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Die Walpertskirchener Nachbarschaftshilfe mit (v. l.) Einsatzleiterin Beate Aust, Silke Itjeshorst und Hans Fertl (r.) unterstützt den großen Traum des Westafrikaners Seydou Maiga, der nach Hause zurückkehren will.

Nachbarschaftshilfe Walpertskirchen

Eine Wasserpumpe für Mali

Walpertskirchen - Asylbewerber Seydou Maiga aus Mali lebt seit über einem Jahr in Walpertskirchen. Jetzt will er wieder nach Hause – und Geld mitbringen, um in seinem Heimatdorf eine Wasserpumpe zu errichten. Die Nachbarschaftshilfe will ihn dabei unterstützen – mit einem Fastensuppenessen am Sonntag.

Hilfe zur Selbsthilfe: Die Walpertskirchener Nachbarschaftshilfe unterstützt den Kauf einer Wasserpumpe für ein westafrikanisches Dorf. Das Geld dafür wird mit einer Spendenaktion beim Fastensuppenessen nach dem Gottesdienst an diesem Sonntag gegen 11.30 Uhr in der Mehrzweckhalle gesammelt.

Die Walpertskirchener haben einen direkten Kontakt: Der 35-jährige Familienvater Seydou Maiga stammt aus Mali, einem der ärmsten Länder der Welt. Er wohnt als Asylsuchender seit mehr als einem Jahr in Walpertskirchen und möchte jetzt zurück in seine Heimat. Von Heimweh geplagt, vermisst der Westafrikaner seine Frau und drei Kinder, die zwischen vier und neun Jahre alt sind. Er möchte sie zuhause unterstützen. Der jüngste Sohn ist – wohl durch einen Gendefekt – stark entwicklungsverzögert und kann nicht selbstständig laufen oder essen.

Seydou Maiga lebte mit seiner Großfamilie, zu der auch sein Vater, seine Mutter und mehrere Geschwister mit ihren Familien gehören, in einem Dorf in der Nähe von Timbuktu. Die 20-köpfige Familie besitzt direkt am Niger rund 20 Hektar Ackerland, auf dem gemeinsam Reis, Zwiebeln und Getreide angebaut werden. Die Böden werden in mühevoller Handarbeit mit der Hacke bearbeitet. Zur Bewässerung der Flächen leiht sich die Familie seit Jahren Pumpen von Nachbarn. Das ist teuer und wird in Naturalien bezahlt.

Politisch ist die Lage in Maigas Heimatregion im Norden des Landes äußerst instabil. Immer wieder flammen kriegerische Konflikte auf. Dadurch wurden mehrere Ernten stark beeinträchtigt und das Leben von Maigas Familie gefährdet. Dennoch haben Asylbewerber aus Mali derzeit sehr schlechte Chancen auf Anerkennung in Deutschland. Seit einem Jahr arbeitet Maiga als Spüler in einem Hotel im Landkreis und bezieht vom Staat keine Unterstützung mehr.

Hans Fertl und Silke Itjeshorst vom Walpertskirchener Helferkreis gaben dem Westafrikaner Deutsch-Unterricht. Außerdem half Itjeshorst ihm bei seinem Plan, freiwillig nach Hause zurückzukehren. Eine mobile Wasserpumpe ist Seydou Maigas größter Traum. Aber zur Finanzierung fehlt noch Geld.

Die EU-Organisation „Coming home“ unterstützt Reisewillige und hat bereits einen Zuschuss von 2000 Euro bewilligt. Doch eine gebrauchte Motorpumpe kostet in seinem Land rund 3500 Euro. Maiga muss die gesamten Kosten vorstrecken. Erst wenn er von Mali aus Fotos und eine Rechnung eingereicht hat, wird der Förderbetrag von Coming Home über Western Union ausgezahlt.

Die Nachbarschaftshilfe möchte helfen, die Finanzierungslücke von 1500 Euro ein Stück weit zu schließen. Der gemeinnützige Verein stellt in Absprache mit der Gemeinde deshalb eine Sammelbox auf, deren Erlös zu 100 Prozent dem Asylsuchenden und seiner großen Familie in Mali zugute kommt. Seydo Maiga steuert für die Aktion am Sonntag eine malische Bohnensuppe bei. Nach der Fastenaktion steht die Box bis Ostern in der Gärtnerei Aust. „Wir hoffen, dass wir der Großfamilie in Mali dauerhaft helfen können“, wünscht sich Itjeshorst.

Von Vroni Vogel

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