Verlängerte Nordumfahrung entlastet Grünbach nur teilweise

Bockhorn - Über den Effekt einer Ortsumgehung von Grünbach gibt es keine Daten. Das Staatliche Bauamt trug den Kreisräten erste Ergebnisse vor.

Zumindest nach den Kriterien der „Raumempfindlichkeit“ ist die Sache klar: Eine nördliche Ortsumfahrung von Grünbach mit einer Länge von 2,1 Kilometern und geschätzten Baukosten von 12,5 bis 14,5 Millionen Euro wäre für Natur und Mensch die schonendste Wahl. Doch über die mögliche Verkehrsentlastung für den Ort an der B 388 gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Das wurde am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Struktur, Verkehr und Umwelt im Landratsamt deutlich.

Dem Gremium wurde die Raumempfindlichkeitsanalyse für die von Bockhorn gewünschte Verlängerung der Nordumfahrung Erding um Grünbach herum vorgestellt. Demnach könnte eine Trasse weitgehend außerhalb der Vorsorgebereiche für Siedlungen geführt werden. Außerdem durchschneide die Straße das FFH-Naturschutzgebiet der Strogen an einer besonders schmalen Stelle.

Die ungeklärte Situation hinsichtlich des Verkehrs untermauerte Peter Weywadel, Bereichsleiter Straßenbau im Staatlichen Bauamt Freising, mit zwei rhetorischen Fragen. Erstens: „Welchen Nutzen haben wir durch die Verlängerung im Vergleich zu Kosten und Umweltbelastung?“ Das sei ein Aspekt, der „auch die Zuschussgeber interessiert“. Wie berichtet, hatte die Gemeinde Bockhorn die Ingenieurbüros mit einem Gutachten über mögliche Trassen beauftragt, die auch die Nordumfahrung planen. Die Auswirkungen auf den Verkehr wurden laut Weywadel für Bockhorn nicht untersucht.

Weywadels zweite Frage: „Inwieweit kann hier der Bund als Baulastträger der B 388 in die Verantwortung genommen werden?“ Eine allgemeine Umfahrung von Grünbach sei nicht im Bedarfsplan, und nur eine solche werde vollkommene Entlastung bringen. Denn durch die nun gewünschte Umgehung als verlängerte Nordumfahrung werde immer ein Teil des Verkehrs durch Grünbach rollen. Einen Hinweis gibt das Verkehrsgutachten für die Nordumfahrung. Demnach wird die B 388 zwischen Unterstrogn und Erding im Jahr 2025 durch 13 750 Fahrzeuge belastet sein (heute: 11 250). Bei Bau der Nordumfahrung prognostizieren die Experten zwar eine Entlastung der Bundesstraße. Laut der Studie rollen dann aber noch 8150 Autos auf der B 388 Richtung Erding - und damit wohl durch Grünbach. (Timo Aichele)

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