Walpertskirchens Bürgermeister Franz Hörmann (r.) und Nahwärmenetz-Betreiber Günter Kiefinger stehen an der Grundschule
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Rege Bautätigkeit in Walpertskirchen: Das Nahwärmenetz mit Biogasnutzung wird weiter ausgebaut, um kommunale Gebäude dort anzuschließen. Unser Bild zeigt Bürgermeister Franz Hörmann (r.) mit Betreiber Günter Kiefinger beim Ortstermin an der Grundschule.

Walpertskirchen will weitere Gebäude anschließen – Geschosswohnungsbau im Frühjahr fertig

Das Nahwärmenetz soll wachsen

Von wegen Sommerpause: Straßenarbeiten, Leitungssanierungen, Erdumwälzungen und Neubauten, die Gestalt annehmen, bestimmen derzeit das Bild in der Gemeinde Walpertskirchen. Es herrscht rege Bautätigkeit in vielen Bereichen. Über die laufenden Projekte informiert Bürgermeister Franz Hörmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Walpetskirchen – Von wegen Sommerpause: Straßenarbeiten, Leitungssanierungen, Erdumwälzungen und Neubauten, die Gestalt annehmen, bestimmen derzeit das Bild in der Gemeinde Walpertskirchen. Es herrscht rege Bautätigkeit in vielen Bereichen. Über die laufenden Projekte informiert Bürgermeister Franz Hörmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Nahwärmenetz, das die Energie vom ortsansässigen Landwirt Anton Bichler über dessen Biogasanlage erhalten und das von der Firma Kiefinger betrieben werden soll, befindet sich im weiteren Aufbau. Die Gemeinde plant, daran die Schule, die Mehrzweckhalle, den Kindergarten, den kommunalen Geschosswohnungsbau und das Areal beim sogenannten Lehrerwohnhaus anzuschließen. Auch die Kirche habe Interesse angemeldet. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte ein Gemeindezentrum in der Ortsmitte ebenfalls angeschlossen werden.

Der Bau einer zentralen Hackschnitzelanlage in den nächsten fünf Jahren sei vorstellbar. Verpflichtend an das Nahwärmenetz wurden bereits die beiden Baugebiete WA2 und WA3 angekoppelt. „Es sei ist wichtig, die regionale Wertschöpfung zu nutzen“, sagte Hörmann – selbst wenn es ein „nicht ganz einfacher Weg ist“. Das Leitungsnetz erstreckt sich vom Ortsteil Ringelsdorf bis in den Ortskern. Als Alternative zum Erdöl habe man zudem die Erdgasnutzung verwirklicht, an die einige Straßenzüge angeschlossen worden seien.

Der Wasserleitungsneubau in der Hauptstraße (Kreisstraße ED 14) hat sich etwas verzögert, da die Freigabe durch das Straßenbauamt abzuwarten gewesen sei. Es bestehe die Hoffnung, dass diese Maßnahme im September abgeschlossen werden könne. Jeder Hausanschluss müsse in diesem Bereich erneuert werden. Die schadhafte alte Leitung stammt aus den 1960er-Jahren. „Wir haben die letzten Jahre viel investiert“, meinte der Gemeindechef. Die Leitung in der Hammerbachstraße wurde komplett erneuert und die in Blumthal im Zuge des Radwegebaus saniert. „Da muss man immer dran bleiben“, sagte Hörmann zum Thema Wasserleitung.

Als eine der nächsten Aufgaben steht die Sanierung des Kanalnetzes an: „Das wird uns die nächsten drei bis vier Jahre intensiv beschäftigen.“ Das Sanierungskonzept erfasst den gesamten Kanalbereich. Schwachstellen wurden über die Kamerabefahrung ermittelt, eine Digitalisierung ist erfolgt. Die Gemeinde ist in einem Förderprogramm für Wasser und Abwasser, das bis 2024 verlängert werden soll. Man erwartet hier erhebliche Zuschüsse, was sich positiv auf die anstehende Gebührenanhebung, die über eine neue Satzung erfolgen soll, auswirken wird.

Im Frühjahr 2021 soll der kommunale Geschosswohnungsbau bezugsfertig sein, mit dem die Gemeinde zehn neue Wohnungen zu vertretbaren Preisen schafft. Die Baukosten belaufen sich laut Hörmann hier auf rund drei Millionen Euro, die über eine 30-prozentige staatliche Förderung und ein zinsloses Darlehen finanziert werden.

Gut das Doppelte – nämlich 6,3 Millionen – wird der neue sechsgruppige Kindergarten kosten. Die Bodenplatte dafür wird nicht mehr vor der Winterpause, sondern erst im Frühjahr errichtet. Mitte September will man die Ausschreibungen für den Neubau auf den Weg bringen. „Das wird eine spannende Phase“, ist sich Hörmann sicher. Der Holzbau soll mit vorvergrauter Weißtanne erfolgen und mit farblichen Gestaltungselementen in Rottönen gestaltet werden.

Etwa 1,7 Millionen wird der neue Bauhof an der Deutinger Straße mit begrüntem Dach, Fahrzeughallen, Lagerraum, Büros und Personalräumen kosten. „Wir hoffen, dass wir im Winter mit den wesentlichen Teilen bereits im Bauhof sein können“, sagte Hörmann. Bisher war der Bauhof in einem Gebäude am Dorfweiher untergebracht.

Eines der wichtigsten Themen sei, wie die künftige Siedlungsplanung aussehen soll. Mit dem Baugebiet WA4, anschließend an WA2 in Richtung Hammerbach, will die Gemeinde hinsichtlich der Wohnraumverdichtung neue Weichen stellen. Hier könnten 45 bis 50 kleinere Eigentumseinheiten mit Gemeinnutzungsflächen entstehen. So will man möglichst vielen Bauinteressenten den Weg zum Eigenheim ebnen und auch für die ältere Generation Angebote schaffen, um dem Wunsch nach einer kleineren Wohnung Rechnung zu tragen.

Vroni Vogel

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