Kommen nicht zusammen: der Apfel und die Bírne. Deren Schicksal besingen Stephan Glaubitz und Vroni Vogel.

Faschingsrevue im Knirschvogelhaus

Dämonen mit Musik gezähmt

Walpertskirchen - An vier Abenden ist Faschningsrevue im Knirschvogelhaus angesagt.

Nach und nach füllt sich das Walpertskirchener Knirschvogelhaus am Samstagabend. Die meisten sind Stammgäste, sie kommen zur Premiere der Faschingsrevue unter dem Motto: „Dämonen zähmen - leicht gemacht“. Das Gastgeber-Ehepaar Vroni Vogel und Dieter Knirsch, beide im orientalischen Gewand, begrüßen ihre Gäste freudig.

Vier Abende - von Faschingssamstag bis -dienstag - ist das Knirschvogelhaus für Musikliebhaber geöffnet. Alle Plätze sind bereits vergeben.

Vroni Vogel eröffnet den Abend gewohnt charmant. Unter die Gäste scheinen sich vier Dämone, in aufwändig schwarz-roten Kostümen, gemischt zu haben. Darunter das Ehepaar Haas aus Erding, das auch eine Faschingstorte für den Abend gebacken hat.

Die inneren Dämonen stehen im Mittelpunkt des Abends. Die Musiker haben Stücke ausgesucht, mit denen sie diese vertreiben wollen - das alles vor einer beeindruckenden Kulisse, die Steffi Vogel gestaltet hat.

Für das erste Stück, eine Hommage an Alexander Skrjabin von Dieter Knirsch, kommen Michael Außerbauer, „der sein Saxophon diabolisch gut spielt“ und Stephan Glaubitz, bei dessen „groovendem Bass die Dämonen vor Schreck erstarren“, auf die Bühne. Magische Fähigkeiten am Schlagwerk zeigt Ralf Außerbauer. Am Flügel sitzt den ganzen Abend Dieter Knirsch. Zuerst gibt sich das Saxophon ganz ruhig und melodisch, entwickelt sich aber nach und nach zu einem eindringlichen Spiel. Ebenso intensiv und schnell geht es weiter, als Quirin Vogel, der 15-jährige Sohn der Gastgeber, mit seinen Fingern über das Klavier galoppiert und sein eigenes Jagdstück präsentiert. Zum Schmunzeln ist Michael Außerbauer als „Traumschiffkapitän“, als der er die schnelle Liebe im Alter besingt. Ein Jugendwerk von Außerbauer interpretieren Ulli Büsel mit ihrer Geige und Sarah Gallitz am Saxophon, an diesem Abend mit blonder Langhaarperücke. Bei „Après un revê“ verliert sich die hervorragende Geigerin Büsel in innigem Spiel. Michaela Bauer am Akkordeon dramatisiert das Stück. Beim coolen Song „Da Birds“ zeigen die Musiker von Tenor Steps in Soli, was sie drauf haben.

„Manche Dinge muss man einfach mal tun“, moderiert Vroni Vogel das nächste Stück an. Sie meint, auf Tischen tanzen, Champagner trinken, die Sau raus lassen. Da kommt Sarah Gallitz auf die Bühne, in einem glitzernden rückenfreien Minikleid. Auf Portugiesisch - sie ist in Portugal aufgewachsen - singt sie „One Note Samba“. Dafür erntet sie Bravorufe, die der Männer gelten vielleicht nicht nur ihrem Gesang.

Vroni Vogel erinnert daran, wie wichtig es sei, sich das Fremde vertraut zu machen. So sei ihr Ehemann gewiss kein Argentinier, habe sich aber trotzdem an die Komposition eines Tangos gewagt, den er zusammen mit Michaela Bauer am Akkordeon eindrucksvoll spielte.

Viel Romantik und ein bisschen etwas zum Lachen gab es bei der Ankündigung des nächsten Stückes. Knirsch übernahm das Mikrofon und kündigte „Vroni“ an. „Bei meiner Komposition geht es um die Vroni, und wie ich sie sehe.“ Nach einer kurzen Pause füge er hinzu: „Doch die Vroni ist so wunderbar unergründlich, in so vielen Tönen kann ich sie gar nicht schildern.“ Es gelingt ihm dann doch, zusammen mit der Geigerin Büsel: Ruhig und in sich gekehrt, fröhlich und beschwingt.

Für einen Walzer, eine Eigenkomposition, setzt sich nochmal Quirin Vogel an den Flügel. Er hat eindeutig das Talent seines Vaters geerbt. Für eine heitere musikalische Einlage sorgen Stephan Glaubitz und Vroni Vogel als Apfel und Birne. In Maschanska-Apfel, einer Nestroy-Bearbeitung von Vogels Großvater, besingen sie ihr Leid, nie zusammen zu finden. Das kam so gut an, dass das Publikum Zugaben forderte. and

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