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Hörmann: Vorgehen der Bahn ist unmöglich

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Sehr gut besucht war die Walpertskirchener Bürgerversammlung. Viele Zuhörer informierten sich über Bahnausbau, Verkehrsentwicklung und zukunftsweisende Gemeindeprojekte.
Sehr gut besucht war die Walpertskirchener Bürgerversammlung. Viele Zuhörer informierten sich über Bahnausbau, Verkehrsentwicklung und zukunftsweisende Gemeindeprojekte. © Vogel

Die Informationen der Bahn zur ABS 38 stößt bei Walpertskirchens Gemeindechef Franz Hörmann auf scharfe Kritik. Er fand nun auch in der Bürgerversammlung klare Worte.

Walpertskirchen – Die Bürgerversammlung der Gemeinde Walpertskirchen war sehr gut besucht. Zahlreiche Menschen kamen am Donnerstagabend ins Gasthaus Lex, wo Bürgermeister Franz Hörmann erneut scharfe Kritik an der Bahn übte. Man warte immer noch auf Fiktionsplanungen und Kostenermittlungen. Ohne diese sehe sich die Gemeinde nicht in der Lage, Festlegungen zu treffen, erklärte Hörmann zur Ausbaustrecke (ABS) 38. Die Bahn sei seit April in der Bringschuld, doch habe stattdessen ihrerseits einen „bösen Brief“ geschrieben. Da müsse man sich wohl auf „höherer Ebene Gedanken machen“, sagte der Bürgermeister in Richtung des stellvertretenden Landrats Jakob Schwimmer.

Zum Hintergrund: In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatten Bahnvertreter die Planung vorgestellt. Bereits hier hatte Hörmann Kritik und Unverständnis am mangelhaften Informationsfluss geäußert. „Sie brauchen keine Angst zu haben, dass wir Sie über den Tisch ziehen“, hatte Bahnplaner Markus Baumann in der Gemeinderatsitzung gesagt, worauf Hörmann erwidert hatte, „wenig Vertrauen“ zu haben. Man warte dringend auf die detaillierten Aussagen.

Die Erneuerung der Eisenbahnbrücke an der Hammerbachstraße soll Mitte 2019 in einer vorgezogenen Maßnahme erfolgen, wobei mit einer Bauzeit von sechs bis sieben Monaten zu rechnen sei, beantwortete die Bahn eine schriftliche Anfrage unserer Zeitung. Die Bahnkunden sollen vor Beginn der Bauarbeiten ausführlich über Beeinträchtigungen im Zugverkehr informiert werden.

Wie Hörmann nun informierte, bleibe die Straßenführung im Wesentlichen bestehen. Doch werde die vier Meter breite Unterführung auf insgesamt 7,50 Meter ausgeweitet, mit einem Gehweg von 2,50 Metern und einem Schrammbord von einem halben Meter. Bei diesem Projekt zeigte sich Hörmann verärgert darüber, dass für die Straßenplanung seitens der Bahn zunächst die Kostenübernahme signalisiert worden sei und nun doch wieder in Frage gestellt werde.

Eine weitere Bahnbrücke überspannt die Kreisstraße ED 14 in Nähe der örtlichen Raiffeisenbank. Nach aktuellen Aussagen der Bahn wird die Sanierung dieser Brücke nicht im Jahr 2020 vorgezogen erfolgen. Die Gemeinde erfuhr kurzfristig von dieser Kursänderung. Diese Maßnahme sei „auf unbestimmte Zeit verschoben, ohne dass man mit den Partnern redet“, so Hörmann. Er findet dieses Vorgehen „unmöglich“.

Der Bahnübergang bei Schwabersberg soll ersatzlos aufgelassen werden, wobei die Bahn mit dem betroffenen Flurstückseigentümer in Kontakt stehe. Die Straßenüberführung bei Schwarzhölzl soll ausgebaut werden. Auf Anfrage unserer Zeitung zur Dauer der gesamten Bauzeit für den zweigleisigen Ausbau mit Elektrifizierung auf Walpertskirchener Gebiet erklärte die Bahn, dass für die Bauarbeiten rund zwei Jahre veranschlagt seien. Wann die Arbeiten genau beginnen, könne zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Vroni Vogel

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