Bohrungen laufen

Die Vorarbeiten zum zweigleisigen Bahnausbau laufen: Derzeit wird auf der Bahnstrecke zwischen Markt Schwaben und Dorfen der Untergrund mit Bohrungen untersucht

Walpertskirchen – Erster Treffpunkt eines Pressegesprächs war der Bahnhof in Walpertskirchen. Dann ging’s weiter zum Bahnhof nach Thann-Matzbach. Dort hatte man die Gelegenheit, einen Bohrzug zu besichtigen und mit den Fachleuten zu sprechen. Wie der Sachverständige für Geotechnik, Diplomingenieur Franz-Xaver Trauner, erläuterte, werde auf der Strecke an insgesamt acht Wochenenden mit Sperrpausen im Schichtbetrieb gebohrt, um den regulären Zugbetrieb möglichst wenig zu stören. „Die Einschränkung soll auf ein Minimum reduziert werden.“ Die Bohrungen sind sieben bis 15 Meter tief. Im Durchschnitt brauche man für einen Meter etwa eine Stunde. Mit der Baugrunderkundung will man genauen Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit und Grundwasserverhältnisse erhalten – eine wichtige Basis für die Kostenermittlung. Die Untersuchung werde individuell auf die Planung abgestimmt.

Nach dem zweigleisigen Ausbau samt Elektrifizierung sollen die Züge die Strecke mit 160 Stundenkilometern befahren können (derzeit 120 Stundenkilometer). Die Voruntersuchung nach „Kampfmitteln“ gehöre zum Berufschutz des Bohrteams. Schließlich waren im Zweiten Weltkrieg Züge auf der Strecke München-Mühldorf unter Beschuss genommen worden. Am ersten Aprilwochenende soll die Bohruntersuchung abgeschlossen werden, so dass der Frühzug am Montag planmäßig die Strecke passieren kann.

Es finden aber momentan nicht nur Bohrungen auf dem Gleiskörper, sondern auch am Fuße des Bahndamms statt. Hier müssen die von der Bahn beauftragten Fachfirmen auch über Privatgrund zum Einsatzort, was über Betretungserlaubnisse mit den Grundstückseigentümern oder Pächtern geregelt wird. Projektleiter Klaus-Peter Zellmer stellte die umfangreiche Gesamtmaßnahme anhand von Zahlen vor, für die man auch schon im vergangenen Jahr Bohrungen durchgeführt hatte. Auf der rund 40 Kilometer langen Strecke zwischen Markt Schwaben und Ampfing nehme man insgesamt 1200 Bohrungen und 900 Sondierungen vor. Außerdem gebe es zwischen 60 und 70 Grundwassermessstellen. Der Ausbau der zweigleisigen Strecke sei im Bundesverkehrswegeplan mit einem vordringlichen Bedarf versehen worden. Ziel der Baufertigstellung sei das Jahr 2030. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, hänge am Planrechtsverfahren ab, das sich über Jahre hinziehen kann. Derzeit befindet man sich in der Phase der Vorplanung. Das mit insgesamt 1,6 Milliarden bezifferte Großprojekt München-Freilassing soll in „kleinen Paketen“ verwirklicht werden. Auf einer Länge von 141 Kilometern soll die Strecke durchgehend elektrifiziert und auf insgesamt 58 Kilometern zweigleisig ausgebaut werden.

Die rund 40 Kilometer lange Teilstrecke Markt Schwaben-Ampfing soll in sechs Bauabschnitte unterteilt werden. Für einen Abschnitt zwischen sechs und sieben Kilometern rechne man mit einer Bauzeit von je drei Jahren, wobei auf mehreren Abschnitten parallel gearbeitet werden soll.

Weitere Informationen mit Visualisierungen und zeitnahen Aktualisierungen finden sich im Internet unter www.abs38.de. (Vroni Vogel)

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