Einfamilienhäuser stehen im Rohbau in einem Neubaugebiet
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Die Gemeinde Walpertskirchen will im Wohngebiet WA4 über verdichtete Siedlungsformen neue Wege beschreiten. Was halten die Bauwilligen davon? Das hat man über eine Fragebogenaktion herausfinden wollen. Deren Ergebnisse liegen nun vor (Symbolbild).

Fragebogenaktion zum neuen Baugebiet in Walpertskirchen ausgewertet – 113 Teilnehmer

Einfamilienhaus bleibt oft die erste Wahl

Die Gemeinde Walpertskirchen will im Wohngebiet WA4 über verdichtete Siedlungsformen neue Wege beschreiten. Was halten die Bauwilligen davon? Das hat man über eine Fragebogenaktion herausfinden wollen. Deren Ergebnisse liegen nun vor.

Walpertskirchen – Die Gemeinde Walpertskirchen will im Wohngebiet WA4 über verdichtete Siedlungsformen neue Wege beschreiten, um der Baulandnot zu begegnen. Da Corona keine öffentlichen Veranstaltungen im größeren Stil ermöglicht, wandte man sich mit einer schriftlichen Befragung an die Bauwilligen. Nun hat sich der Gemeinderat in einer siebenstündigen Sondersitzung mit der Fragebogenaktion zum Bebauungsplan auseinandergesetzt.

„Aus unserer Sicht war die Aktion ein voller Erfolg“, bilanziert Bürgermeister Franz Hörmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Knapp 400 Personen hätten den Fragebogen gelesen, 113 sich aktiv an der Umfrage beteiligt – 85 Prozent aus dem Gemeindegebiet, der Rest aus umliegenden Landkreisgemeinden. Der Gemeinderat beschäftigte sich eingehend mit allen Rückmeldungen und mehr als 70 Anmerkungen der Bauinteressenten.

Teils kritisch gesehen werde demnach die Erschließung über die Oberhofer Straße mit Blick auf die relativ schmale Fahrbahn. In der Diskussion stünden auch die Tiefgaragen hinsichtlich der höheren Herstellungs- und Unterhaltskosten. Hinterfragt werde zudem, ob die dichtere Bebauung zum Ortsbild passe und die Nutzung von Gemeinschaftsräumen praktikabel sei.

Hörmann zitiert einige Rückmeldungen, um die Meinungsvielfalt der Befragungsaktion zu charakterisieren: „Finde toll, dass ihr diesen Weg geht“, lautete ein Kommentar. „Leider wird nicht berücksichtigt, dass der Trend verstärkt zum Homeoffice geht und somit einfach mehr Wohnraum/Zimmer benötigt werden. Da sind die 150 Quadratmeter schon fast das Minimum für eine vierköpfige Familie“, war eine weitere Anmerkung. Auch zur geplanten Verdichtung gab es Hinweise: „Bestmögliche Flächennutzung ist grundsätzlich sinnvoll. Allerdings denke ich nicht, dass es zum Ortsbild von Walpertskirchen passt, wenn die Fläche mit größtmöglichen Bauten gestaltet wird, nur um so viele Einheiten wie möglich zu schaffen.“ Hier wurde ein Mix aus mehr Einfamilien- und etwas weniger Mehrfamilienhäusern als „sinnvoller und passender“ erachtet.

In der Aktion wurde auch der Familienstand abgefragt: 60 Prozent seien verheiratet, 40 Prozent ledig. „Es gibt also auch Familien, die etwas anderes suchen“, so Hörmann. Ein Drittel war laut Befragung für ein Reihenhaus, ein Drittel zeigte Interesse an Mehrfamilienhäusern oder einem Mehrgenerationenhaus. Für knapp die Hälfte sei immer noch das Einfamilienhaus die erste Wahl.

Die mögliche Nutzung von Gemeinschaftsräumen und -flächen sei differenziert betrachtet worden. Ein „deutliches Plus“ dafür gebe es beim Mehrgenerationenhaus, ein „Patt“ beim Modell Mehrfamilienhaus. Es sei auch auf Konfliktlagen bei einer gemeinschaftlichen Nutzung verwiesen worden.

Zu den gewünschten Wohnungsgrößen im Geschosswohnungsbau habe sich folgende Aufteilung ergeben: 40 Prozent hätten sich für eine Dreizimmerwohnung mit 70 Quadratmetern, 25 Prozent für eine Zweizimmerwohnung zwischen 50 und 65 Quadratmetern und 35 Prozent für eine Drei- und Vierzimmerwohnung zwischen 100 bis 125 Quadratmetern ausgesprochen.

Beim Modell Reihenhaus sei „deutlich mehr Wohnfläche“ gewünscht worden: Ein Drittel habe 125 Quadratmeter angegeben, zwei Drittel seien für 150 Quadratmeter.

80 Prozent würden das Wohneigentum selbst nutzen – „die absolute Zielgruppe“, betonte Hörmann.

Das Planungsbüro Lindner sei jetzt beauftragt worden, zu bestimmten Themen Alternativplanungen zu erstellen. Im mittleren Teil der geplanten Siedlung sollen die Reihenhäuser etwas aufgelockert werden. Die Anzahl der Reihenhäuser soll auf beiden Seiten auf je sechs reduziert werden. Bei den drei westlichen Mehrfamilienhäusern will man Alternativen zur geplanten Tiefgarage erarbeiten. „Alternativ ist hier auch zu prüfen, ob sich statt der drei geplanten Gebäude zwei etwas längere Baukörper besser einfügen lassen.“

Die südlichen Reihenhäuser sollen im Westen einen Zugang zum Garten erhalten. Anstatt der geplanten Flachdächer sei eine Variante mit Satteldächern auszuarbeiten. „Die Straßenerschließung über die Oberhofer Straße wird aufmerksam betrachtet“, so Hörmann.

Vroni Vogel

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