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Ein Holzhaus für Walpertskirchens Kinder

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Das Winterziel ist erreicht: Der Kindergarten-Neubau in der Walpertskirchener Ortsmitte ist dicht. Jetzt liegt der Fokus auf den Innenausbauten. Bei der Baustellenbesichtigung erläuterte das Bürgermeister-Trio Franz Hörmann, Josef Renner und Beate Aust (v. l.) weitere Schritte.
Das Winterziel ist erreicht: Der Kindergarten-Neubau in der Walpertskirchener Ortsmitte ist dicht. Jetzt liegt der Fokus auf den Innenausbauten. Bei der Baustellenbesichtigung erläuterte das Bürgermeister-Trio Franz Hörmann, Josef Renner und Beate Aust (v. l.) weitere Schritte. © Vroni Vogel

Walpertskirchen - Außen Fichte, innen Weißtanne: Aus Holz wird das neue Kinderhaus in Walpertskirchen gebaut. Das Gebäude ist dicht, jetzt geht es innen weiter. Im September soll alles fertig sein.

„Im Großen und Ganzen ist das Winterziel erreicht. Der Bau ist dicht.“ Das sagte Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) bei der Baustellenbegehung der neuen Kindertagesstätte in der Walpertskirchener Ortsmitte gegenüber dem Dorfplatz. Gemeinsam mit Vizebürgermeister Josef Renner (CSU) und der dritten Bürgermeisterin Beate Aust (SPD) nahm er die Räume in Augenschein.

Das Gebäude ist in nachhaltiger Holzbauweise auf Basis eines ausgeklügelten Raumkonzepts errichtet worden. Für die Planung ist das Büro Hirner & Riehl Architekten verantwortlich. Außerdem sind zahlreiche Planungsbüros und Fachfirmen beteiligt.

„Insgesamt wurden 600 Kubikmeter Holz verbaut“, erklärte Hörmann bei der Besichtigung. Das geräumige und einladende Haus bietet viele Möglichkeiten für die Kinderbetreuung. Das innen verbaute Holz, das teils als Sichtholz gestaltet ist, stammt von heimischen Fichten. Außen wurde Weißtanne aus Österreich verwendet.

Das Farbkonzept sieht eine Gestaltung mit hellen Blau-Grün-Tönen vor. Der Eingang auf der Dorfplatzseite führt in einen weitläufigen Mensabereich, dem seitlich die Essensausgabe angegliedert ist, die wiederum einen eigenen Anlieferungsbereich nach außen hat. Die Mensa könne auch für Veranstaltungen des Kinderhauses genutzt werden, so Hörmann.

Rechts vom Eingang führt eine breite Treppe nach oben. Auch ein Lift ist vorgesehen. In dem zweigeschossigen Gebäude finden insgesamt sechs Gruppen Platz – vier von ihnen sind im Erdgeschoss, zwei im Obergeschoss untergebracht. Die Gruppenräume sind jeweils mit einem Nebenraum gekoppelt, der unterschiedlich nutzbar ist, beispielsweise als Spielbereich oder als Schlafraum. Die Ausstattung mit Stapelbetten sorge dafür, dass man variable Möglichkeiten habe, erläuterte der Gemeindechef. Jeder Gruppenbereich sei zudem mit einem eigenen Sanitär- und Garderobenbereich ausgestattet.

Großflächige Fenster sorgen für freundliche Helligkeit. Die geräumigen, breiten Flure im Obergeschoss verbinden die Räume nicht nur, sondern können ebenfalls für Aktivitäten mit den Kindern genutzt werden und sind als Spielflure ausgebildet. Außerdem befindet sich im ersten Stock ein rund 100 Quadratmeter großer Mehrzweckraum, der viel Platz für Bewegung, Spiel und Sport bietet.

Estricharbeiten, der weitere Innenausbau mit passgerechten Einbauschränken und der Technikeinbau bestimmen die nächsten Arbeitsschritte. Auch eine Lüftungsanlage wird eingebaut.

Verschiedene Ausgänge führen in den Garten, der als abwechslungsreiche Spielelandschaft gestaltet werden soll. Sie ist vom Landschaftsarchitekturbüro Lex-Kerfers aus Emling entwickelt worden. Die Außenanlage sei in ein ruhigeres Areal im Norden für die Krippenkinder und in den südlichen Hauptbereich für die Kindergartenkinder unterteilt, so Hörmann. Beide Bereiche seien durchgängig. Im nördlichen Bereich zwischen Alt- und Neubau werde eine Allwetterfläche angelegt.

Ziel der Gemeinde ist es, den Neubau im Frühsommer zu vollenden. Die katholische Betreuungseinrichtung kann dann voraussichtlich mit dem neuen Kindergartenjahr im September 2022 in den Vollbetrieb gehen. Ein schöner Anlass, um dann auch den 50. Geburtstag des Kindergartens zu feiern.

An den Standort des so genannten Klosters (ehemalige Wohnstätte der Englischen Fräulein), das für den Kita-Neubau abgerissen worden ist, soll mit baulichen Versatzstücken wie dem alten Schriftzug und einer Informationstafel am Eingang erinnert werden, kündigte Hörmann an. Außerdem will die Gemeinde mit einer Skulptur dem ortsansässigen Bildhauer Erich Heuschneider (1937-2020) gedenken. Der Kulturpreisträger des Landkreises und Walpertskirchener Bürgermedaillen-Träger lebte und arbeitete dort.

Im Kindergarten-Altbau soll später eventuell ein Gemeindezentrum entstehen. Kurzfristig ist eine Vermietung angedacht. Die Baukosten (ohne Grundstück) für das neue Kinderhaus werden rund sechs Millionen betragen, wobei Zuwendungen von 2,6 Millionen Euro zu erwarten seien. VRONI VOGEL

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