB-Sprecher. Signale, Weichen und Schranken würden teilweise noch mechanisch, elektrisch und digital gesteuert und bedient. Seit dem Frühjahr werde im Bereich Bahnhof Dorfen „ein anderes Zugmeldeverfahren“ eingesetzt. Das erhöhe für den querenden Straßen- und Personenverkehr die Sicherheit an den Bahnübergängen noch einmal. Einen Zusammenhang mit den nicht geschlossenen Schranken in Wasentegernbach wollte die DB nicht bestätigen. Zuständig für die Sicherheit sei der Fahrdienstleiter im Stellwerkhäuschen am BÜ-„Meindl“. Der habe jetzt „einen echten Schlüssel“. Der stellt sozusagen eine „Schnittstelle“ zwischen der alten mechanischen und neuen digitalen Technik dar.

Zum Schließen und Öffnen der Schranken sei jetzt ein Schlüssel zwingend nötig, erklärt der DB-Sprecher. Erst wenn die Schranken unten seien, könne man den Schlüssel aus der mechanischen Anlage herausnehmen und in den elektrisch-digitalen-Anlagenteil einstecken. Der steuert die Signaltechnik zur Zugaus- und -einfahrt in den Bahnhof. Wenn alle Züge aus dem Bahnhof hinter die abhängig gesteuerten Schranken gefahren seien, gebe ein Signalgeber am Gleis den Schlüssel wieder frei. Der komme zurück in den Mechanikteil, die erst dann das öffnen der Schranken erlaube.

In Dorfen könnte man bereits auf eine vollautomatische Anlage umstellen, so die DB. Zwischen 500 000 bis zu einer Million Euro seien die „groben Kosten“ dafür. Beteiligt würden laut Eisenbahnkreuzungsgesetz jeweils mit einem Drittel die Bahn, der Straßenbaulastträger (Stadt, Landkreis) und der Bund.

Aufgrund des für die nächsten Jahre geplanten zweigleisigen Bahnausbau München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) verzichte die DB jetzt noch darauf, die alte Anlagen umzurüsten. Trotzdem wolle man die Sicherheit an den Bahnübergängen erhöhen. Im Rahmen des Bahnausbaus soll der BÜ „Meindl“ beseitigt und durch einen südseitig bahnbegleitenden Fuß- und Radweg ersetzt werden. Auch der BÜ „Kloster Moosen“ soll beseitigt und durch eine Straßenüberführung als höhenfreie Kreuzung ersetzt werden.

Hermann Weingartner

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