Endstation Langengeisling: Sind Nordumfahrung und Nordanbindung gebaut, wird die Staatsstraße 2331 (Berglerner Straße) gekappt. Dann kommen nur noch Landwirte durch, der Verkehr rollt über die Wartenberger Straße. Foto: ham

Verkehrskonzept für den Norden Erdings: Ein Ring um Langengeisling

Erding - Das Verkehrskonzept für den Norden Erdings ist in trockenen Tüchern. Bei einer Gegenstimme beschlossen die Stadträte die Anbindung der Stadt an die Nordumfahrung. Das große Ziel: Der Durchgangsverkehr soll aus Langengeisling verdrängt werden.

Wohin die Reise im Norden Erdings geht, stand bereits am 21. Februar nach der Sonderbürgerversammlung in Langengeisling fest. Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) hatte dort zu dem Novum gegriffen, die Betroffenen eine Vorauswahl treffen zu lassen. Dieser folgten die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses (PUA) am Donnerstag weitgehend.

Die Nordanbindung, die Parallele zur Alten Römerstraße im Fliegerhorst, ist nicht nur gesetzt. Sie soll noch dazu mit der gleichen Geschwindigkeit geplant und gebaut werden, wie die Nordumfahrung selbst. Die so genannte Neue Römerstraße wird dann den Hauptdurchgangsverkehr in Nord-Süd-Richtung von der Stadt und dem geplanten Fliegerhorst-Bahnhof aufnehmen und zur Wartenberger Straße (St 2082) führen, die auf die ED 99 führt. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass die Alte Römerstraße am nördlichen Ortsausgang in Richtung Berglern (St. 2331) abgekoppelt und zu einer reinen Anliegerstraße herabgestuft werden kann.

Die Sonderbürgerversammlung wollte sogar noch zwei Schritte weiter gehen, nämlich auch die Fehlbachstraße als Verbindung zwischen Kronthaler Weiher und Langengeisling kappen sowie die Straße In den Hacken am Erholungsgebiet in der Mitte durchtrennen. Sie hätte den gesamten Verkehr im Norden der Kreisstadt bis zur Nordumfahrung an dem Stadtteil vorbeigeführt. Im PUA waren die zwölf Mitglieder grundsätzlich der gleichen Auffassung, allerdings wollen sie mit einer Sperre so lange warten, bis erste Ergebnisse vorliegen.

Denn die Redner der CSU-, SPD- und UWE-Fraktionen wiesen darauf hin, dass dann die Badeparkplätze am Weiher von Norden gar nicht mehr erreichbar wären, und Anlieger weite Umwege in Kauf nehmen müssten.

Einmütigkeit bestand jedoch neben der Zusage an die Landwirte, stets freie Fahrt zu ihren Feldern zu haben, darin, dass der Schwerverkehr zum Kronthaler Weiher nur auf einer ebenfalls neu zu bauenden Straße zwischen

Quetschwerk und ED 99 fahren darf - eine enorme Entlastung für Freisinger Siedlung und Johann-Sebastian-Bach-Straße. Letztere muss vorläufig „nur“ den Ziel- und Quellverkehr sowie an schönen Tagen die Ausflügler verkraften.

Das Entlastungspotenzial rechnete den Stadträten Helmuth Ammerl vom Münchner Planungsbüro Obermeyer vor. Bleibt die Politik untätig, so Ammerl, dürften es auf der Fehlbachstraße 1900 Fahrzeuge in 24 Stunden sein, auf der Alten Römerstraße 6900 und auf der Wartenberger Straße 2800. Koppelt man Alte Römer- und Fehlbachstraße ab, sinkt die Belastungszahl dort auf jeweils unter 100 pro Tag. Nur auf der Wartenberger Straße bliebe es bei zirka 2700 Fahrzeugen. Bleibt die Fehlbachstraße als Verbindung einerseits zum Weiher, andererseits zur ED 99 offen, dürften hier 1700 Autos gezählt werden, auf der Alten Römerstraße weiterhin unter 100 und auf der Wartenberger Straße 1100. Ammerl machte deutlich: „Die doppelte Sperre schafft am meisten Entlastung, Schleichverkehr ist dann kaum noch zu erwarten.“

Die Fraktionssprecher Jakob Mittermeier (CSU), Hans Schmidmayer (SPD) und Petra Bauernfeind (UWE) signalisierten Zustimmung zu Ammerls Plänen, sie verlangten aber testweise die freie Pkw-Durchfahrt auf der Fehlbachstraße und In den Hacken. Bauernfeind und Schmidmayer regten die Zusammenlegung der Knotenpunkte ED 99 mit der Berglerner und der Wartenberger Straße an. Dies würde die Attraktivität der Nordumfahrung vor allem für die steigern, die etwa nach Erding-West wollen.

Dagegen war nur Günther Kuhn. Die Grünen lehnen die Nordumfahrung weiter strikt ab. Kuhn betonte zwar, die Abhängung der Alten Römerstraße und den Bau der Nordanbindung zu unterstützen. Eine Entlastung wäre etwa durch die Realisierung der südlich des Weihers in Ost-West-Richtung verlaufenden Werkstraße deutlich billiger bekommen. Allein die ED 99 werde Erding bis zu zehn Millionen Euro kosten, „und die Anbindung der Stadt ist in dieser horrenden Summe noch gar nicht enthalten“.

(Hans Moritz)

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