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Im Baugebiet WA3 in Walpertskirchen werden im Herbst die Bauplätze vergeben. Pünktlich dazu hat die Gemeinde ihr Einheimischenmodell überarbeitet und den EU-Richtlinien angepasst.

Baugrund in Walpertskirchen 

Einheimischenmodell: Jetzt kann sich jeder bewerben

Die Gemeinde Walpertskirchen hat ihr Einheimischenmodell überarbeitet. Eine wesentliche Neuerung ist, dass sich jetzt jeder für einen Bauplatz bewerben kann. Das war bisher Ortsansässigen vorbehalten.

Walpertskirchen Neue Richtlinien fürs Einheimischenmodell: Nachdem bald die Bauplätze im neuen Siedlungsgebiet WA3 in Walpertskirchen vergeben werden sollen, hat die Gemeinde das Einheimischenmodell überarbeitet. Nun wurde es in der Gemeinderatssitzung besprochen.

Eine wesentliche Neuerung darin: Bisher sind nur Ortsansässige antragsberechtigt gewesen, jetzt kann sich jeder Bauherr dafür bewerben. Aber es gibt für die Ortsansässigkeit nach wie vor noch Punkte. Allerdings darf diese Gewichtung nur noch maximal 50 Prozent der Vergabepunkte ausmachen, informierte Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) über die Vorgaben nach EU-Recht. Wer fünf Jahre in der Gemeinde wohnt, erhält bei diesem Kriterium volle Punktzahl.

Die „Bedürftigkeit“ für einen vergünstigten Bauplatz im Einheimischenmodell war dem Ratsgremium sehr wichtig. Nicht antragsberechtigt sollen Personen sein, die bereits über Wohneigentum verfügen. Dies erstreckt sich auch auf die Elterngeneration der Bauwilligen, was jedoch nicht von allen Gemeinderatsmitgliedern befürwortet wurde. So ging dieser Teilbeschluss deshalb nach eingehender Diskussion mit acht zu fünf Gegenstimmen durch.

Jochen Göß (CSU) war dagegen, die Wohneigentumsfrage auf die Eltern auszuweiten. Gerechterweise müssten dann auch elterliche Vermögenswerte an sich gewichtet werden. Dies alles zu überprüfen, sah Göß als schwierig an, zumal jetzt auch Interessenten von außerhalb zugelassen seien. Er meldete rechtliche Bedenken an und wies darauf hin, dass nicht immer das beste Einvernehmen zwischen Kindern und Eltern herrsche. Außerdem habe die Gemeinde immer noch im Einzelfall ein grundsätzliches Veto-Recht, um eine ungerechte Vergabe zu verhindern, argumentierte Göß.

FW-Gemeinderat Josef Glockshuber hatte dagegen „Bauchweh“, diesen Punkt herauszunehmen. Mit Blick auf die lange Bewerberliste und das Kriterium der Bedürftigkeit votierte er dafür, dass elterliches Wohneigentum eine Antragsstellung ausschließe.

Kinder, Familienmitglieder mit Behinderung oder Pflegebedürftigkeit sowie festgelegte Einkommensgrenzen waren soziale Kriterien, um Pluspunkte für einen Bauplatz zu bekommen. Zudem gibt’s für ehrenamtliches Engagement einen Punkt.

Der Walpertskirchener Gemeinderat gab für die Grundzüge des überarbeiteten Einheimischenmodells in der Sitzung grünes Licht. Nach einer rechtlichen Überprüfung wird das Konzept noch einmal im Ratsgremium behandelt.

Jetzt müsse die Erschließung fertig gestellt werden und die Vermessung erfolgen, um die Grundstücksgrößen festlegen zu können. Demnach sei mit der Vergabe der ersten Bauplätze, die über einen längeren Zeitraum nach und nach veräußert werden sollen, um den Jahreswechsel zu rechnen. Einige der 20 Parzellen will die Gemeinde auf dem freien Markt verkaufen.

Vroni Vogel

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