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Pünktlich zur Ernte-Bilanz kam der Regen. Darüber freuten sich (v. l.): Josef Schächtl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Landwirt Franz Bauschmid, BBV-Vize-Kreisobmann Michael Hamburger, Kreisbäuerin Irmgard Posch und Kreisobmann Jakob Maier in einem Feld mit Weizen, der zu wenig Wasser abbekam. In der Hand hält Bauschmid Weizen aus einem besseren Boden. Der Mais (hinten) kommt mit der Witterung heuer am ehesten klar.

Erste Erntebilanz 2017 

Bauern haben Sehnsucht nach Regen

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Ein nasskalter Frühling und ein heißer, trockener Start in den Sommer: Bauern, die auf Kiesböden anbauen, müssen mit Ernteeinbußen rechnen. Andererseits musste viel weniger Pflanzenschutz gespritzt werden.

Wattendorf - Der Bauernverband und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten scheinen einen guten Draht zu Petrus zu haben. In der Stube von Landwirt Franz Bauschmid klagten deren Vertreter über den bislang trockenen und heißen Sommer, als es draußen zu regnen begann. Ob es wirklich ein Segen für die Ernte wird, bleibt abzuwarten: „Wir bräuchten einen richtig schönen, längeren Sommerregen“, sagte BBV-Kreisobmann Jakob Maier bei der Ernte-Pressekonferenz am Mittwoch in Wattendorf (Gemeinde Walpertskirchen). Vereinzelte Schauer seien zu wenig, um dem dürstenden Ackerbau zu helfen.

Ein Klagelied wollten aber weder Maier, Kreisbäuerin Irmgard Posch noch Dr. Josef Schächtl vom AELF anstimmen. Denn das Erntejahr 2017 dürfte ein gar nicht so schlechtes werden. Schächtl berichtete, dass es seit Mai überdurchschnittlich heiß und trocken sei. Die Landwirte hätten früh mit dem Anbau begonnen, vor allem Mais. Dann kam eine sehr nasse und kühle Periode nach Ostern. Die Folgen werden das Erntejahr prägen, sind die Agrarexperten überzeugt. Denn die nasskalte Phase hat den Mais im Wachstum gebremst. Danach kam die Hitze-Trocken-Periode. „Mit der kommt der Mais noch am besten klar“, versichert Schächtl. Problematisch seien Anbauflächen auf kiesigen Böden, die kaum Wasser speichern. „Da wird es Einbußen und Ausfälle geben.“ Deutlich besser sehe es auf Böden aus, die das Wasser halten.

Bauschmid, der in Wattendorf einen Hof mit Bullenmast und 80 Hektar Ackerbau hat, kennt beide Seiten: Er zeigt Weizen, der bereits ausgereift und gelb ist. Nur ein Feld weiter ist das Getreide noch grün und deutlich kräftiger.

Maier berichtete, dass vor allem die Kartoffelbauern heuer ihre Felder aus Brunnen bewässern müssten.

Die gute Seite der trockenen Witterung: Es musste deutlich weniger Pflanzenschutz ausgebracht werden – zum Teil um 50 Prozent. „Das war im feuchten Jahr 2016 ein ganz großes Problem“, erinnert sich Schächtl. Der Pilzbefall sei groß gewesen.

Bereits geerntet ist die Wintergerste – mit guten Erträgen. Die erste Rapsernte dieses Jahres ist laut Bauschmid schlecht ausgefallen. Auch die Frühkartoffelen haben nach dem Worten Maiers nicht allzu viel abgeworfen. „Es gab aus anderen Ländern genug Ware, das hat den Preis gedrückt.“ Als nächstes folgen Winterraps und Winterweizen. Erst im Herbst ist der Mais dran.

Wie viel die Landwirte für ihre Produkte bekommen, ist schwer zu sagen. Schächtl verweist auf die internationalen Warenterminbörsen. „Da es gerade im Mittelmeerraum noch trockener und heißer als üblich war, dürfte die Ernte geringer ausfallen – und die Preise folglich steigen.“

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