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„Wir sind die Hellgrünen 2.0“

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Von: Wolfgang Krzizok

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Seit 24 Jahren Vegetarier, seit fünf Jahren Veganer: Markus Krätschmer aus Walpertskirchen. Für die kleine V-Partei3 will er bei der Landtagswahl im Oktober antreten.
Seit 24 Jahren Vegetarier, seit fünf Jahren Veganer: Markus Krätschmer aus Walpertskirchen. Für die kleine V-Partei3 will er bei der Landtagswahl im Oktober antreten. © fkn

Dem Umwelt-, Klima- und Tierschutz hat sich die Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer – kurz: V-Partei³ – verschrieben. Der in Walpertskirchen aufgewachsene Markus Krätschmer tritt für die Partei bei den Landtagswahlen an. Ein Gespräch.

Walpertskirchen/Poing Im Jahr 2016 ist die bundesweit aktive V-Partei3 gegründet worden. Sie geht in ihrem Programm auf die globalen Zusammenhänge und Auswirkungen von Wachstum, Konsum und Essverhalten ein. Dabei stehen Umwelt- und Klimaschutz, Tierrechte und Verbraucherschutz im Mittelpunkt. Bei der Bundestagswahl 2017 trat die Partei in zwölf Bundesländern an und erreichte 64 130 Stimmen (0,14 Prozent). Am 14. Oktober will die V-Partei3 bei der Landtagswahl in Bayern an den Start gehen.

Stellvertretender Bundesschatzmeister und Generalsekretär im Landesverband Bayern ist seit wenigen Wochen Markus Krätschmer. Der 34-jährige Preservation Specialist beim Apple-Konzern ist gebürtiger Münchner und in Walpertskirchen aufgewachsen. Jetzt lebt er in Poing im Landkreis Ebersberg mit seiner Frau Jasemin Capan, die Kandidatin für den Stimmkreis Ebersberg ist.

-Herr Krätschmer, wann haben Sie das letzte Mal eine Wurstsemmel gegessen?

Markus Krätschmer: Erst letzte Woche – aber mit Aufschnitt aus Weizeneiweiß (lacht). Ich bin schon seit meinem zehnten Lebensjahr Vegetarier und lebe nun seit etwa fünf Jahren rein pflanzlich.

-Wie sind Sie zur V-Partei3 gekommen?

Krätschmer: Ich war vor zwei Jahren zusammen mit meiner Mutter in München auf der Veggie World, das ist Europas größte vegane Messe für den pflanzlichen Lebensstil. Da ist die Partei gerade gegründet worden und hat sich präsentiert. Meine Mutter hat mich darauf aufmerksam gemacht.

-Und dann waren Sie sofort Feuer und Flamme?

Krätschmer: Nein. Mit Trompeten in den Untergang zu reiten, ist nicht mein Stil. Ich habe erst einmal beobachtet, was die so treiben.

-Wann sind Sie dann zur Partei gestoßen?

Krätschmer: Das war bei einer Mahnwache am Münchner Schlachthof in der Zenettistraße, die dort regelmäßig von der Organisation „Ein Licht der Hoffnung“ mit Daniela Böhm, der Tochter von Karlheinz Böhm, veranstaltet wird. Da waren auch Leute von der V-Partei3 dabei. So haben sich der Kontakt und schließlich mein Parteieintritt ergeben.

-Sie sind ja gleich steil aufgestiegen, sind stellvertretender Bundesschatzmeister und Generalsekretär im Landesverband Bayern. Was ist Ihr Aufgabenbereich?

Krätschmer: Gerade bereite ich federführend mit vor, dass wir bei der Landtagswahl im Oktober in Bayern antreten dürfen. Da brauchen wir viele Unterstützer-Unterschriften, allein für Oberbayern 2000. Wir sind aber auf einem guten Weg und haben schon fast alle zusammen. Im Bezirk Niederbayern versuchen wir, insgesamt 900 Unterschriften zu sammeln, um auch diesen Bezirk noch auf den Stimmzettel zu bringen.

-Bei der Bundestagswahl 2017 stand die V-Partei3 schon auf dem Stimmzettel.

Krätschmer: Und hat aus dem Stand bei ihrer ersten großen Wahl gut 64 000 Stimmen erzielt, das sind immerhin 0,14 Prozent.

-Kann man eigentlich nur als Veganer in die V-Partei3 eintreten?

Krätschmer: Nein. Man sollte sich aber mit unserem Parteiprogramm identifizieren und dieses auch vorleben.

-Was steckt dann für eine Idee hinter der Partei?

Krätschmer: Dass die Menschen sensibler bei umweltpolitischen Themen werden. Eigentlich die Ideale, die die Ur-Grünen damals hatten. Wir sind praktisch die „Hellgrünen 2.0“. Wir wollen was verändern und die großen Parteien dazu anspornen, zu erkennen, was wichtig ist.

-Wollen Sie dann alle zu Veganern machen?

Krätschmer: Nein, überhaupt nicht – das wäre der falsche Ansatz. Wir sind keine reine Veganer-Partei. Wir gehen keine Leute aggressiv an, schreien sie an oder zeigen mit Fingern auf sie, nur weil sie beispielsweise Pelz tragen oder Milch trinken. Wir wollen aufklären, etwas verändern, zum Beispiel in der Nahrungsmittelindustrie und in der Landwirtschaft. Wir sind der Meinung: So, wie aktuell bei uns gelebt wird, führt der Weg ins Verderben und nicht in die Zukunft.

-Welche Parteien sind Ihre größten Gegner?

Krätschmer: Wir greifen keine Partei frontal an. Wir wollen die Politik als Ganzes abbilden und wieder wählbar machen. Unser altruistischer Ansatz ist: Wir machen Politik für alle. Wir sind eine Mitmachpartei, bei der sich jeder einbringen und engagieren kann. Auch wenn er gerne Wurstsemmeln isst.

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