Volles Haus: Gastgeber Vroni Vogel (am Tisch) und Dieter Knirsch (am Flügel). foto: and

Andrang auf Bühne im Knirschvogelhaus

Adele macht Kopfkino

Walpertskirchen - Die Bühne im Knirschvogelhaus wird von Mal zu Mal kleiner. Immer mehr Leute wollen dabei sein, wenn es dort zum musikalisch-literarischen Treffen kommt.

Walpertskirchen - Die Künstler haben kaum Platz, schlängeln sich zwischen den Stücken aneinander vorbei. Wenn sie nicht dran sind, drängen sie sich auf ein Bänkchen. Die Zuschauer in der ersten Reihe erleben das gesamte Geschehen hautnah - im besten Wortsinn. Da kommt es schon mal vor, dass ein schriller Saxophon-Ton mit voller Kraft direkt im Ohr landet. Aber gerade das ist es ja, was die Atmosphäre im Knirschvogelhaus in Walpertskirchen ausmacht. Und das wollen anscheinend noch immer mehr Leute erfahren. Bei beiden Musiklesungen war es wieder voll im Wohnzimmer der Gastgeber Vroni Vogel und Dieter Knirsch. Sie hatten zu „Adele meets Jazz“ geladen - einer abgedrehten Musiklesung mit dem Titel „Von schrulligen Gespenstern und schrillen Gesängen“.

Mittlerweile gibt es drei Geschichten über Adele, mit zweien war Vroni Vogel mit einem Blockflöten-Ensemble vergangenes Jahr im Landkreis auf Tour. Adele sei durch und durch mit Musik verbunden, deshalb sei es nur naheliegend gewesen, ihren Charakter mit selbiger zu untermalen.

Dafür eignet sich im Knirschvogelhaus die Familie bestens: Ehemann Dieter Knirsch, der bekanntermaßen wunderbare Töne aus seinem Flügel herausholt, und Sohn Quirin, mit seinen gerade 14 Jahren ebenfalls schon ein Meister am Klavier. Für die Texte seiner Mutter hat er zwei Stücke komponiert: eines davon ein überzeugender Schneeflockensturm, worüber sich Vroni Vogel besonders freute. Dazu kommen die mittlerweile eingespielten Musikerfreude: „Der unglaubliche Stephan Glaubitz“, so Vroni Vogel, am Bass - er versteht sich musikalisch blind mit Knirsch. Michael Außerbauer und Sara Gallitz überzeugten am Saxophon. Ralph Außerbauer sorgte dezent am Schlagzeug für die richtigen Klänge. Beeindruckend imitieren alle zum Beispiel zusammen das „knurrende Aufstöhnen“ der Dielen, über die Adele im alten Landhaus schleicht.

Bei ihr handelt es sich um eine liebenswerte Drama Queen, deren gespenstische Erlebnisse Vroni Vogel in malerischer Sprache beschreibt. Durch die perfekte Intonation entsteht ein spannendes Kopfkino. Überzeugend imitiert sie etwa die „Riesenfledermaus mit Piepsstimme“, die unbedingt „Maria durch ein Dornwald ging“ singen will. Knirsch zeigt dazu am Klavier, was man musikalisch aus diesem traditionellen Weihnachtslied machen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass der kreativen Autorin noch eine Sommergeschichte zu Adele einfällt. and

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