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Ein trauriger Anblick: Der massiv abgeholzte Bahndamm in Walpertskirchen.

Am Bahndamm in Walpertskirchen 

Anwohner kritisieren Kahlschlag

Einen Baum nach dem anderen hat die Deutsche Bahn am Bahndamm in Walpertskirchen fällen lassen – für viele Anwohner ein Frevel an der Natur.

Walpertskirchen – Eine Abholzaktion am Walpertskirchener Bahndamm sorgt im Ort für Aufregung und Ärger: Schockiert beobachteten Anwohner, wie ein Arbeitstrupp am Bahndamm in Nähe des Bahnhofs in einer mehrtägigen Aktion einen Baum nach dem anderen fällte. Mit einem Schild, das sie am Ort des Geschehens anbrachten, fassten Betroffene ihre Fassungslosigkeit in Worte: „Ja kann das denn wahr sein! Warum schneidet ihr so viele Bäume ab?“, steht da, und weiter: „Das ist Baumfrevel! Und das wird ein Nachspiel haben!“, war darauf zu lesen.

Georg Heilmeier suchte das Gespräch mit unserer Zeitung. Bei allem Verständnis für Pflegemaßnahmen könne er diese massive Abholzung nicht nachvollziehen, so derAltbürgermeister. „Das ist übertrieben!“

Alarmierte Bürger wandten sich an seinen Amtsnachfolger Franz Hörmann. Wie der Gemeindechef berichtete, habe zwischenzeitlich eine Begehung mit Lukas Auer von der Unteren Naturschutzbehörde stattgefunden. Die Behörde sei von Anfang an eingebunden gewesen, ihre Vorgaben seien eingehalten worden. Das bestätigte die Pressesprecherin des Landratsamtes, Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, auf Anfrage unserer Zeitung in einer schriftlichen Mitteilung. Bei den Fällungen am Bahndamm im Walpertskirchen handle es sich sowohl um Maßnahmen zur Verkehrssicherungspflicht, als auch um notwendige Gehölzbeseitigungen für die geplante Erneuerung der Überführung an der Hammerbachstraße. „Die Maßnahmen waren vorab mit der Unteren Naturschutzbehörde im Rahmen von Begehungen abgestimmt und die Gehölze entsprechend markiert worden“, so die Behördensprecherin. Hierbei seien auch diejenigen Bäume festgelegt worden, bei denen lediglich Pflege- und Kronenschnitte erfolgen sollten oder bei denen aus Gründen des Artenschutzes die Stämme erhalten bleiben.

„Das ist Baumfrevel!!!“: Mit einem Schild fassten Betroffene ihre Fassungslosigkeit in Worte.

Die Einhaltung dieser Abstimmung habe Auer von der Unteren Naturschutzbehörde kontrolliert. „Hierbei wurden keine Abweichungen festgestellt“, soweit die Pressemitteilung des Landratsamts.

Auch die Deutsche Bahn hat ein Statement zu dem Vorgang abgegeben. Sie verweist auf den aktuellen Aktionsplan Vegetation. Extremwetterlagen mit Auswirkungen auf das System Schiene hätten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Allein im Herbst 2017 und Anfang 2018 hätten schwere Stürme für Zugausfälle oder Verspätungen sowie Schäden an Gleisen und Anlagen in Millionenhöhe gesorgt, so die Bahn. Der Aktionsplan Vegetation der Deutschen Bahn trage den geänderten Rahmenbedingungen und Auswirkungen von Extremwetterlagen auf den Bahnbetrieb Rechnung. „Es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Schiene sturmsicherer zu machen – damit die Fahrgäste bei Wind und Wetter verlässlich ihr Ziel erreichen“, betont die Bahn.

In Walpertskirchen wurden seitens der Bahn viele Jahre keine behutsamen Pflegearbeiten am Bahndamm vorgenommen, sodass die konzertierte Fällaktion zumindest für betroffene Gemeindebürger wie ein brachialer Kahlschlag wirkt.

Vroni Vogel

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