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Dank einer Walpertskirchener Hilfsaktion konnte Seydou Maiga eine Pumpe kaufen, um in Mali seine Felder am Niger bewirtschaften zu können.

Asylbewerber Seydou Maiga aus Mali

Mit Hoffnung zurück in die Heimat

Walpertskirchen – Mehr als ein Jahr lang wohnte Seydou Maiga aus Mali in der Walpertskirchener Asylunterkunft. Doch er wollte zurück in sein Heimatland, zurück zu seiner Familie. Nachbarschaftshilfe und Helferkreis unterstützten ihn dabei – und leisteten Hilfe zur Selbsthilfe.

Mit konkreter Hilfe zur Selbsthilfe sorgten ehrenamtlich Tätige für den glücklichen Ausgang einer Flüchtlingsgeschichte – und die Walpertskirchener Bevölkerung half mit: Das Engagement der Walpertskirchener Nachbarschaftshilfe und des örtlichen Helferkreises hat geklappt. Der Verein unterstützte den Kauf einer Wasserpumpe für ein Dorf in Mali, das als eines der ärmsten Länder der Welt gilt.

Das ist die Heimat des 36-jährigen Seydou Maiga, der über ein Jahr in der Walpertskirchener Asylunterkunft gewohnt und im nahe gelegenen Hotel-Restaurant Hallnberg als Spüler gearbeitet hat. Hans Fertl und Silke Itjeshorst vom örtlichen Helferkreis gaben dem Westafrikaner Deutschunterricht. Außerdem half Itjeshorst ihm, seine freiwillige Rückreise zu organisieren, zu der sich Maiga entschieden hatte. In einem Dorf in der Nähe von Timbuktu warteten seine Frau, seine drei Kinder und die gesamte Großfamilie auf ihn.

Der jüngste Sohn ist stark entwicklungsverzögert, kann weder selbstständig laufen noch essen. Am 10. Mai schließlich reiste der Familienvater über das EU-Projekt „Coming home“ in seine Heimat zurück – und kam nicht mit leeren Händen in seinem Dorf an. Denn die Nachbarschaftshilfe hatte eine Spendenaktion beim Fastensuppenessen initiiert, um Maiga seinen größten Wunsch zu erfüllen: den Kauf einer mobilen Pumpe, um damit rund 20 Hektar Ackerland am Niger bewirtschaften zu können (wir berichteten). Die Walpertskirchener spendeten rund 3500 Euro. Weitere 2000 Euro steuerte „Coming Home“ bei, als Maiga eine Rechnung sowie Bild- und Videomaterial vorwies, das zeigte, wie er mit der funktionstüchtigen Pumpe die Felder bewässerte.

Nach längerer Suche hatte er die Pumpe im August erworben. Es blieb auch noch Geld, um Saatgut und Schläuche zu kaufen. Die eigene Pumpe erleichtert das Leben der Großfamilie ganz entscheidend und sichert deren Existenz, erzählt Itjeshorst. Bisher musste sich der 20-köpfige Familienverbund die Pumpe über viele Jahre ausleihen und dafür einen Großteil der Ernte investieren, da in Naturalien bezahlt wurde.

Itjeshorst, die fließend französisch spricht, wurde während Maigas Zeit in Walpertskirchen zu seiner wichtigsten Ansprechpartnerin. Sie setzte sich intensiv mit Mali auseinander und viele Hebel in Bewegung, damit der Pumpenkauf samt komplexer Abwicklung verwirklicht werden konnte. „Super, dass alles geklappt hat. Das ist ein echtes Erfolgserlebnis“, freut sich die Helferin.

Die freundschaftlichen Bande zwischen dem Westafrikaner und der Familie Itjeshorst bleiben bestehen. Über Facebook ist man weiterhin in Kontakt. Nur Maigas Einladung, ihn in Mali zu besuchen, kann die Walpertskirchener Familie wohl nicht folgen. „Das wäre zu gefährlich“, bedauert Itjeshorst. Politisch bleibt die Lage im Norden des Landes kritisch. Immer wieder erschüttern kriegerische Konflikte die Heimatregion Maigas. Erst kürzlich hat der Westafrikaner Itjeshorst ein Video geschickt. Es zeigt ihn auf einer Friedensdemonstration.

Vroni Vogel

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