Schreiben an Gemeinderat

Verwaltung: Rathaus wird zu klein

Für Aufregung im St. Wolfganger Gemeinderat hat ein wohl überraschendes „Anliegen“ der Gemeindeverwaltung gesorgt.

St. Wolfgang – Auf Antrag von Georg Hofmeister (WG Armstorf) wurde die Beratung über ein gemeinsam verfasstes Schreiben der Verwaltung aus zunächst nichtöffentlicher Sitzung in den öffentlichen Teil verschoben.

In dem von nahezu der gesamten Verwaltung unterzeichneten Papier ging es um „Überlegungen zur Platzsituation im Rathaus“. Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) gehörte nicht zu den Unterzeichnern. Er erklärte, die Verwaltung rege an nachzudenken, ob es mit steigenden Anforderung und Aufgaben im alten Rathaus künftig zu eng werden könnte und eventuell jetzt eine Erweiterung im ehemaligen Bräuhaus-Gelände (Gemeindebesitz) gegenüber dem Rathaus in Betracht gezogen werden sollte.

Nötig war die Diskussion, weil nach der Überplanung des Bräuhaus-Geländes es jetzt in die Umsetzung gehen soll. Das Verwaltungspapier kam bei einigen Räten zunächst gar nicht gut an. Vermutet wurde, die Verwaltung wolle ein neues Rathaus. So meinte denn auch Werner Axenböck, da gehe es wohl ja um einen Neubau, „des kann ned sei, das geht überhaupt ned“. Im Lauf der Diskussion relativierte er seine Aussage und meinte, über Auslagerungen könne man „schon reden“. Anton Daumoser (WG Gatterberg-Schönbrunn) sah keinerlei Notwendigkeit für ein derartiges Projekt, denn in Zeiten von Home-Office (Heimarbeit) sei nicht mit mehr Arbeitsplätzen im Rathaus zu rechnen.

Rupert Numberger (Entwicklung gemeinsam) befand, ein neues Rathaus könne sich die Gemeinde nicht leisten. Eine Erweiterung sei aber denkbar. Auch Hofmeister sah einen kompletten Neubau als „nicht finanzierbar“, denn sonst müsste man wohl Leistungen für die Bürger einschränken. Im Arbeitskreis „Bräuhaus“ habe es aber schon Überlegungen gegeben, externe Flächen im „Bräuhaus“-Projekt für die Verwaltung zu berücksichtigen. Hofmeister schlug vor, man könnte etwa den Trauungs- und Sitzungssaal auslagern.

Josef Stierstorfer (FW) fand den Gedanken der Verwaltung „grundsätzlich nicht schlecht“. Etwas im „Bräuhaus“-Projekt zurückzubehalten für eine spätere, vielleicht notwendige Rathauserweiterung, sei doch nicht verkehrt.

Verwaltungsleiter Christian Miksch sah die Verwaltung in der Diskussion völlig verkehrt verstanden. Er betonte deutlich, es handle sich um „keinen Antrag, sondern um ein Anliegen der Verwaltung“. Man wolle „keinen Neubau“, lediglich auf mögliche, künftige Entwicklungen sollte aufmerksam gemacht werden, dass das Rathaus zu klein werden könnte.  prä

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