Dem Idol ganz nahe: Davydov-Sprößling Nikolai (r.) mit dem zur Zeit weltbesten Abfahrer und WM-Favoriten Didier Cuche nach dem Rennen in Kitzbühel. foto: privat

Vladimir Davydov macht die Moldawier locker

Wartenberg - Der Wartenberger Physiotherapeut Vladimir Davydov bertreut das Moldawische Ski-Team bei den Weltmeisterschaften in Garmisch Partenkirchen.

Legendär waren ihre Duelle bei vergangenen Ski-Weltmeisterschaften und Winter-Olympiaden: Dabei ging es bei Prinz Hubertus von Hohenlohe, der für Mexiko startete, und Vladimir Davydov, Kirgise aus Wartenberg, allerdings nicht um Spitzenplätze, sondern darum, wer sich auf den letzten Rängen besser platziert hatte - nach dem Motto: Dabeisein ist alles. In Turin 2006 gab Davydov seine Abschiedsvorstellung im olympischen Stangerlwald. Seitdem ist der Physiotherapeut und Sportlehrer, der in Berglern eine Praxis betreibt, nur mehr als Betreuer bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften dabei. Auch in den kommenden zwei Wochen ist Davydov bei der Ski-WM in Garmisch Partenkirchen zum dritten Mal als Physiotherapeut der moldawischen Ski-Equipe akkredidiert.

Dieses setzt sich allerdings nicht aus Sportlern Moldawiens, sondern aus Gastfahrern zusammen, die meist von etablierten Ski-Teams ausgemustert oder nicht nominiert wurden. Aushängeschild der Moldawier ist der Schweizer Urs Imboden, in der laufenden Saison bester Slalom-Fahrer der Eidgenossen. Sein größter Erfolg war der fünfte Slalom-Platz bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, damals noch in der Schweizer Mannchaft. Als weitere Spitzenplätze ausblieben, nahm er zusammen mit Christophe Roux die moldawische Staatsbürgerschaft an.

Davydov wird allerdings nicht nur diese beiden Ex-Schweizer, sondern auch noch den Österreicher Georg Lindner, dieser ist neu im Moldawien-Kader, vor dem Start locker machen und betreuen. Außerdem sichern sich am Start weitere Fahrer aus der Schweiz die Dienste des Wartenbergers, „gerade wie es sich ergibt“. Ausgenommen Abfahrts-Ass Didier Cuche, „der zur Zeit nicht nur in einer eigenen Liga fährt, sondern auch seinen eigenen Betreuerstab hat“, erzählt Davydov.

Am kommenden Donnerstag reist der Wartenberger ins Werdenfelser Land und bleibt bis Sonntag. Dann ist er wieder in seiner Praxis eingespannt, ehe er am letzten WM-Wochenende bei den technischen Herrendisziplinen wieder als Betreuer im Einsatz ist. Wenn er auch in moldawischen Diensten steht, schlägt Davydovs Herz zu allererst für die Deutschen Athleten. „Am besten wäre, es gewinnt ein Deutscher vor einem Schweizer und einem Moldawier“, sagt er lachend.

Aber nicht nur bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ist Davydov als Betreuer von Imboden und Co. dabei, sondern auch bei Weltcup-Rennen in der näheren Umgebung. Vor zwei Wochen war er in Kitzbühel akkredidiert. Die Rennen in Gröden und Schladming musste er allerdings absagen, denn zum gleichen Zeitpunkt wurde er von seinem Sohn Nikolai in Beschlag genommen. Dieser kickt beim Löwen-Nachwuchs (C-Junioren). „Da bin ich richtig eingespannt.“ Denn Vladimir Davydov fährt seinen Sprößling nicht nur zu den Spielen („die sind in ganz Europa unterwegs“), sondern betreut die Buben auch physiotherapeutisch, „natürlich freiweillig und unentgeltlich“, betont Davydov. (jok)

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