Mit Begeisterung brachten die Bürger bei der Visionsphase ihre Vorstellungen für das Jahr 2031 zu Papier. foto: mot

Visionen von Badeteich bis Hard Rock Cafe

Buch am Buchrain - Ein Erfolg war die Zukunftswerkstatt im Rahmen der interkommunalen Modellstudie „Älter werden auf dem Lande". 75 Bürger aus vier Gemeinden sprudelten nur so vor Ideen.

Der nächste Schritt zur Erstellung der Modellstudie „Älter werden auf dem Lande - in der Nähe Münchens“ ist getan. Auf Grundlage der Expertenrunden im März diskutierten 75 Bürger aus den vier teilnehmenden Kommunen in einer Zukunftswerkstatt über die Ortsentwicklung. Darunter waren auch die Bürgermeister aus Forstern, Pastetten, Buch am Buchrain und Hohenlinden.

„Im Mittelpunkt des heutigen Tages soll der Dialog mit Ihnen stehen“, erklärte Martin Späth vom Stadtplaner-Büro Planungsgruppe 504 den Bürgern. Anlass für die Studie ist der demografische Wandel, welcher eine Veränderung der Geburtenzahlen, Lebenserwartung, Sterblichkeit sowie der Zu- und Abwanderung bedeutet. Späth: „Zusammenfassend können wir sagen: Wir werden weniger, älter und bunter.“

Derzeit befindet sich die Modellstudie noch in der Bestandsanalyse. Die vier Kommunen hat das Münchner Planungsbüro schon genau unter die Lupe genommen. „Buch, Hohenlinden, Forstern und Pastetten verbindet viele Dinge“, berichtete Späth. Parallelen seien ein Siedlungswachstum ab 1970, Strukturwandel in der Landwirtschaft, ähnliche Siedlungsstruktur, lebendiges Vereinswesen und eine funktionierende Infrastruktur. Außerdem sei überall die Zahl der Auspendler größer als die der Einpendler und Bevölkerungswachstum zu erwarten.

Ähnlich sind aber auch die Schwächen der Modellgemeinden. „Sie alle haben einen Mangel an Treffpunkten, eine schwierige Nahversorgung für weniger mobile Menschen, ein zu wenig differenziertes Wohnungsangebot, eine nicht so gute Anbindung zur S-Bahn und Probleme bei den Ortsdurchfahrten“, berichtete Späth.

Zur Vertiefung der Hauptthemen wurden in der Zukunftswerkstatt die drei Arbeitsgruppen Ortsentwicklung, Wohnformen und Alltagsleben gebildet. Die 75 Bürger aus allen vier Gemeinden wurden gleichmäßig aufgeteilt. Mit viel Begeisterung und Motivation waren die Anwesenden mit dabei.

Dies war vor allem bei der Visionsphase zu spüren. Auf sieben großen Plakaten ließen die Bürger ihren Erwartungen, Wünschen und ihrer Kreativität freien Lauf, was im Jahr 2031 alles dank der Modellstudie erreicht und umgesetzt worden ist. Die Bandbreite der Ideen, welche anschließend von Stadtplanerin Gabrielle Heller präsentiert wurden, war riesig.

Einige Vorstellungen waren Ortsmitten mit Wohlfühl-Charakter, Pendelfahrzeuge zu Praxen und Geschäften, Mehrgenerationenhäuser und Cafés, Senioren-WGs, Wanderkarten mit eingezeichneten Sitzgelegenheiten, ein Badeweiher in Hohenlinden oder ein Naturerlebnispfad am Bucher Hammerbach. Weitere Wünsche waren Sportangebote und Gedächtnistraining für Senioren, alt werden im eigenen Umfeld, eine stationäre Pflege der vier Gemeinden sowie Radwege zu allen vier Orten.

Etwas ausgefallener waren die Ideen Open-Air-Kino in der Pastettener Kiesgrube, eine Aufforstung mit Bachlauf und Schwimmteich nahe der Autobahn oder ein Bucher Hard Rock Cafe, das auch von Senioren genutzt wird.

Die Planer waren begeistert. „Es ist erstaunlich, was da rauskommt“, sagte Heller. Auch Hohenlindens Bürgermeister Maurer war zufrieden mit der Zukunftswerkstatt. „Man spürt, dass die Orte immer mehr zusammenwachsen. Ich bin überzeugt, dass wir viele Ideen gemeinsam umsetzen werden und vieles funktionieren wird.“ Der nächste öffentliche Schritt ist eine Strategiewerkstatt im Juli, in der Leitbilder und Projektideen zum Konzept umgearbeitet werden.

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