Freie Wähler Walpertskirchen 

Junge Leute sollen nicht abwandern

Vom geplanten Pfarr- und Gemeindezentrum sind nicht alle begeistert, sagt Walpertskirchens Vizebürgermeister Christian Büchlmann. Bisher gibt es nur Vorplanungen für das Projekt.

Walpertskirchen– Das geplante Pfarr- und Gemeindezentrum, die weitere Wohnlandentwicklung und das an EU-Normen angepasste Einheimischenmodell waren zentrale Themen in der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler von Walpertskirchen. Im Gasthaus Lex umriss FW-Vorsitzender und Vizebürgermeister Christian Büchlmann die Positionen dazu.

Zum geplanten Pfarr- und Gemeindezentrum gebe es durchaus unterschiedliche Meinungen, berichtete Büchlmann. „Nicht alle sind davon begeistert“, sagt der Zweite Bürgermeister. Letztlich müsse die Kosten-Nutzenanalyse stimmen. Büchlmann ist Mitglied im Arbeitskreis, der sich mit dem Projekt auseinandersetzt. Bisher habe es einige wenige Treffen gegeben. Bei der Überplanung sei man noch ziemlich am Anfang, zumal nun auch die Fläche des ehemaligen Klosters beim Kindergarten zur Verfügung stehe. Man müsse Stück für Stück dahin kommen, eine Entscheidungsgrundlage zu finden.

Architekt Sebastian Kruppa habe drei Vorschläge als Diskussionsbasis entwickelt. Einer sieht vor, das Grundstück von der Hauptstraße aus zu erschließen. „Wir unterhalten uns hier über Vorplanungen“, stellte Büchlmann klar: Bis zur Machbarkeitsstudie, die viele brennend interessiere, sei es noch ein längerer Weg. Beim ortsbildprägenden Kloster stelle sich die Frage, ob es erhalten bleibe oder durch einen Neubau ersetzt werde, zumal die Bausubstanz sehr schlecht sei.

Bauland: „Wir brauchen Flächen“

Kritisch sieht Büchlmann das überarbeitete Einheimischenmodell, um den EU-Richtlinien zu genügen. Seiner Meinung nach werde damit das Modell stark eingeschränkt und habe negative Konsequenzen für die nachfolgenden Generationen der alteingesessenen Familien, „die oftmals nicht mehr zum Zug kommen“. Das alte Einheimischenmodell, das die Ortszugehörigkeit wesentlich stärker gewichtet habe, sei eine gute Möglichkeit gewesen, gewachsene Strukturen zu unterstützen, um das gesellschaftliche Leben im Dorf zu erhalten.

„Ich will nicht, dass uns die jungen Leute abwandern, das ist schon vielfach geschehen“, so Büchlmann. Es müsse ihnen ermöglicht werden, hierbleiben zu können. Junge Familien sicherten wichtige Infrastrukturen wie Kindergarten und Schule.

Voraussetzung sei auch die Schaffung von weiterem Bauland. „Wir brauchen Flächen“, umriss Büchlmann die Problematik. Beim sozialen Wohnungsbau müsse man sich viele Konzepte anschauen, um zu einer fundierten Lösung zu kommen: „Wir wollen wissen, über was man konkret redet.“

Büchlmann erinnerte zudem daran, dass die Freien Wähler seit zehn Jahren eine Vereinsstruktur haben. Dass von den 33 Mitgliedern 22 die Jahreshauptversammlung besuchten, sei ein „Spitzenwert“.

Von Vroni Vogel

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