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Alles gerichtet ist im Plenarsaal des Reichstags. Hier wird am Sonntag der Bundespräsident gewählt.

Wahl des Bundespräsidenten

Zwei Stimmen für Steinmeier

Zwei von 1260 Stimmen für den zwölften Bundespräsidenten: Die Erdinger Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD) wählen am Sonntag Frank-Walter Steinmeier – freilich mit unterschiedlichen Gefühlen.

ERding - Im Deutschen Bundestag hatten zuletzt die Handwerker das Sagen: blaue Stühle raus, schwarze Stühle rein. Denn die Bundesversammlung, deren einzige Aufgabe es ist, den Bundespräsidenten zu wählen, umfasst 1260 Mitglieder. Zwei davon kommen aus dem Wahlkreis Erding-Ebersberg, die Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD). Weitere Wahlleute aus dem Kreis Erding gibt es nicht.

Nachdem sich die Große Koalition auf den bisherigen Außenminister Frank-Walter Steinmeier geeinigt hat, werden auch Lenz und Schurer für ihn stimmen. Für den SPD-Mann Schurer ist das keine Frage: „Frank-Walter Steinmeier hat mit seiner Besonnenheit und seinem Durchhaltevermögen im Amt des Außenministers überzeugt. Er steht für die Grundwerte der Bundesrepublik ein und wird diese im Amt des Bundespräsidenten würdig, aber entschieden verteidigen.“ Steinmeier und Schurer kennen sich seit Jahren aus dem Bundestag.

Nicht ganz so euphorisch ist der CSU-Abgeordnete Lenz. „Ich halte Herrn Steinmeier schon für wählbar. Das ist keine Frage.“ Aber nicht vorbehaltlos: „Bei seinen Vorstellungen hat er mich nicht vom Hocker gehauen. Vieles von dem, was er gesagt hat, ist richtig. Aber ich weiß nicht, ob er in einer Art die Menschen erreicht wie zum Beispiel Joachim Gauck.“

Den Stab über Steinmeier brechen will Lenz freilich nicht. „Er kann ja im Amt noch wachsen. Aber aktuell fehlt mir bei ihm der Funke, der überspringt.“

Wie viele andere Unionspolitiker treibt es auch Lenz um, dass es CDU/CSU nicht gelungen ist, einen eigenen Kandidaten zu finden. „Viele wünschen sich beim Bundespräsidenten eine Wahl, zumindest für die Vertreter der Bundesversammlung.“ Er hätte es daher sehr begrüßt, „wenn die Union eine Persönlichkeit aufgeboten hätte, die gesellschaftlich und überparteilich Zustimmung findet“.

Lenz ist sich trotz der verpassten Chance von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sicher: „Einen solchen Bewerber hätte es in unseren Reihen schon auch gegeben.“

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