Weicher Untergrund

Wackeliger Bahnausbau

Dorfen - Der zweigleisige Bahnausbau zwischen Mühldorf und München könnte zu einem finanziellen Abenteuer werden. Die Bodenverhältnisse sind offenbar unabwägbar.

Seit einigen Wochen fahren die Züge auf Bayerns am stärksten befahrener eingleisiger Bahnlinie zwischen den Bahnhöfen Weidenbach und Schwindegg nur sehr langsam. Dabei war 2012 der Abschnitt zwischen Weidenbach und Schwindegg aufwändig saniert worden. Zwei Wochen lang war die Bahnstrecke deshalb komplett gesperrt worden. Die Bahn kündigte damals an, das nach den Bauarbeiten die Züge in diesem Abschnitt mit 140 km/h verkehren könnten. Doch längere Zeit befand sich jetzt in dem Bereich eine Langsamfahrstelle. Dies führte immer wieder zu Verspätungen.

In einem Internetblog ist dies jetzt thematisiert worden. Ein Pendler hat sich wegen der Verspätungen den Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube gewandt. Der hat nun über den Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, antworten lassen. Das Schreiben enthält brisante Details.  „Der von Ihnen angesprochene Streckenabschnitt zwischen Schwindegg und Weidenbach wurde 2012 erneuert. Auf einer Länge von fünf Kilometern wurden Schotter, Schwellen und Schienen ausgetauscht. Innerhalb dieses Abschnittes gibt es auf 700 Meter Länge Probleme mit der Tragfähigkeit des Untergrundes, die bei der Planung der Maßnahme trotz erstelltem Bodengutachten nicht vorhersehbar waren“, schreibt Josl. Die erforderliche Stabilisierung des Untergrundes sei nur in aufwändiger Vorgehensweise zu erzielen. „Hierfür wäre eine weitere, mindestens zweiwöchige Sperrung notwendig. Aus Rücksicht auf die Kunden im Personen- und Güterverkehr versucht DB Netz derzeit die Situation mit zusätzlichen Stopfarbeiten zu bewältigen“. Diese Vorgehensweise sei aus Sicht aller Beteiligten „diejenige mit den wenigsten Einschränkungen“.

Die Stellungnahme Josel untermauert die Auffassung des Planungsbüros SSF Ingenieure AG. Das Planungsbüro hat in einer Kostenschätzung eine Trog-/Tunnellösung für den Bereich Dorfen Wasentegernbach 430 Millionen Euro ermittelt.Die Planer gehen davon aus, dass aufgrund schlechter Bodenverhältnisse nur ein Drittel der Strecke in Trogbauweise erstellt werden kann, für den Rest müssten Tunnels gebaut werden.  Die Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ hatte diese Aussage heftig kritisiert und als nicht relevant zurückgewiesen.

Der Bahn sind schwierige Baugrundverhältnisse auf der Strecke München-Mühldorf bewusst, wie Bernd Honerkamp, Sprecher Bayern der DB Mobility Logistics AG gestern auf Anfrage unserer Zeitung einräumte. Das werde bei den Ausbauplanungen auch berücksichtigt. In einer entsprechenden Dichte würde auch die Bodengutachten angefertigt.

Anton Renner

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