Zweigleisiger Ausbau 

Bahn bittet Walpertskirchen kräftig zur Kasse

Walpertskirchen - Fassungslos und verärgert reagierten die Walpertskirchener Räte auf die Planung zum zweigleisigen Bahnausbau im Gemeindegebiet. Am Donnerstag stellten zwei Vertreter von DB-Netze das Konzept vor.

Obwohl Kommune und Bahn erst vor wenigen Wochen ein Gespräch geführt hatten, wurden nun ohne Vorinformation neue Planungen präsentiert – mit immenser Kostenbeteiligung für die Kommune. Die DB-Aussagen zur Straßenüberführung bei Schwarzhölzl und zum Bahnübergang bei Schwabersberg stießen auf Kopfschütteln.

Bei Schwarzhölzl schreibt die Bahn der Gemeinde ein „Verlangen“ zu, die Straßenüberführung breiter zu bauen. Dafür soll sich die Kommune mit zwei Millionen Euro an den Gesamtkosten (3,3 Mio.) beteiligen. „Das Verlangen ist mir bisher nicht bekannt“, kommentierte das Bürgermeister Franz Hörmann (CSU). Balthasar Lex (FW) ergänzte mit ironischem Unterton: „Du weißt es bloß noch nicht.“ Jochen Göß (CSU) sagte: „Die Bahn baut die Brücke, und die Gemeinde wird in dieses Verlangen gedrängt.“ Er fühle sich „total überfahren“.

Man hätte vorbeikommen müssen, räumte Bahnvertreter Reiner Gubitz ein. „Diesen Schuh müssen wir uns anziehen.“ Zu Schwarzhölzl schreibt die Bahn: „Aufgrund des zweigleisigen Ausbaus sind Maßnahmen erforderlich. Die lichten Abmessungen der Straßenüberführung sind für den zweigleisigen Ausbau mit Elektrifizierung nicht ausreichend.“ Über die Zuschusshöhe solle sich die Gemeinde selbst beim „Fördermittelgeber“ erkundigen, rieten die DB-Vertreter. Man wisse jedoch, dass die Förderung zu einem „vernünftigen Satz“ erfolge.

In der Vorplanung dieser Straßenüberführung sieht die Bahn auch einen 2,50 Meter breiten Gehweg vor. Hörmann: „Das ist jetzt nicht Ihr Ernst“, zumal rechts und links Wiesen verliefen.

Der schienengleiche Schwabersberger Bahnübergang soll laut Bahn beseitigt und dafür das Wegenetz angeglichen werden. Bei den Kosten liege eine „Besonderheit“ vor. Der Feld- und Waldweg sei öffentlich gewidmet. Die Erhaltungslast liege damit bei den Grundstückseigentümern, die deshalb grundsätzlich ein Drittel der Kosten zu tragen hätten. Die Gemeinde könne jedoch diesen Weg und damit die Kosten übernehmen, um die Anlieger zu entlasten.

Es gebe noch einen Sonderfall: Falls die Maßnahme 460 000 Euro nicht übersteigt, würden Bund und Bahn die Kosten komplett übernehmen. Die Ersatzwege verlaufen laut Bahnplanung teils auf Privatgrund. Mit den Eigentümern habe man noch nicht gesprochen. Hörmann forderte, die Betroffenen einzubeziehen.

Vroni Vogel

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