Auf den Straßen Erdings herrscht immer größeres Gedränge. Darum begrüßt die SPD die Nordumfahrung. Allerdings halten Hans Schmidmayer, Horst Schmidt, Willi Scheib und Michaela Meister (links, v. l.) nichts von einem Sammelsurium nicht vernetzter Einzelmaßnahmen. Der Blick müsse sogar über den Landkreis hinaus reichen. Foto:nie

SPD vermisst Gesamtkonzept

Erding - Die SPD-Fraktionen in Stadtrat und Kreistag stehen hinter der Erdinger Nordumfahrung. Allerdings warnen die Genossen vor einer Stückwerkpolitik. Sie fordern ein Gesamtverkehrskonzept für den Landkreis - und darüber hinaus.

Für die SPD im Stadtrat von Erding sowie im Kreistag führt an der Entlastung der Kreisstadt vom Durchgangsverkehr kein Weg vorbei. „Wir stehen daher hinter der Nordumfahrung“, sagte Kreistags-Fraktionschef Horst Schmidt bei einem Redaktionsbesuch. Man sei sich, ergänzt Hans Schmidmayer, Fraktionsführer im Stadtrat, darüber im Klaren, dass sich der innerstädtische Verkehr nur leicht abbauen lassen werde. „Es geht darum, vor allem auf der Anton-Bruckner-Straße und auf der Alten Römerstraße eine weitere Zunahme zu verhindern.“ Willi Scheib ergänzt, dass die Nordumfahrung einen wichtigen Beitrag leisten werde, den östlichen Landkreis besser an den Flughafen beziehungsweise an die Flughafentangente anzubinden.

Schmidt betont, dass man trotz viel zu kurzer Debatte im Strukturausschuss des Kreistages die südliche Trassenvariante mittrage. „Allerdings ist es bedauerlich, dass die mittleren Varianten nicht näher diskutiert wurden.“ Die SPD, stimmt Scheib zu, sähe hierin einen besseren Schutz der Umwelt. Zudem würden diese Trassen nicht so dicht am Stadtgebiet vorbeiführen.

Die Katze im Sack will die SPD nicht kaufen. Ihre weitere Unterstützung macht sie von Verknüpfungen abhängig. Schmidmayer: „Das Gesamtprojekt macht nur Sinn, wenn die Nordanbindung östlich von Langengeisling sowie eine Stichstraße vom Kronthaler Weiher gebaut werden“, so der Bürgermeisterkandidat von 2008. „Andernfalls drehen sich die Vorteile in Nachteile um. Auf keinen Fall darf die Verbindung zum Erholungsgebiet zum Einfallstor in die Stadt werden.“ Sonst würde das Ziel, den Verkehr von der Johann-Sebastian-Bach-Straße wegzubringen, ins Gegenteil verkehrt. Für Schmidt und Scheib kann die Nordumfahrung ihre volle Wirkung nur entfalten, „wenn die FTO vierspurig ausgebaut wird“.

SPD-Kreisvorsitzende Michaela Meister richtet den Blick über den Ballungsraum Erding hinaus. „Es muss endlich in größeren Dimensionen gedacht werden“, so die Dorfenerin. Für sie macht es keinen Sinn, „wenn jede Ortschaft ihre eigene Umfahrung plant, ohne zum Nachbarn zu schauen“. Unerlässlich sei auch eine kombinierte Planung mit den Schienenprojekten wie S-Bahn-Ringschluss und Walpertskirchener Spange. „Vielleicht gibt es ja sogar Synergieeffekte, wenn Schiene und Straße parallel projektiert werden.“

Für Schmidt der nächste Schritt: „Wir müssen endlich wissen, welche Kosten auf Stadt und Landkreis zukommen.“ Ihm sei klar: „Stichstraße und Nordanbindung muss die Stadt selbst bezahlen.“ Er glaube aber nicht, dass man damit alle finanziellen Belastungen los sei. (ham)

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