Biotop Stoawiesn in Steinkirchen
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Das Mähgut für die Stoawiesn wurde eigens aus der Garchinger Heide und dem Nymphenburger Schlosspark aufs Planegger Gemeindegebiet übertragen.

Die Würmtaler Stoawiesn

Vom Erdbeerfeld zum Vorzeigebiotop

  • Victoria Strachwitz
    VonVictoria Strachwitz
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Die Rote Liste gefährdeter Arten ist gut gefüllt. Im Würmtal gibt es zahlreiche Biotope, in denen vom Aussterben bedrohten Arten mit viel Aufwand geholfen wird, zu überleben. Wir stellen einige Biotope vor. Heute die Stoawiesn im Planegger Ortsteil Steinkirchen.

Die Saat ist aufgegangen. Wo noch vor wenigen Jahren eine Erdbeerwiese war, ist jetzt die Stoawiesn. Das klingt nicht nach Aufwertung. Doch auf dem Gelände in Steinkirchen ist mit viel Mühe und Planung ein erstklassiges Biotop entstanden.

Die Stoawiesn in eine der artenreichsten Flächen in Planegg

Eine saftige, gedüngte, nährstoffreiche Wiese kann keine Artenvielfalt vorweisen. Der steinige und nährstoffarme Boden, der dem Namen Steinkirchen alle Ehre macht, liefert dafür hingegen die beste Voraussetzung. Also ließ die Gemeinde Planegg vor zehn Jahren aus der Garchinger Heide und dem Nymphenburger Schlosspark eigens Mähgut übertragen, um ein Naturparadies zu schaffen. 250 000 Euro und wenige Jahre später ließ sie die Fläche wissenschaftlich untersuchen: „Bereits 2015 beherbergten die Flächen 74 höhere Pflanzenarten, darunter 37 von naturschutzfachlicher Bedeutung.“ Und heute kann der Umweltamtsleiter der Gemeinde Planegg, Richard Richter, sagen: „Das ist eine unserer artenreichsten Flächen.“

Die Mähgutübertragung habe sehr gut funktioniert. Ihn freut, dass der Erfolg noch lange anhalten wird. Die Wiese kann heute nur noch sehr schwer bebaut werden, denn das Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen“ hatte nicht nur Folgen für die Bienen. Artenreiche Blumenwiesen sind seitdem geschützte Biotope und damit ist jetzt nicht mehr nur der Magerrasen in der Mitte der Stoawiesn, sondern auch die Magerwiese drumherum ein ordentliches Biotop. „Da braucht keiner mehr überlegen, zum Beispiel eine Asylunterkunft daraufzustellen“, sagt Richter. Aber auch wenn er sagt: „Das ist unser Vorzeigebiotop schlechthin“, es bleibt ausbaufähig. „Die Artenvielfalt könnte noch größer sein“, meint er.

Bunt gestaltete Infotafeln klären Interessierte auf

Spaziergänger, Hunde und Radler verhinderten dies. Die hochwertigste Fläche der Gemeinde sei nicht sicher. „Den Zaun haben sie uns mutwillig kaputtgemacht“, musste er feststellen. Die Hinterlassenschaften von Hunden, die sich auf der Wiese frei bewegen, brächten Nährstoffe in den Boden ein, die das Biotop nicht benötige – im Gegenteil. Und manch seltenes Tier siedle sich nicht an, solange es nicht die nötige Ruhe bekäme. „Die Zauneidechse kommt nicht, solange Hunde kreuz und quer herumrennen“, erklärt Richter. Dabei habe die Gemeinde eigentlich gute Voraussetzungen für sie geschaffen.

Um die Artenvielfalt auf der Stoawiesn noch zu steigern, klären bunt gestaltete Infotafeln Interessierte seit einigen Jahren auf. Sie sollen den Schatz auch für diejenigen sichtbar machen, die ihn nicht auf den ersten Blick erkennen.

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