Vier Gemeinden ohne Telefon und Internet

Landkreis - Erst ein Rauschen, dann war die Leitung tot. Am Dienstagvormittag beendete ein Wasserrohrbruch in vier Gemeinden Telefon und Internet - wohl bis Samstag.

Es sind vier dicke Kabel mit hunderten von Kupferadern, an denen die Kommunikationsversorgung für die Gemeinden Forstern, Buch am Buchrain, Pastetten und Hohenlinden hängt. Schätzungsweise 2500 Anschlüsse werden durch sie versorgt. Sie führen aus der Betriebsstelle Forstern der Deutschen Telekom unterirdisch zu Verteilerstellen. Ein Zufall wollte es, dass genau dort ein Wasserrohr brach, das den Temperaturschwankungen nicht mehr standgehalten hatte. Das Wasser drang in das Gebäude ein und brachte die Telekommunikation via Festnetz nach und nach zum Erliegen.

„Das sind Rohre aus Gußeisen, so 25 Jahre alt. Die können schon mal reißen. Vor allem, wenn der Boden rundherum durch Straßenbau oder andere Bautätigkeiten verdichtet worden ist“, sagt Forsterns Bürgermeister Georg Els, der von einer „Katastrophe“ spricht: „Firmen verlieren Aufträge, die Raiffeisenbank hat zugemacht, im Einwohnermeldeamt geht auch nichts mehr.“

Ausgangspunkt ist die ehemalige Richtfunkstelle der Telekom in der Feldstraße hinter der alten Gemeindekanzlei. Dort ist die Betriebsstelle eingerichtet, und in steckt ihr viel wasserscheue Technik. Katja Werz, Pressesprecherin Regional bei der Telekom: „Das Wasser hat die Kabelanschlüsse beschädigt. In dem Gebäude ist sehr viel Technik drin. Die vier dicken Kabel wurden nach und nach durchfeuchtet, deshalb wurden auch mit der Zeit immer mehr Leitungen im Vorwahlbereich 08124 tot. Zuerst hat man ein Rauschen gehört, als die Kabel feucht wurden. Waren sie komplett nass, dann ist die Verbindung abgebrochen.“ Ruft man die betroffenen Anschlüsse an, kommt entweder das Besetzt-Zeichen oder eine Ansage.

Seit gestern wird daran gearbeitet, die Kabel auszutauschen. Werz: „Aus Platzgründen kann das nur nach und nach geschehen. Doch ab Mittwoch sind die ersten Kunden wieder am Netz.“

In drei Gemeinden funktioniert die Kommunikation durch Mobilfunk wenigstens teilweise gut. Unser Leser Harald Winter, Inhaber der gleichnamigen Tuning-Firma, schickte uns ein Mail per Handy: „Wir sind im Raum Forstern seit gestern Mittag komplett ohne Telefon- und Internetanschluss. Wir können auch weder Überweisungen noch E-Mails schicken oder andere Daten übertragen.“ So wie ihm ging es vielen Unternehmen im betroffenen Bereich.

In Buch am Buchrain allerdings funktioniert die kabellose Kommunikation nur eingeschränkt. Dort hatte unser Leser Günter Achatz wenigstens Internet. „Festnetz ist komplett weg. Leider ist die Funkversorgung bei uns schlecht. Handys funktionieren nur an exponierten Stellen“, mailte er uns. Er fragt: „Warum ist es nicht möglich, bei größeren Schäden eine Mitteilung über den BR zu verbreiten?“

Els, den wir auf Handy in München erreichten, hatte am Dienstag gleich einen Bautrupp zur Bruchstelle an der Feldstraße geschickt. Erschwert wurden die Reparaturarbeiten am gebrochenen Wasserrohr durch die Tatsache, dass ganz in Nähe eine 20 000-Volt-Leitung der Sempt EW im Boden liegt. „Die hätten wir abschalten müssen, wenn wir dort im Dunkeln gegraben hätten. Und dann wäre die Nachbarschaft ohne Strom gewesen.“ Deshalb hat man die Aktion auf Mittwochfrüh verlegt.

„Man sieht an diesem Fall, wie abhängig wir von der Kommunikationstechnik sind“, sinniert Els, der in der nächsten BürgermeisterDienstkonferenz anregen will, dass man sich über Notpläne Gedanken macht: „Es geht doch nicht, dass wir von einem Unternehmen abhängig sind und alles lahmgelegt wird, wenn da eine Panne passiert.“

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